Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Neustart für den „Seekrug“
Lokales Potsdam Neustart für den „Seekrug“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:04 18.08.2019
Der „Seekrug“ befindet sich am Ufer des Templiner Sees direkt neben dem Sportpark Luftschiffhafen. Seit 2013 gibt es keinen gastronomischen Pächter mehr. Quelle: Peter Degener
Potsdam West

Der Seekrug am Templiner See ist nur noch Anlaufpunkt für Wassersportler, seit 2013 der letzte gastronomische Pächter aufgegeben hat. Die Stadt Potsdam will als Eigentümer nun den Neustart für das Areal. Am Freitag tagten dazu die Spitzen der Verwaltung und der Luftschiffhafen Potsdam GmbH, einer Tochter der städtischen Pro Potsdam, im Fachwerkhaus am Wasser.

„Die Frage der Nutzung ist offen und wird in den nächsten drei Monaten vertieft geprüft“, erklärte ein Stadtsprecher am Freitag auf Anfrage. Die Entscheidung soll Anfang 2020 getroffen werden. Ob der Rudersport am Standort erhalten bleibt, ist offen.

Der Giebel des Seekrugs an der Pirschheide. Quelle: Peter Degener

Rudergesellschaft fürchtet Verkauf – das schließt die Stadt aber aus

„Potsdamer Ruder-Gesellschaft e.V.“ steht am Giebel des 1937 errichteten Denkmals. Deren Vorsitzender ist Harald Wujanz. Ihm schwant Böses bei dem Termin, denn weder er noch andere Nutzer waren eingeladen. Das Haus und die Bootshallen dienen auch dem Ruderclub Potsdam und ist seit Jahresbeginn der Bundesstützpunkt für die Deutschen Ruderinnen mit Olympia-Ambitionen, die im Obergeschoss eine handvoll Quartiere haben.

Das Haus liegt direkt am Wasser des Templiner Sees. Quelle: Peter Degener

„Die Politik will hier nicht investieren, sondern verkaufen und das Leistungszentrum im Luftschiffhafen ansiedeln. Der übrige Rudersport interessiert die nicht“, klagt Wujanz. Dem widerspricht der Oberbürgermeister. „Ein Verkauf des Seekrugs steht nicht zur Debatte“, sagte Mike Schubert (SPD) am Freitag. Erbbaupachtverträge für einen Investor seien allerdings im Bereich des Möglichen, ergänzte ein Stadtsprecher.

Sanierung des Denkmals würde vier Millionen Euro kosten

Egal ob schließlich die Stadt oder ein Investor das Grundstück anpackt, laut Andreas Klemund, Geschäftsführer der Luftschiffhafen Potsdam GmbH, wären mindestens vier Millionen Euro nötig, um allein das Denkmal auf Vordermann zu bringen. Seit der Einrichtung als Bundesstützpunkt wurden einige Schönheitsmaßnahmen umgesetzt. Ein moderner Leistungsstützpunkt, an dem für olympische Wettbewerbe trainiert wird, sieht allerdings anders aus.

Konferenz mit allen Nutzern des Seekrugs spätestens im Januar

Ob der Rudersport am Seekrug eine Zukunft hat oder sich die Befürchtung von Harald Wujanz erfüllt, soll auf einer Nutzerkonferenz geklärt werden, die noch im Dezember oder spätestens im Januar stattfinden soll. Dann werden Bedarfe der Breiten- und Spitzensportler geklärt und die Ergebnisse der internen Prüfung diskutiert.

Insgesamt vier Bootshäuser liegen hinter dem Fachwerkbau. Sie werden von verschiedenen Vereinen und dem Leistungsstützpunkt genutzt. Quelle: Peter Degener

Fünf Varianten werden geprüft – auch welche ohne Sportnutzung

Mike Schubert verspricht heute schon eine öffentliche Nutzung für das Areal und hofft auch auf einen neuen Gastronomen. Fünf Varianten werden von der Verwaltung für das Areal nun geprüft. In der Minimalvariante würde sich an der Nutzung des Seekrugs nichts ändern, sondern nur das Haus saniert werden.

In der größten Variante würde nicht nur saniert werden, sondern zusätzlich ein neues Ruderzentrum im Sportpark Luftschiffhafen entstehen, das dann dem Spitzensport vorbehalten wäre. Dazwischen liegt die Variante, die Ruder-Nutzung aufzugeben und diesen Sport vollständig im Sportpark anzusiedeln.

Der alte Gastraum mit seinen verzierten Holzbalken Quelle: Peter Degener

Schubert will wassersportliche Nutzung

Dann würden auch völlig andere Nutzungen für das Gelände am Wasser infrage kommen – etwa als Standort für eine von der Stadtpolitik geforderte öffentliche Badestelle in Potsdam West. Der Oberbürgermeister betonte, dass das Wassergrundstück nicht isoliert von der langfristigen Entwicklung rund um den Bahnhof Pirschheide betrachtet werden könne, das mit Wohnungen und Gewerbeflächen wiederbelebt werden soll.

Für das Seekrug-Grundstück stünden für ihn „eine wassersportliche Nutzung und der Behördenstandort des Landes mit der Wasserschutzpolizei im Mittelpunkt der Überlegungen.“

>>>Seekrug soll wieder öffnen

>>>Suche nach Pächter für den Seekrug

>>>Pirschheide wird entwickelt – nur kleiner als gedacht

Von Peter Degener

Den Besuchern der Potsdamer Schlössernacht wurde auch am Samstag wieder einiges geboten. Besonderes Highlight war die erste Potsdamer Weinnacht auf dem Königlichen Weinberg.

17.08.2019

In ihrer Mietwohnung in Potsdam hatte Gabriele Krüger schon drei Wasserschäden in diesem Jahr. Die zuständige Wohnungsgesellschaft taucht erstmal ab. Erst als die MAZ sich einschaltet, geht es ganz schnell mit dem Ausweichquartier.

18.08.2019

Weil sie seit über zehn Jahren nicht mehr nach einem Tarifvertrag entlohnt werden, sind Angestellte in der Potsdamer Innenstadt auf die Straße gegangen. Sie fordern eine bessere Bezahlung.

17.08.2019