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Potsdam „Nichts toppt diese Bildqualität“
Lokales Potsdam „Nichts toppt diese Bildqualität“
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19:54 11.05.2018
Peter Jaworskyj mit historischer Nassplattenkamera und seinem eigenen Porträt vor dem Alten Rathaus in Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam/Innenstadt

Nichts toppt die Bildqualität einer Nassplattenkamera, sagt Peter Jaworskyj: „Die Aufnahmen haben die höchste Auflösung, die es eigentlich gibt. Man erkennt jedes Korn, jedes Haar.“ Doch diese Qualität hat auch ihren Preis. Jede Fotografie erfordert höchsten technischen Aufwand, handwerkliches Geschick und unendliche Geduld.

Am Sonntag beteiligt sich Jaworskyj gemeinsam mit seinem Fotografenkollegen Daniel Samanns am sechsten Atlasfest, das vom Potsdam-Museum und seinem Fördervereins zum Internationalen Museumstag auf dem Alten Markt ausgerichtet wird.

Dabei haben sie mehrere Nassplattenkameras aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und eine mobile Dunkelkamera. Jaworskyi rechnet damit, dass sie bei optimalen Bedingungen ein bis zwei Bilder pro Stunde belichten. Mehr sei nicht drin. Vor zwei Jahren bei einer ähnlichen Veranstaltung an einem sehr heißen Tag auf der Berliner Gendarmenmarkt hätten sie es in vier Stunden gerade auf zwei Bilder gebracht.

Peter Jaworskyj (56), gelernter Litograph und Medienproduktioner, wechselte 2004 aus Heidelberg in eine Berliner Werbeagentur und machte sich vor fünf, sechs Jahren mit seiner Formtreu-Agentur in Potsdam selbstständig. Nach Stationen im Kunsthaus Sans titre und im Kunsthaus 17 hat der Fotograf nun ein Atelier im Rechenzentrum.

Fotografiert hat Jaworskyj bereits als 14-Jähriger mit Leidenschaft „Landschaft und Architektur, Schlösser und Parkanlagen“, und das bevorzugt mit älteren Kameramodellen. Vor einigen Jahren besuchte Jaworskyj in Berlin einen Kurs bei Daniel Samanns, dem nach seiner Einschätzung besten Nassplattenfotografen in der Bundesrepublik.

Samanns, Jahrgang 1968, begann in den 1990er Jahren als Modefotograf mit der Analog-Kamera. Ab Mitte der 1990er Jahre arbeitete er als Bildreporter für Springer, Focus und ddp, später als Bildberichterstatter mit Auslandsreportagen in Südost-Asien. Um 2010 entdeckte Samann die Nassplattenfotografie für sich.

Das Kollodium-Nassplattenverfahren wurde um 1850 von Frederick Scott Archer und Gustave Le Gray entwickelt. Eine Platte aus Glas oder Metall wird mit einer Kollodium genannten Träger-Flüssigkeit beschichtet und im Silberbad lichtempfindlich gemacht.

Mit einer Kassette wird die Platte in die Kamera eingesetzt und unmittelbar nach der Belichtung entwickelt und fixiert. Das Nassplattenverfahren wurde nach einigen Jahrzehnten vom Gelatineverfahren abgelöst, das eine Arbeit mit trockenen Fotoplatten ermöglichte und deshalb nicht mehr ganz so aufwendig war.

Die Qualität der Nassplatten aber sei uneinholbar, sagt Jaworskyi.

Ab 14 Uhr werden die Fotografen auf dem Alten Markt vor Publikum mit ihrer faszinierend entschleunigten Arbeit beginnen. Schon der erste Schritt, die Beschichtung mit dem Kollodium, erfordert höchstes Geschick. Denn die Platte muss so lange sanft geschwenkt werden, bis sich die darauf getröpfelte Flüssigkeit flächendeckend verteilt hat.

Der Auftritt der Fotografen korrespondiert mit der großen Max-Baur-Sonderausstellung im Potsdam-Museum, die am Sonntag bei freiem Eintritt zu sehen ist.

Neben Kurzführungen durch die Ausstellung des legendären Potsdam-Fotografen gibt es im Programm des Atlasfestes unter anderem eine Taschenmodenschau (14.30 Uhr), Schwarzlichttheater (17 Uhr) und von 15 bis 17 Uhr ein Expertenforum, das jedem Interessenten mit Fragen zu historischen Fotografien offensteht.

Info www.potsdam-museum.de

Die Adressen zum Internationalen Museumstag in Potsdam

13 Museen und Kultureinrichtungen in Potsdam beteiligen sich Sonntag am Internationalen Museumstag und öffnen ihre Häuser bei freiem Eintritt.

Das Filmmuseum, Breite Straße 1A, lädt von 10 bis 18 Uhr zu einem Blick hinter die Kulissen ein und stellt mit Filmen und Vorträgen u.a. das Handwerk der Restaurierung von filmischen Objekten vor.

Die Gedenkstätte Lindenstraße, Lindenstraße 54, ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet, um 14 und 16 Uhr gibt es kostenfreie 90-minütige Überblicksführungen.

Das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Am Neuen Markt 9, ist 10 bis 18 geöffnet. Kurzführungen u.a. zu „Glashütten, Wald und höfische Jagd im Brandenburg des 17. und 18. Jahrhunderts“.

Das Jan-Bouman-Haus, Mittelstraße 8, ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Um 14 und 16 Uhr Führungen durch die Ausstellung „Ein Viertel Holland in Potsdam“.

Das Naturkundemuseum, Breite Straße 13, ist von 9 bis 17 Uhr, geöffnet. Im Programm sind u.a. um 14 und 15 Uhr Familienführungen zu den Tierischen Unterwasserwelten mit Schaufütterung im Aquarium.

Das Potsdam-Museum – Forum für Kunst und Geschichte, Am Alten Markt 9, feiert zusammen mit seinem Förderverein das Atlasfest. Die Ausstellungen sind von 10 bis 18 Uhr geöffnet, ab 14 Uhr gibt es ein buntes Programm auf dem Alten Markt.

Das Waisenhaus-Museum der Stiftung „Großes Waisenhaus“ , Breite Straße 9a, ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Um 12, 14 und 16 Uhr gibt es „Historische Spaziergänge unter der goldenen Caritas“.

Das Theodor-Fontane-Archiv, das Pfingstberghaus des Fördervereins Pfingstberg und die Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße laden im Verbund „Kultur am Pfingstberg“ von 13 bis 18 Uhr in ihre Häuser ein.

Geöffnet sind auch das Urania-Planetarium, Gutenbergstraße 71-72, und der Waschhaus-Kunstraum, Schiffbauergasse 6. Eintrittspflichtig sind zum Museumstag das Museum Fluxus plus, Schiffbauergasse 4f, die Villa Schöningen, Berliner Straße 86, und das Museum Barberini, Humboldtstraße 5–6.

Von Volker Oelschläger

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