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Potsdam Neues Entrée für Babelsberg
Lokales Potsdam Neues Entrée für Babelsberg
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02:20 09.04.2018
Das Planungsgebiet an der Glasmeisterstraße liegt in Babelsberg nördlich des Bahndamms. Quelle: Lutz Hannemann
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Babelsberg

Die Schmuddelecke zwischen der Glasmeisterstraße und der Bahnlinie soll sich ab 2020 zu einer baulichen Visitenkarte am Kiez-Entrée nach Babelsberg wandeln – höchstwahrscheinlich inklusive einer weiterführenden Schule, einer Kita und einem Mix aus Gewerbe und Wohnen. Die Pläne für die Verwandlung zum Vorzeigequartier hat Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) am Donnerstagabend bei einer Diskussionsrunde der Babelsberger SPD mit deren Vorsitzendem David Kolesnyk und Bauausschussmitglied Babette Reimers skizziert. „Ich sehe eine große Chance für Babelsberg“, erklärte Rubelt. Derzeit läuft bereits eine so- genannte Vorbereitende Untersuchung für das 3,5 Hektar große Areal.

Entwicklungsmaßnahme wie im Bornstedter Feld oder Krampnitz?

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Geprüft wird dabei auch, ob die Eigentümer des Geländes zur Mitwirkung an den städtischen Plänen bereit sind. Auch gehe es darum, den Bodenpreis einzufrieren, um möglichen Spekulationen vorzubeugen, sagte Rubelt. Dazu könnte das Viertel an der Glasmeisterstraße zu einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme gemacht werden, ähnlich dem Bornstedter Feld oder Krampnitz.

Bernd Rubelt Baudezernent in Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger

Voraussetzung für die Entwicklung des Gebiets sind nicht zuletzt die Eigentumsverhältnisse bei den Grundstücken – und hier zeichnen sich neue Konstellationen ab. Bislang gab es zwei Dominanten auf dem Areal: Zum einen das Fahrgastunternehmen Regiobus, das hier einen Betriebshof mit Busstellflächen unterhielt; zum anderen das Gelände der alten Gasanstalt des Energieunternehmens Eon.Edis. Der mittelmärkische Verkehrsbetrieb Regiobus will das Gelände nun aufgeben, was wiederum Perspektiven für die Stadt Potsdam eröffnet. Ab 2020 könnte man die Fläche kaufen. „Wir werden Verhandlungen mit dem Landkreis aufnehmen“, kündigte Rubelt an. Angesichts der Schulknappheit – derzeit fehlen stadtweit fünf weiterführende Schulen – würde sich der Standort für eine weiterführende Schule mit Schulsportflächen anbieten. Ungefähr die Hälfte der Regiobusfläche soll dafür vorgehalten werden.

Oberlinhaus hat Interesse an Grundstück der alten Gasanstalt

Das zweite große Grundstück, auf dem derzeit noch die Gasanstalt steht, befindet sich im Eigentum von Eon.Edis. Hier hat bereits das Oberlinhaus Interesse an einem Kauf signalisiert. „Ja, es gibt Gespräche mit Verkäufer und Stadt“, bestätigte dessen Sprecherin Andrea Benke am Freitag auf MAZ-Anfrage. Die diakonische Einrichtung könnte sich hier ein Mischgebiet mit einer sozialen Einrichtung – auch mit einer zusätzlichen Kita – und mit Wohnen für Menschen mit und ohne Behinderung vorstellen.

Derzeit ist der Standort jedoch noch mit dem „Erbe“ der ehemaligen Gasanstalt stark schadstoffbelastet. Fördergelder von Bund und Land fließen laut Rubelt aber nur unter der Voraussetzung, dass nach der Altlastenberäumung auf der Fläche viele Arbeitsplätze entstehen. Heißt: Dass auf der Fläche „ein hoher Anteil an Gewerbe“ angesiedelt wird. Somit wird wohl kein klassischer Wohnkiez entstehen, erklärte Rubelt auf Nachfragen aus dem Publikum.

Auch für das dringend benötigte Studentenwohnen sieht der Dezernent im Glasmeisterviertel wenig Chancen, unter anderem weil dem Studentenwerk momentan noch wegen der ungünstigen Förderkonditionen die finanziellen Möglichkeiten fehlen.

Zum Aussehen des neuen Glasmeister-Kiezes erklärte der Baubeigeordnete, dass eine Bebauung mit bis zu vier Geschossen „realistisch und städtebaulich vertretbar“ sei. Im Zuge der Flächenentwicklung könnte zudem ein Städtebau- und Architekturwettbewerb durchgeführt werden.

Babette Reimers, die für die SPD im Bauausschuss sitzt und seit Langem für eine Entwicklung des Areals geworben hat, lobte das Gezeigte: „Es geht um den Eingang nach Babelsberg. Auf der einen Seite das Oberlinhaus, auf der anderen Seite Kraut und Rüben – da freue ich mich, dass das nicht so bleibt.“

Von Ildiko Röd

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