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Potsdam Neue Skulpturen für den Landtag
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07:21 11.05.2018
Hans-Joachim Kuke (r.), Vorsitzender des Stadtschlossvereins, auf dem Schirrhof der Schlösserstiftung mit dem Restaurator Roland Will. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Die Chancen auf die Rückkehr der acht Attikafiguren des Stadtschlosses von der Berliner Humboldt-Universität nach Potsdam schwinden zusehends – die Berliner wollen nun Geld in die Hand nehmen, um in die Zukunft der Potsdamer „Exilanten“ auf dem Dach des Uni-Gebäudes zu investieren. „Die Humboldt-Universität zu Berlin wird mittelfristig – in den kommenden Jahren – die Attikafiguren restaurieren“, bestätigte Sprecher Hans-Christoph Keller auf MAZ-Anfrage.

In Potsdam sieht man die Investition jedoch mit Skepsis. Beim Stadtschlossverein heißt es, man freue sich zwar, dass die Figuren nun fachlich restauriert werden sollen. Aber: „Wir fürchten, dass die Berliner Denkmalpflege versuchen wird, die Figuren zu behalten“, erklärte Vereinschef Hans-Joachim Kuke. Das Tauziehen um die überlebensgroßen Skulpturen, die bis zur Sprengung des Stadtschlosses 1959/60 zu dessen Wahrzeichen zählten, dauert seit Jahren an.

1967 waren die unzerstörten Figuren als Dauerleihgabe der Schlösserstiftung in die Hauptstadt der DDR gekommen. Nach Argumentation der Berliner Denkmalpfleger ist der Skulpturenschmuck mittlerweile zum unauflöslichen Teil des Denkmalensembles geworden – eine Rückgabe komme aus ihrer Sicht deshalb nicht infrage.

Skulpturen und Stadtschlossfragmente auf dem Schirrhof am Park Sanssouci. Quelle: Bernd Gartenschläger

In Potsdam ist die Haltung zur Heimkehr-Frage geteilt. Die Schlösserstiftung pocht nicht auf eine Rückführung. Auch das Rathaus hält sich raus. Über das Schicksal der Dauerleihgaben könnten nur die Humboldt-Universität und die Schlösserstiftung als Eigentümerin der Figuren befinden, machte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bereits 2016 deutlich. Damit wollen sich der Stadtschlossverein und die Bürgerinitiative „Mitteschön“ aber nicht abfinden. „Es ist rechtlich bedenklich, wenn Leihgaben nicht zurückgegeben werden – und unter Nachbarn politisch überaus unfreundlich“, kritisiert Kuke.

Trotz der Querelen um die Berliner Stadtschlossfiguren gibt es auch Erfolgsmeldungen bei der Komplettierung des Fassadenschmucks am Landtag. Der nächste Höhepunkt ist für den 29. Mai um 15 Uhr geplant. Eine riesige, fünf Meter hohe Adlergruppe aus Sandstein wird dann auf die Marktseite des Fortunaportals gesetzt; sie zierte einst das Bauwerk. Am 2. Juni folgen die Skulpturen der mythologischen Figuren Ariadne und Theseus. Sie kommen per Kran auf die Attika des Landtags oberhalb der Humboldtstraße.

Weibliche Sitzfigur Ariadne von Leonard Storch. Sie entstand im Jahr 1750. Sie soll wieder auf der Attika des Landtags oberhalb der Humboldtstraße aufgestellt werden. Quelle: Bernd Gartenschläger

Noch steht das Pärchen auf dem Schirrhof der Schlösserstiftung. Die Kosten der Restaurierung hat der Verein gestemmt: etwa 100 000 Euro für die Adlergruppe und rund 40 000 Euro je Figur. Insgesamt standen früher 76 Skulpturen auf dem Schlossdach; im April 2016 kehrten bereits der Herkules und eine Jünglingsfigur zurück. Die „Nebenkosten“ für die Aufstellung – Gerüst, Kran, Statik – könnten sich jetzt laut Kuke auf bis zu 14 000 Euro belaufen.

Skulpturen und Stadtschlossfragmente auf dem Schirrhof am Park Sanssouci. Quelle: Bernd Gartenschläger

Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) sprach dem Verein ihren Dank für das Engagement aus, betonte allerdings, dass der Landtag „nicht nur an die preußischen Wurzeln“ erinnere. „Es ist eine Geschichte von demokratischer Willensbildung und beispiellosem bürgerschaftlichem Engagement.“ Finanziell beteiligt sich der Landtag weder an den Restaurierungen noch an den Aufstellungskosten. Grünes Licht gibt es jedoch für den Wunsch des Stadtschlossvereins, künftig eine Spendenbox im Innenhof des Landtags aufstellen zu dürfen – inklusive einer überlebensgroßen Skulptur, die als Blickfang neben der Box dienen soll.

Wartezeit im Schirrhof

76 Figuren schmückten das Dach des friderizianischen Stadtschlosses. Weil beim rekonstruierten Landtag auf die Skulpturen zum Hof hin verzichtet wird, sind es nur noch 30 Götter und mythologische Figuren.

Das Gros der Figuren, die aus den Ruinen des gesprengten Schlosses geborgen werden konnten, steht im Schirrhof der Schlösserstiftung. Auch die Stiftung wird nun dank einer Privatspende Skulpturen restaurieren.

Von Ildiko Röd

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