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Potsdam Neue Pflegeschule auf Hermannswerder
Lokales Potsdam Neue Pflegeschule auf Hermannswerder
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21:11 13.08.2019
Susanna Karawanskij mit Frank Hohn (3.v.l., Hoffbauer-Stiftung), Steffen Grebner (2.v.r., Bergmann-Klinikum), Lutz Ausserfeld (r., Evangelisches Diakonissenhaus), und Hans-Jürgen Scharfenberg (l.). Quelle: V. Smirnova
Teltower Vorstadt

Auf der Südspitze der Insel Hermannswerder soll bis Herbst 2022 oder 2023 eine große Pflegeschule für etwa 800 Schüler entstehen – mit Anziehungskraft für das ganze Land und Berlin. „Das, was hier geplant ist, ist ein Impulsgeber für die Pflege“, erklärte Frank Hohn, Vorstandsvorsitzender der Hoffbauer-Stiftung, am Dienstag bei einem Vor-Ort-Termin mit Sozialministerin Susanna Karawanskij (Linke) am künftigen Standort des geplanten Gebäudes, das auf einer baumumstandenen Wiese in Wassernähe entstehen soll. Kostenpunkt des Großprojekts: 30 Millionen Euro. Eröffnungstermin: „Der Wunsch wäre Oktober 2022“, präzisierte Steffen Grebner, Vorsitzender der Geschäftsführung im Klinikum „Ernst von Bergmann“.

Drei große Partner

Das Vorhaben wird von drei großen Partnern gestemmt: Das Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin, das Klinikum „Ernst von Bergmann“ und die Hoffbauer-Stiftung werden dafür eine gemeinsame Pflegeausbildungsgesellschaft gründen.

Frank Hohn, Vorstandsvorsitzender Hoffbauerstiftung. Quelle: V. Smirnova

Hintergrund ist die neue generalistische Pflegeausbildung: Ab 2020 sollen alle Azubis der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege zwei Jahre lang eine gemeinsame, generalistische Ausbildung erhalten, mit der Möglichkeit, einen Vertiefungsbereich in der praktischen Ausbildung zu wählen. Wer die generalistische Ausbildung im dritten Jahr fortsetzt, erwirbt den Abschluss zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann. Azubis, die ihren Schwerpunkt in der Pflege alter Menschen oder der Versorgung von Kindern und Jugendlichen sehen, können für das dritte Ausbildungsjahr einen gesonderten Abschluss in der Altenpflege oder Kinderkrankenpflege erwerben.

Die erste Generalistik-Ausbildungsgruppe mit 25 Schülern wird im kommenden April auf Hermannswerder starten – der Unterricht wird in Hoffbauer-Räumlichkeiten abgehalten. Im Herbst 2020 soll es dann mit fünf zusätzlichen Gruppen weitergehen.

Bei dem Termin auf Hermannswerder war neben Hohn und Grebner auch der kaufmännische Vorstand des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin-Teltow-Lehnin, Lutz Ausserfeld, vor Ort. Zur Aufteilung der Finanzierung des 30-Millionen-Projektes hielt man sich noch bedeckt. Klar wurde jedoch: Man hofft auf die Hilfe des Landes – allein um den geplanten „vernünftigen Standard an Medizingeräten“ bereitstellen zu können. „Das schaffen wir nicht alleine, da brauchen wir die Unterstützung des Landes“, sagte Hohn. Dafür sollten Mittel im Landeshaushalt eingeplant werden. „Ich würde mir wünschen, dass das in den Koalitionsgesprächen eine Rolle spielt“, so Hohn, der zudem auf EU-Gelder aus Brüssel hofft.

Das künftige Baufeld auf der Inselspitze Hermannswerder. Quelle: V. Smirnova

Die ideelle Unterstützung der Stadt gibt es bereits: „Die Stadtverordneten haben einen Beschluss zu der gemeinsamen Gesellschaft gefasst und die grundsätzliche Zustimmung bekundet“, betonte Linken-Politiker Hans-Jürgen Scharfenberg, in dessen Landtagswahlkreis Hermannswerder liegt: „Das ist eine Riesenchance.“ Der konkrete Beschluss zur Gesellschaftsgründung bedarf allerdings noch der Zustimmung des Aufsichtsrates des Klinikums und der Stadtverordnetenversammlung.

Linken-Politiker Hans-Jürgen Scharfenberg. Quelle: Varvara Smirnova

Doch wie wird die neue Pflegeschule inmitten des Insel-Idylls eigentlich aussehen?

Dort, wo jetzt noch hohes Gras wogt, soll dann ein drei- bis viergeschossiges Gebäude entstehen. Der Rahmenplan für Hermannswerder bildet die „Leitplanken“ für das Bauen auf der Inselspitze. Demzufolge sind ein bis zwei Gebäude mit 7500 Quadratmetern möglich. Laut Hohn will man sich nun „schleunigst“ um Baurecht bemühen.

Mit Blick auf die 800 Schüler, die dann fast täglich nach Hermannswerder kommen werden, wirbt der Stiftungsvorstand zudem für eine Fußgänger- und Radfahrbrücke, die die Insel und Potsdam-West anstelle der Fähre verbinden soll. Und: „Wir brauchen eine Verdichtung des Bustaktes in Spitzenzeiten – aber da sind wir mit dem Vip im Gespräch“, so Hohn.

Awo-Altenpflegeschule schließt

Doch was des einen Freud, ist des anderen Leid. Während auf Hermannswerder die Pläne für die neue Pflegeschule Gestalt annehmen, plant die Arbeiterwohlfahrt, ihre Altenpflegeschule an der Röhrenstraße im Stadtteil Am Stern zum ersten Oktober zu schließen. Grund: die neue generalistische Ausbildung. Ein Umsatteln ist für die Schule, an der 75 Schüler zu Altenpflegern ausgebildet wurden, kein gangbarer Weg – schließlich müsste man dann auch Kranken- und Kinderkrankenpfleger ausbilden. Doch dafür besteht in den Awo-Einrichtungen kein Bedarf. Awo-Vorstandsvorsitzende Angela Schweers, sagte auf MAZ-Anfrage, sie sei „traurig, dass es keine Altenpflegeausbildung mehr gibt“. Schweers’ Befürchtung: Dass sich angesichts oft schlechterer Verdienstmöglichkeiten bei der Altenpflege mehr Azubis für die Kinderkranken- beziehungsweise Krankenpflege entscheiden werden.

Angela Schweers von der Awo Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger

Eine Ansicht, die Hohn so nicht teilt: „Weil wir in den tariflich gebundenen Altenpflegeeinrichtungen schon heute ein vergleichbares Gehalt wie in den Krankenpflegeeinrichtungen vorweisen können.“

Von Ildiko Röd

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