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Potsdam Tierschützer kritisieren Bürokratie
Lokales Potsdam Tierschützer kritisieren Bürokratie
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10:01 17.10.2019
Das Haus 5 ist fast fertig gestellt. Quelle: Friedrich Bungert
Forst Potsdam

Der Tierschutzverein kritisiert die Stadtverwaltung. Zum Richtfest für das erste von insgesamt fünf Gebäuden für das neue Tierheim an der Michendorfer Chaussee im Dezember 2018 hatte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) die Freigabe von rund 280.000 Euro bekannt gegeben, die im Rathaus bereit liegen.

Es geht um 130.000 Euro an Spendengeldern und weitere 150.000 Euro, der von den Stadtverordneten als Anschubfinanzierung bereit gestellt worden sind. Doch bis heute ist das Geld nicht angekommen.

Blick in den Flur des Hauses 5. Die Decke wird noch abgehängt. Quelle: Friedrich Bungert

Stattdessen Vorwürfe seitens der Verwaltung: „Beides“ könne „nicht an den Verein ausgezahlt werden, weil kein bescheidungsfähiger Antrag vorliegt“, sagte Ordnungsdezernentin Brigitte Meier (SPD) im Hauptausschuss. Einreichfristen seien „ungenutzt verstrichen“.

Der Verein weist das zurück. „Wir haben bereits einige 100.000 Euro investiert“, sagt der Vorsitzende Günter Hein auf MAZ-Anfrage: „Da wäre es für uns hilfreich gewesen, wenn wir die Anschubfinanzierung gehabt hätten.“

Er kritisiert im Gegenzug: „Dass es bisher nicht geklappt hat liegt daran, dass es wirklich zu hohe bürokratische Hürden sind.“ Die Stadt sei „noch weit entfernt davon, sich als Dienstleister zu sehen, sowohl für die Bürger, als auch für Vereine, wie wir es sind“.

Die Altbausanierung berge immer wieder Überraschungen, die zusätzliche Kosten erzeugten, ohne dass sich das eins zu eins in Förderanträgen fixieren lasse.

Die Funktionsräume sind mittlerweile gefliest. Quelle: Friedrich Bungert

Wie berichtet, musste das 600 Quadratmeter große Haus 5 links neben dem Haupteingang komplett entkernt und bis aufs Mauerwerk abgetragen werden.

Mittlerweile ist der Innenausbau fast erledigt, im Außenbereich sind bereits die Grundrisse der Hundezwinger erkennbar. Zu den letzten Handicaps des Altbaus mit seinen 30 Räumen zählen Wanddurchbrüche, die für normgerechte Türen zu schmal sind. Die nötigen Änderungen seien mit einem „hohen fünfstelligen Betrag“ verbunden.

Der Verein habe schon mehrfach Anträge gestellt. Zum letzten vom Juni, der unter anderem gut 70.000 Euro für die Ausstattung der Tierarzträume enthielt, habe die Stadt empfohlen, ihn „zurück zu ziehen, weil es ihnen zu kleinteilig war. Man könne es nicht überprüfen. Also es ist nicht so, dass wir keine Anträge stellen“.

Die Stadt habe Hinweise zu Änderungen gegeben, „und daran arbeiten wir gerade“. Da alle ehrenamtlich damit befasst seien, sei das „nicht von heute auf morgen zu machen“.

Der Vereinsvorsitzende Günter Hein. Quelle: Friedrich Bungert

Von Einreichfristen, die der Verein verstreichen lassen habe, sei ihm nichts bekannt, sagt Hein. „Aber wenn es so etwas gäbe, hätten wir das gern auch mal schriftlich.“

Eine in der vergangenen Woche bei der Stadt gestellte Anfrage der MAZ zur Kritik des Tierschutzvereins blieb trotz Nachfrage bis Mittwoch unbeantwortet.

Einen Eröffnungstermin für das erste Haus, das kurz vor der Fertigstellung ist, wolle er nicht mehr nennen, sagt der Vorsitzende: „Zum Richtfest war ich noch sehr viel optimistischer, weil ich davon ausgegangen bin, dass alle Gewerke durchgängig und zügig arbeiten.“

Problem sei jedoch, dass alle Firmen parallel laufende Baustellen hätten. Mal seien sie da, mal aber auch wieder nicht. „Wenn sie da sind, arbeiten sie auch gut. Aber ich nenne keinen Termin mehr.“

Von Volker Oelschläger

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