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Potsdam Nichte belastet Potsdamer Ex-Politiker
Lokales Potsdam Nichte belastet Potsdamer Ex-Politiker
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10:53 05.01.2017
Der Prozess läuft vor dem Landgericht. Quelle: Julian Stähle
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Potsdam

Im dem seit September 2016 laufenden Missbrauchsverfahren gegen einen früheren Potsdamer CDU-Politiker wird wohl erst im März ein Urteil fallen. Das Landgericht Potsdam hat zusätzliche Termine bis 29. März angesetzt, um Zeugen zu hören. Am Mittwoch sagten zwei weitere Nichten des 57-Jährigen aus, dem vorgeworfen wird, seine 1988 geborene Nichte in den Jahren 1991 bis 2002 mehrfach vergewaltigt zu haben. Der Ex-Manager, der früher im Vorstand des Potsdamer CDU-Verbands war, bestreitet die Vorwürfe. Eine Cousine des mutmaßlichen Opfers wurde gestern im Zeugenstand gehört. Gravierende Übergriffe seitens des Onkels habe sie nicht erlebt, allerdings habe er manchmal „gegrapscht“.

Anwalt von Freispruch überzeugt

Der Anwalt des Angeklagten, Claus Pinkerneil, ist zuversichtlich, einen Freispruch zu erreichen. „Bislang wurde in dem Prozess viel Widersprüchliches erzählt. Die Aussagen sind zum Teil sehr diffus“, so Pinkerneil. Zumindest aus seiner Sicht ausgeräumt werden konnte der Vorwurf, der Angeklagte habe seine inzwischen 16-jährige Nichte 2004 während eines Familienurlaubs in Brasilien zwei Mal vergewaltigt. Ein Urlaubsvideo des Großvaters habe belegt, dass sich Onkel und Nichte zum angegeben Zeitpunkt nicht gemeinsam in besagtem Hotel aufgehalten hätten, so der Berliner Strafverteidiger, der regelmäßig bei der Sat1-Doku „Anwälte im Einsatz“ auftritt. Beim mutmaßlichen Opfer handelt es sich um die Tochter der in der Schweiz lebendende Schwester des Angeklagten. Die früheren Übergriffe sollen bei Besuchen in der Schweiz stattgefunden haben.

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Erstes Urteil nicht

Das Verfahren wird seit dem 19. September des Vorjahres vor dem Landgericht neu aufgerollt. Im Juni 2013 war der Alleinstehende vom Potsdamer Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Doch das Urteil ist nichtig. Beide Seiten waren in die Berufung gegangen. Das Verfahren wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft an die nächste Instanz überwiesen, weil die Strafgewalt der kleinen Kammer nach Ansicht der Ankläger nicht ausreicht. Diese kann nur Urteile bis zu vier Jahren Haft aussprechen.

Der Prozess wird kommenden Mittwoch fortgesetzt. Bis Ende März sind 17 Termine angesetzt. Ursprünglich war ein Urteil schon Ende Januar avisiert.

Von Marion Kaufmann

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