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Potsdam Heidehaus öffnet im April 2020 seine Türen
Lokales Potsdam Heidehaus öffnet im April 2020 seine Türen
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18:31 15.08.2019
Katharina Tietz (r., stv. Vorsitzende) und Julia Schultheiss (Schatzmeisterin) beim Richtfest vom Heidehaus an der Heidesiedlung. Quelle: B. Gartenschläger
Babelsberg

Vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan: Das Heidehaus an der Großbeerenstraße ist auf dem besten Wege, sich dazu zu entwickeln. Am Donnerstag wurde Richtfest gefeiert. Mit dabei: Infrastruktur-Staatssekretärin Ines Jesse (SPD), Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos), Stadtpräsident Pete Heuer (SPD) sowie Bert Nicke und Jörn-Michael Westphal, Geschäftsführer der kommunalen Pro Potsdam, in deren Auftrag das Gebäude saniert wird. Die Nutzung ist klar: Hier soll ein Nachbarschafts- und Begegnungshaus für Babelsberg entstehen. Die unmittelbar benachbarte Heidesiedlung ist – mit Blick auf sozialverträgliche Mieten – ebenfalls von der Pro Potsdam saniert worden.

Über die Jahre ist ein Nachbarschaftsnetz im Kiez gewachsen – nun soll es mit dem Heidehaus auch ein festes Domizil für die Pflege dieser Beziehungen geben. Träger ist der Verein Interlog. Baustart am Haus war im Januar, bis Anfang 2020 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Ab April 2020 könnte der Kiez-Treff dann seine Türen öffnen. „Das Konzept ist offen – wir wünschen uns Lebendigkeit“, sagten Julia Schultheiss und Katharina Tietz vom Verein. Besonders im Fokus: die Themen Integration und Inklusion. Im Erdgeschoss des Hauses wird es zwei öffentlich nutzbare Räume geben; die obere Etage ist Vereinsbüros vorbehalten. Rund 650 000 Euro kostet die Sanierung des Denkmals – davon stammen rund 570 000 Euro Fördermittel aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz.

Richtfest des Heidehauses an der Heidesiedlung in der Babelsberger Großbeerenstraße. Quelle: Bernd Gartenschläger

Dass es sich um kein gewöhnliches Richtfest für sein Unternehmen handelt, machte Nicke in seiner Rede deutlich. Sonst haben die Pro-Potsdam-Chefs bei solchen Anlässen traditionell ein Maßband dabei, um damit den Aufwuchs an neuen Wohnungen anschaulich zu machen. „Hier werden wir aber keine Wohnungen fertigstellen. Das Heidehaus ist ein ganz besonderes Bauprojekt in unserem Portfolio“, sagte Nicke. Damit spielte er auf die Geschichtsträchtigkeit des Ortes an. Die Geschichte des kleinen Hauses reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als es im Stil eines Weberhauses errichtet wurde. Es gehört zu den ältesten Gebäuden in der Umgebung – und bis 1890 blieb es auch das einzige in der Gegend. Nichtsdestoweniger war das Häuschen ein beliebter Anlaufpunkt. Kein Wunder: Schließlich befand sich hier ein Gasthaus, das bei Fuhrleuten beliebt war, die in Richtung Teltow oder nach Leipzig fuhren.

So sieht das Heidehaus jetzt aus. Quelle: Bernd Gartenschläger

Ansonsten liegt die frühe Geschichte ein bisschen im Dunklen. Es habe sich anfangs wohl um ein Müllerhaus gehandelt – das schrieb die Zeitung „Nachrichten aus Nowawes“ im Jahr 1961. Auch den Standort der Windmühle vermochte das Blatt ausfindig zu machen: am heutigen Heideweg. Aber es gab auch traurige Kapitel: Laut Zeitzeugenberichten befand sich hier 1941/42 eine Sammelstelle für jüdische Mitbürger. „Mit großer Wahrscheinlichkeit sind sie von hier aus in Lager gebracht worden“, sagte Nicke. Der historischen Bedeutung sei man sich bewusst gewesen – umso größer also die Notwendigkeit, eine passende Nutzung für das Heidehaus zu finden.

Das Heidehaus ist quasi das I-Tüpfelchen auf dem Sanierungsprojekt Heidesiedlung, das ab Ende 2012 im Rahmen eines Beteiligungsverfahrens mit Mietern und Politik erarbeitet wurde. „Da sieht man, dass bei diesem Beteiligungsverfahren am Schluss auch viel Gutes herausgekommen ist, weil man sich gemeinsam auf den Weg gemacht und intensiv nach Lösungen gesucht hat“, sagte Pro-Potsdam-Chef Westphal.

Von Ildiko Röd

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