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Potsdam Neue Mitte für Drewitz bald komplett
Lokales Potsdam Neue Mitte für Drewitz bald komplett
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01:16 17.01.2019
Straßenbahn im Konrad-Wolf-Park, rechts sanierte Blöcke der „Rolle“. Quelle: Bernd Gartenschläger
Drewitz

Mit dem sogenannten Grünen Kreuz soll im Frühjahr das Herzstück der Gartenstadt Drewitz fertig gestellt werden. Das hat Carsten Hagenau, Sprecher der am Umbau des Viertels beteiligten Wohnungsunternehmen, am Montag zur Neujahrsklausur der Gartenstadt angekündigt.

Drewitz war das letzte in Plattenbauweise errichtete DDR-Neubaugbiet in Potsdam. Kurz nach dem Mauerfall wurden die Taktstraßen des Wohnungsbaukombinats Potsdam aus finanziellen Gründen gestoppt. Statt geplanter 4800 Wohnungen waren zu der Zeit erst rund 2900 gebaut.

Baustelle in Drewitz im April 1988. Quelle: Christel Köster

Vor zehn Jahren entwickelte Hagenaus Büro mit Partnern im Auftrag der Pro Potsdam erste Konzepte zur Revitalisierung des Viertels, das mittlerweile auf dem Weg zum sozialen Brennpunkt war. Vor knapp zehn Jahren begann der Umbau zur Gartenstadt mit der Sanierung der Wohnblöcke und der Neuordnung des Verkehrs.

Mittlerweile ist laut Hagenau ein Drittel des Wohnungsbestandes modernisiert. Nach Mitteilung von Petra Runge, Bereichsleiterin bei der Pro Potsdam, wird in diesem Jahr die sechs Häuser umfassende „Rolle“ mit insgesamt 174 Wohnungen fertiggestellt sein.

Die Konrad-Wolf-Allee als zentrale Magistrale wurde im Zuge des Gartenstadt-Konzeptes zu einem fünf Hektar großen Stadtpark mit Straßenbahngleis am Rand und Einbahn-Straßenverkehr auf beiden Seiten umgebaut. Thomas Schenke, Bereichsleiter Verkehrsflächen im Rathaus, kündigte für März eine Veranstaltung zur Neuordnung des öffentlichen Verkehrs an. Dabei soll mit den Anwohnern diskutiert werden, ob Bus und Bahn künftig auf einer Trasse, das geschotterte Bahngleis müsste dafür asphaltiert werden.

Baustelle für das i-Café am Grünen Kreuz. Quelle: Bernd Gartenschläger

Zum Grünen Kreuz wird die Drewitzer Mitte durch die ebenfalls parkähnliche Gestaltung des Guido-Seeber-Weges auf der einen und des Hertha-Thiele-Weges auf der anderen Seite, für dessen Verlängerung zum Konrad-Wolf-Park zwei Hauseingänge eines Wohnblocks abgerissen wurden. 80 Prozent des Grünen Kreuzes sind laut Hagenau fertiggestellt Nach dem Frost werde gepflanzt, im April werde es „ vollendet“ sein. Komplettiert werden soll die Parkanlage spätestens im Sommer mit der Eröffnung des vom DRK betriebenen i-Cafés unmittelbar im Kreuzungsbereich, zu dessen Ausstattung nach Angaben von Jörg Schröder, Geschäftsführer der DRK Behindertenwerkstätten gGmbH, auch eine Ladestation für E-Bikes gehört.

Neue Regelungen für Gästeparkplätze

Straßenverkehr und Parkplätze waren bei der Debatte des Umbaus zur Gartenstadt umstritten. Laut Schenke war es das erste Mal in Potsdam, dass ein Parkraumkonzept für ein komplettes Wohngebiet in Abstimmung mit der Bürgervertretung eingeführt wurde.

Nach Angaben von Gregor Heilmann, Stabstellenleiter bei der Pro Potsdam, gibt es im Viertel fast 1050 personengebundene Stellplätze, von denen 89 Prozent vermietet, acht Prozent frei und drei Prozent durch Baumaßnahmen blockiert seien. Für die knapp 740 Wohngebietsstellplätzen, auf denen man mit Parkkarte ohne feste Platzbindung parken kann, seien 93 Prozent vergeben. Bei den 200 Parkplätzen für Gewerbetreibende seien 24 Prozent frei. Veränderungen kündigte Heilmann für den Besucherverker an.

Das Besucherparken werde auf zwei Stunden beschränkt und ergänzt durch ein Informationssystem zu Besucherparkplätzen. Auf Stellplatzmieten soll es künftig bei gemeinschaftlicher Nutzung mit Nachbarn Rabatt geben, für die Untervermietung soll eine eigene App entwickelt werden.

Zwiespältig ist die Bilanz der Bürgervertretung, die nach Angaben von Stadtplanerin Karin Juhasz bis heute für Potsdam einmalig ist. Die Bereitschaft zur Beteiligung sei zurück gegangen, kritisierte Günter Mäder, der von Anfang ab dabei war.

Zur ersten Wahl 2011 habe es 50 Kandidaten gegeben, zur zweiten Wahl 2016 nur noch acht. Mäder kritisierte auch die Ordnung im Viertel. Der Müll im käme „nicht von Außerirdischen“. Die Vertretung wünsche sich nicht nur Kritik von den Bürgern. In diesem Jahr werde wieder gewählt.

Stadtteilfest nicht mehr in der Wendeschleife

Regelungsbedarf gibt es offenbar bei der stillgelegten Straßenbahn-Wendeschleife am Ausgang Richtung Kirchsteigfeld. Im Oktober 2017 als Stadtteiltreff im Grünen eröffnet, wurde dort im vergangenen Jahr erstmals auch das Stadteilfest ausgetragen. Nach Angaben von Ursula Bock, die das Projekt bertreut, kamen im vergangenen Jahr insgesamt 3000 Besucher in den Nachbarschaftsgarten, dessen zehn Hochbeete von Anwohnern aus Drewitz und dem Kirchsteigfeld bestellt werden. Im Frühjahr soll eine mobile Fahrradwerkstatt hinzukommen.

Laut Hagenau gibt es jedoch einen „Konflikt mit dem Grünflächenamt“ wegen „nicht vereinbarer Vorstellungen“ zur Bespielung der Wendeschleife, „den wir in den nächsten Monaten abgleichen müssen“. Das betrifft auch das Stadtteilfest, das nach Mitteilung von Organisatorin Carolin Brüstel deshalb in diesem Jahr wieder auf dem Ernst-Busch-Platz stattfinden soll.

Zehn Jahre Drewitzer Dreiklang

Mit dem „Drewitzer Dreiklang“ feiert eine besondere Partnerschaft ihr zehntes Jubiläum. Beteiligt sind die Priesterweg-Grundschule, das Begegnungszentrum „Oskar“ und die Kammerakademie Potsdam.

Vor fünf Jahren starteten sie das bundesweit einmalige Projekt „Musik schafft Perspektive“. Namhaft ist die Stadtteiloper in Begleitung zur Potsdamer Winteroper, bei der Priesterweg-Schüler in großer Inszenierung gemeinsam mit den Profis der Kammerakademie musizieren.

In diesem Jahr soll es erstmals abgekoppelt von der Winteroper ein eigenes Opernprojekt zum Thema „Planeten-Weltall“ geben. Die Workshops laufen, die Premiere ist Anfang März.

Von Volker Oelschläger

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