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Potsdam Platzen die Pläne für Krampnitz?
Lokales Potsdam Platzen die Pläne für Krampnitz?
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10:58 07.08.2019
Im Quartier Krampnitz sollen perspektivisch 10 000 Einwohner leben. Zu den Altbauten, die saniert werden, kommen noch Neubauviertel. Quelle:  
Krampnitz

Das neue Quartier Krampnitz im Potsdamer Norden ist offenbar noch nicht in trockenen Tüchern – tatsächlich muss noch eine entscheidende Hürde genommen werden: die Vorlage eines tragfähigen Verkehrskonzepts.

Die Landeshauptstadt hat dem Landesplanungsamt für die Länder Berlin-Brandenburg derzeit noch kein solches Verkehrskonzept für Krampnitz vorgelegt. Erst sobald das passiert ist, heißt es für das neue Quartier nach der Prüfung durch das Amt: Top oder Flop.

Denn: An diesem Konzept hängt es, ob die Behörde überhaupt die Zustimmung zur Planung auf dem ehemaligen Militär-Areal gibt – oder auch nicht. „Wenn das Verkehrskonzept nicht überzeugt, gibt es keine landesplanerische Zustimmung zur Bauleitplanung“, erklärt der Leiter der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg, Jan Drews, auf MAZ-Anfrage: „Die Entsprechung mit den Zielen der Landesplanung ist Voraussetzung für die Inkraftsetzung der Bebauungspläne und damit der Schaffung des Baurechts.“

Vonseiten der Stadt heißt es dazu: Man stimme sich mit der gemeinsamen Landesplanung und den entsprechenden Abteilungen der Ministerien ab. Dieser Prozess stehe „kurz vor dem Abschluss“. Gegenwärtig ist das neue Quartier im Norden mit einer Einwohnerzahl von etwa 10 000 Menschen geplant – ein deutlicher Sprung nach oben im Vergleich zur ursprünglichen Planung mit 3800 Neu-Krampnitzern.

All das vor dem Hintergrund, dass es sich bei Krampnitz ohnehin – laut Drews – um ein „raumordnerisch schwieriges Gebiet“ handelt. Sprich: Es ist verkehrlich schwer erschließbar. Um das Großprojekt auf den Weg zu bringen, war dann auch ein sogenanntes Abweichungsverfahren von den Zielen der Raumordnung notwendig. Die Ausnahme wurde lediglich im Hinblick auf den großen Bevölkerungsdruck in Potsdam gewährt.

2013 gab es dann den Bescheid über die Zulässigkeit zur Abweichung von den Zielen der Raumordnung – allerdings unter einer Maßgabe: „Dass ein tragfähiges Verkehrskonzept vorgelegt wird, das das Verkehrsproblem dort löst“, so Drews. Achillesferse des Bauprojekts: die Nadelöhr-Situation auf der B2, die bereits jetzt in Stoßzeiten staugeplagt ist.

Gebäude im ehemaligen Kasernengelände Krampnitz. Quelle: Friedrich Bungert

Die Aussicht auf Linderung hat sich in den letzten Monaten verschlechtert: Wie berichtet, wurde im Frühjahr bekannt, dass sich die Fertigstellung der Straßenbahn nach Krampnitz – ursprünglich bis Ende 2025 geplant – bis frühestens 2028 verzögern wird, weil viele Fragen noch offen sind. Auch Fördermittel bei Bund und Land können erst beantragt werden, wenn es konkrete Pläne und Kostenschätzungen gibt.

Krampnitz: Bald soll hier ein lebendiger Stadtteil entstehen, doch momentan gemahnt das Ex-Kasernengelände an eine Geisterstadt. Quelle: Friedrich Bungert

Als Reaktion auf die Tram-Hiobsbotschaft kündigte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) zwar an, die Gesamtentwicklung von Krampnitz verlangsamen zu wollen – an der geplanten Größe von 10 000 Einwohnern werde aber festgehalten.

Wie berichtet, hält Bert Nicke, Chef des Entwicklungsträgers Potsdam, die Anbindung des Viertels bis zu einer Größe von 5500 Einwohnern auch mit Bussen für möglich. Erst danach werde die Tram zwingend.

Bewohner sollen auch ohne Auto klarkommen

Nicke bezieht sich dabei auf das speziell für das neue Viertel entwickelte Mobilitätskonzept, nach dem die Bewohner des neuen Vororts auch ohne eigenes Auto klarkommen sollen.

Unter den Bewohnern der Nordregion stößt das Großbauprojekt jedoch auch auf Kritik. Erst kürzlich hatte die Neu Fahrländer Ortsvorsteherin und Bürgerbündnis-Stadtverordnete Carmen Klockow gefordert, bei der Entwicklung von Krampnitz die Reißleine zu ziehen – ansonsten drohe der Region das Verkehrschaos. Deshalb solle der Projektstart auf Eis gelegt werden: „Änderungen der Flächennutzungspläne für Krampnitz und sämtliche Bebauungspläne für das Krampnitzareal sollen solange zurückgestellt werden, bis ein tragfähiges Verkehrskonzept für die Region erstellt wurde“, so Klockow.

Die B2 durch Krampnitz bei Potsdam ist eine der meist befahrenen Bundesstraßen. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Stadt verweist hingegen auf das Baugesetzbuch, nach dem die Zügigkeit einer Entwicklungsmaßnahme zu gewährleisten sei. „Ein genereller Planungsstopp wäre daher nicht zulässig“, erklärt Stadtsprecherin Christine Homann.

Hier lesen Sie weiter:

>>> 2019 rollen in Krampnitz die Bagger

>>> Stadt tritt beim Krampnitz-Ausbau auf die Bremse

Von Ildiko Röd

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