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Potsdam Neue Nachbarn für Potsdams linke Szene
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20:47 02.09.2014
Nicht jeder ist von dem Bauprojekt begeistert. Quelle: MAZonline
Brandenburger Vorstadt

Zweiter Anlauf in der Sellostraße. Die Nummer 1 des ruhigen Abzweigs von der lärmigen Zeppelinstraße soll nach rund 15 Jahren Leerstand und einer gescheiterten Luxushotel-Planung nun für Wohnen und Gewerbe hergerichtet werden.

Die Berliner DKW-Gruppe hat das marode Eckhaus Sello- und Zeppelinstraße gekauft und will ab Sommer nächsten Jahres sechs Eigentumswohnungen und eine Gewerbeeinheit schaffen. Aufgrund der umfangreichen Denkmalschutzauflagen wird eine Bauzeit von eineinhalb Jahren angesetzt. Über das Investitionsvolumen wurde Stillschweigen bewahrt. Eine gleichfalls marode Remise hinter dem Straßenhaus wird abgerissen, weil die Bausubstanz zu schlecht war.

Exponierte Lage an einer Kreuzung mit drei spitzwinkligen Häusern: Die Sellostraße 1 hat ihre „rechte“ Hauptfassade an der Zeppelinstraße. Quelle: Rainer Schüler

In einem Neubau an derselben Stelle kommen drei Wohnungen unter. Der Charme des Straßenzuges wird nicht durch den Neubau unterbrochen – er unterliegt ebenfalls denkmalschutzrechtlichen Auflagen bezüglich der Fassade.

Die sanierte „Sello 1“ heilt eine städtebaulicheWunde. Die Planer haben die alternativen Wohnprojekte (rechtes Haus) virtuell gleich mitsaniert. Quelle: JEANNINE PARIS (Simulation)

Die Wohnungen im Haupthaus haben zwei und fünf Zimmer, sind 134 bis 149 Quadratmeter groß, die Ein-Raum-Wohnungen in der Remise messen 49 bis 68 Quadratmeter. Eines der Fünf-Zimmer-Quartiere wird auch als „Rendite-WG“ angeboten – für 350 Euro pro möbliertem Zimmer.

Hinter dem auffälligen Eckhaus Zeppelinstraße/Sellostraße (rechts) versteckt sich die neu zu bauende Remise etwas. Quelle: JEANNINE PARIS (Simulation)

Gleich nebenan residiert das alternative Wohnprojekt der Vereine Utopia und Brandenburger Lebensart in zwei äußerlich fast genauso heruntergekommenen Häusern sitzt. Hier waren im August 2001 Hausbesetzer aus der Rudolf-Breitscheid-Straße (Oberlin-Gelände) und der Clara-Zetkin-Straße untergebracht worden – sie bekamen einen Erbbaupachtvertrag über 99 Jahre. Sie hatten sich verpflichtet, die Häuser zum Wohnen herzurichten, innen wie außen zu sanieren. Äußerlich ist davon bislang aber nichts zu sehen, doch in den Werbefotos der DKW-Gruppe ist der gesamte Komplex saniert. Die Anwesenheit der Linksalternativen an dieser Stelle hat bislang rechtsextreme Aktivisten von der Brandenburger Vorstadt ferngehalten, vermuten Insider.

MAZ vom 4./ 5. August 2001 Quelle: Archiv

Bevor es damals zum Erbpachtvertrag kam, hatte der bayerischen Investor Lothar J. Schultes hier ein Fünf–Sterne-Luxushotel mit Hubschrauberlandeplatz geplant. Er wollte 115 Millionen Euro investieren und 200 Arbeitsplätze schaffen. Als er den fälligen Kaufpreis für eines der Häuser nicht überwies, schwenkte die Stadtverwaltung auf das alternative Wohnprojekt um.

Altbausanierung und „behutsamer“ Neubau als Firmenmaxime

  • Die DKW Gruppe mit Sitz in Berlin und Leipzig ist als Bauträger, Projektentwickler und Initiator tätig. Sie plant und entwickelt sowohl Neubauten als auch historische Objekte.
  • Historische Bauwerke gelten im Unternehmen als „Leuchttürme unserer Städte. Zwischen standardisierten Nachkriegsbauten ragen sie heraus und prägen das Bild unserer Nachbarschaft“, heißt in der Präsentation des Unternehmens. Man wolle historische Objekte erhalten und an die Anforderungen des 21. Jahrhunderts anpassen.
  • Ganz besonders gelte dies für Bauwerke, die als Bau- oder Kulturdenkmale in die Denkmallisten der Länder eingetragen sind. Historische Objekte würden immer im Kontext ihrer Erbauung gesehen und neu interpretiert.
  • Mit Liebe zum Detail werde an jedem Objekt gearbeitet, heißt es. Anstatt großflächig abzureißen, sichert und saniert die DKW wertvolle Bausubstanz und rekonstruiert nur dort neu, wo der Erhalt unmöglich ist.
  • Gute Architektur ist ein freundlicher Nachbar“, betont das Unternehmen: „Denn wenn sich ein Bauwerk harmonisch in seine Umgebung einfügt, wird es zum Bestandteil seiner Nachbarschaft. Statt unsere urbane Umwelt mit aufdringlichen Fremdkörpern zu verdichten, sollten wir versuchen, neue Gebäude behutsam zu integrieren.“

Von Rainer Schüler

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