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Potsdam Neue Zwei-Euro-Münze zeigt Schloss Sanssouci
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12:20 05.02.2020
Schloss Sanssouci ist seit Montag auf einer neuen Zwei-Euro-Münze im Umlauf. Quelle: Peter Degener
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Potsdam

Schloss Sanssouci ist einmalig – doch ab sofort kann jeder Europäer das Potsdamer Unikat in der Tasche bei sich tragen. Am Montag begann die Ausgabe der neuen Zwei-Euro-Münze der Bundesregierung. In einer Auflage von 30 Millionen Stück wird die Münze geprägt.

Münzenserie für alle deutschen Bundesländer

Sie gehört zur Bundesländer-Serie, die 2006 mit dem Lübecker Holstentor in Schleswig-Holstein begonnen wurde und noch bis 2022 läuft. Die Sommerresidenz Friedrichs II. samt Weinberg und den Figuren von Venus und Merkur repräsentiert das Land Brandenburg – so wie Schloss Charlottenburg schon für Berlin und der Dresdner Zwinger für Sachsen Pate gestanden haben.

Das Schloss Sanssouci ist ein beliebtes Fotomotiv und findet sich nun auch als Motiv für besondere Euromünzen wieder. Quelle: BVA/Jordi Truxa/Hans-Joachim Wuthenow

In der Geschäftsstelle der Mittelbrandenburgischen Sparkasse am Platz der Einheit waren am Montagmorgen ganze zwei Röllchen mit insgesamt 50 Münzen angeliefert worden. „Auf Wunsch können Kunden eine Münze haben – solange der Vorrat reicht“, sagt eine Mitarbeiterin. Die Sanssouci-Münze kommt in diesen Tagen deutschlandweit unters Volk, eine besondere Lieferung nach Potsdam habe es nicht gegeben.

„Brauchbar. Was soll man auf so eine kleine Münze auch drauf machen?“

Beim Münz- und Briefmarkenhändler Wolfgang Hadersbeck, der seit 45 Jahren im Geschäft ist, kommen am Montagmittag schon erste Interessenten vorbei, doch er muss noch passen.

Er wird sich einen Satz aus der Staatlichen Münze Berlin schicken lassen. Mit einer kleinen Plastikhülle versehen, verkauft er die Neuerscheinung dann für drei Euro. Als der Fachmann selbst einen ersten Blick auf das Zwei-Euro-Stück wirft, sagt er erst: „Brauchbar. Was soll man auf so eine kleine Münze auch drauf machen? Aber für den täglichen Gebrauch ist es gut.“

Der Numismatiker Wolfgang Hadersbeck hat ein Münz- und Briefmarkengeschäft in der Jägerstraße in Potsdam. Quelle: Peter Degener

Tatsächlich war es keine leichte Aufgabe für den Designer Jordi Truxa, das Potsdamer Wahrzeichen auf einer nur 18 Millimeter breiten Scheibe zu gestalten. Die Initialen JT sind auf dem Stück ebenso zu finden, wie das „D“ für Deutschland und den Buchstaben der fünf aktiven deutschen Prägestätten. Ein „A“ steht für die Staatliche Münze Berlin.

>>>Dieser Designer hat den Sanssouci-Euro gestaltet

Beim zweiten Blick durch die Lupe äußert Hadersbeck erste Kritik. „Es sieht ein bisschen aus, als hätte der Verhüllungskünstler Christo einen Vorhang über das Schloss und den Weinberg geworfen. Eine ähnliche Münze aus der DDR mit Schloss Sanssouci ist viel feiner gearbeitet“, sagt der Numismatiker. Tatsächlich ist es nicht die erste Münze mit Schloss Sanssouci oder anderen Potsdamer Motiven.

Das Neue Palais war 1986 anlässlich des 200. Todestags Friedrichs II. ein Motiv auf einer 5-Mark-Münze der DDR. Quelle: Peter Degener

1986, zum 200. Todestag Friedrichs II., wurden gleich zwei Fünf-Mark-Sondermünzen herausgegeben, die ebenfalls das Schloss samt Weinberg, sowie das Neue Palais am anderen Ende des Parks zeigen. „Das waren aber keine Kursmünzen, die regulär im Umlauf waren. So eine Münze haben die Leute gleich weggelegt, wenn sie zufällig ins Portemonnaie gelangt war“, sagt der Numismatiker.

Beide Motive wurden in einer Nickellegierung jeweils knapp 300 000 Mal geprägt und kosten heute rund 12 bis 15 Euro. Die nur 500 Mal hergestellte Silbervariante ist dagegen ein Vielfaches wert.

Ebenfalls 1986 wurde Schloss Sanssouci ein erstes Mal auf einer Münze mit hoher Prägezahl verewigt. Knapp 300.000 Mal wurde das 5-Mark-Stück hergestellt. Quelle: Peter Degener

Zum 1000. Stadtgeburtstag gab es eine 10-DM-Sondermünze

Auch in der Bundesrepublik gab es einmal eine Potsdam-Münze. Zum 1000. Stadtgeburtstag 1993 wurde eine mit etwa 32 Millimetern Durchmesser besonders große Sonderprägung in einer Silberlegierung im Wert von zehn Deutschen Mark rund acht Millionen Mal geprägt.

Auch darauf ist Schloss Sanssouci zu finden. Außerdem die Nikolaikirche, der Einsteinturm, ein Teil des Stadtschlossgrundrisses und der Schriftzug „Potztupimi“ aus der Urkunde der Ersterwähnung Potsdams von 993. Auf dem Rand steht das berühmte Zitat „Das ganze Eiland muss ein Paradies werden“, das am Ursprung der Potsdamer Kulturlandschaft im 17. Jahrhundert steht.

„Die Einzelmotive sind schön, aber zusammen ist das ein ganz schöner Mischmasch. Da ist zuviel drauf“, sagt Hadersbeck. Neun Euro ist die Sonderprägung heutzutage wert.

Acht Millionen Mal wurde diese 10-DM-Sondermünze 1993 geprägt. Quelle: Peter Degener

Das bei weitem häufigste Münzmotiv aus Potsdam: die Garnisonkirche

Bei weitem die größte Verbreitung hatte eine Potsdam-Münze aus der Zeit des Nationalsozialismus. Im gesamten Dritten Reich war die Garnisonkirche im Geldbeutel der Menschen zu finden. „Die Münzen mit der Garnisonkirche waren ein wichtiges Zahlungsmittel vor dem Zweiten Weltkrieg, sie wurden Abermillionen Mal geprägt“, sagt Hadersbeck.

Genau 79,44 Millionen Mal, wenn man den gängigen Münzkatalogen vertraut. Drei verschiedene Versionen sind im Umlauf. Am weitesten verbreitet war ein Fünf-Reichsmark-Stück mit der Frontalansicht der Kirche. Auf dem dünnen Rand stand der Spruch „Gemeinnutz geht vor Eigennutz.“

Fast 70 Millionen Mal wurde diese Münze in den Jahren 1934 und 1935 geprägt. Davon unterscheiden sich eine Sondermünze und ein Zwei-Reichsmark-Stück in einem wichtigen Detail: 21. März 1933 steht dort zu beiden Seiten des Garnisonkirchturms. Auch zwei Hakenkreuze gehören zum Schriftzug.

Mit dem Datum des 21. März 1933 wurden jeweils rund 5 Millionen Münzen über 5 und 2 Reichsmark geprägt. Ohne Datum und Hakenkreuze und nur mit der Front der Garnisonkirche wurde die Münze fast 70 Millionen Mal geprägt. Quelle: Peter Degener

Eine Erinnerung an den „Tag von Potsdam“, reichsweit im Geldbeutel

„Diese Münze erinnerte jeden an den Tag von Potsdam, als Adolf Hitler und Paul von Hindenburg dort den Reichstag eröffneten“, sagt Hadersbeck. Ein Exemplar, das nicht vor Kratzern geschützt wurde, sondern im Umlauf war und die Spuren der Zeit zeigt, ist heute rund 19 Euro wert.

Eine Münze mit Potsdam-Motiv wurde nur zehn Mal geprägt

Nur eine Potsdam-Münze hat der 76-Jährige in seiner Karriere noch nie zu Gesicht bekommen. Es handelt sich um eine Rarität, die 1986 zusammen mit den zwei Friedrich-Motiven in der DDR entstanden ist. Sein Katalog gibt einen Hinweis auf eine Münze, die „mit geänderter Zeichnung der Rückseite“ in der Kleinstauflage von zehn Stück geprägt worden ist. Das Motiv: der Einsteinturm.

„Die habe ich noch nie gesehen. Dass muss eine Extraanfertigung gewesen sein, vielleicht für einen Staatssekretär im Außenhandelsministerium der DDR. Als eine Art Rentenversicherung“, spekuliert Hadersbeck. „Wenn damit jemand zu mir käme, würde ich ihn vermutlich wegschicken. Ich hätte Angst, sie wäre falsch. So eine Münze wäre etwas für eine Auktion.“

Von Peter Degener

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