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Potsdam Protest gegen weibliche Straßennamen in Potsdam
Lokales Potsdam Protest gegen weibliche Straßennamen in Potsdam
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13:31 28.09.2019
Reste der alten Kaiserstraße wurden kürzlich ausgegraben. Quelle: Bernd Gartnschläger
Innenstadt

Der Streit um die Straßennamen in den beiden neuen Wohnkarrees auf dem einstigen Areal des FH-Gebäudes weitet sich aus. Die Bürgerinitiative Mitteschön hat am Freitag angekündigt, eine Protestaktion zu starten.

Mitteschön plant Protest am 2. Oktober

„Für die Bürger, die nicht mit der Umbenennung der historischen Straßen am Alten Markt einverstanden sind“, sagte Sprecherin Barbara Kuster. Sie ruft Unterstützer auf, sich am 2. Oktober ab 18 Uhr an der Nikolaikirche zu treffen. „Dort wird Mitteschön Postkarten verteilen, die man an unseren Stadtpräsidenten schicken kann“, so Kuster. Wie berichtet, richtet sich die Empörung gegen die Neubenennung der wiedererstehenden Straßenabschnitte.

Kulturausschuss stimmte für Neubenennung

Die ehemalige Kaiserstraße soll nach der SPD-Stadtverordneten Anna Flügge benannt werden, die Schlossstraße nach Anna Zielenziger – Leiterin des jüdischen Frauenvereins in Potsdam, die 1943 von den Nazis ermordet wurde – und die Schwertfegerstraße nach Erika Wolf, langjährige Ehrenvorsitzende der Brandenburger CDU. Fast einstimmig stimmte der Kulturausschuss am Donnerstag für die Frauennamen. Endgültig entscheidet die Stadtverordnetenversammlung im November.

Kuster übt Kritik: „Politisch motivierte Straßennamen gehören nicht in einen Stadtkern, denn sie unterliegen den wechselnden Zeiten.“ Man habe nichts gegen die Ehrung von verdienten Frauen der Stadt – „aber nicht an dieser Stelle“.

Wieland Niekisch (CDU) hält neue Namen für „unnötig“

Deutliche Worte kamen am Freitag aus dem CDU-Stadtbezirksverband Potsdam-West: Die „im Hau-Ruck-Verfahren“ vorgesehene Umbenennung zentraler innerstädtischer Straßenabschnitte sei „unnötig“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Wieland Niekisch. „Traditionsreiche Namen sind nicht nur ein unverwechselbarer Teil des Stadtgedächtnisses von Potsdam, sondern auch Orientierungspunkte und Werbeträger für Adressen und Geschäfte gerade in der Innenstadt.“

Sascha Krämer (Linke) befürwortet Namenspläne

Doch auch Fürsprecher der Pläne meldeten sich zu Wort. Linken-Stadtverordneter Sascha Krämer erklärte, man wolle engagierte Frauen in den gesellschaftlichen, politischen und städtischen Fokus rücken. „Es entsteht etwas Neues in der Mitte und dies können wir mit den neuen Namen unterstreichen“, so Krämer: „Wir benennen nichts um, sondern geben einst verschwundenen Straßen neue Namen.“

Von Ildiko Röd

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