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Potsdam Das große Rennen um die Axt
Lokales Potsdam Das große Rennen um die Axt
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18:10 05.12.2019
Sieger der 39. Nikolausregatta 2018: Andreas Magnus Ebel und Martin Schlichting aus Güstrow. Aufgenommen im Potsdamer Segler-Club Wiking e. V. Quelle: privat
Potsdam

49 Boote der Piraten-Klasse setzen am Samstag die Segel zur 40. Potsdamer Nikolausregatta. „Was vor 40 Jahren aus einer Schnapsidee entstanden ist, hat sich in den Terminkalendern der Regattasegler fest etabliert“, sagt Matthias Markowski-Huhn. Der Vorsitzende des Potsdamer Segler-Clubs Wiking steckt schon in den Vorbereitungen zur letzten Ranglistenregatta in diesem Jahr. Mehr als 100 Mitwirkende werden entweder – jeweils zu zweit – eine Jolle segeln oder die acht Sicherungsboote sowie ein Start- und ein Zielschiff besetzen.

Trophäe wurde gestohlen

Spaß wollen alle Teilnehmer haben, und manche möchten auch gewinnen, so der Clubchef. Es geht schließlich um den Preis der Stadt Potsdam, der vor 20 Jahren gestiftet wurde. Dabei handelt es sich um ein „großes Hackebeil auf Holzplatte“, denn das Klassenzeichen der Piraten-Segler ist die Axt. Die Original-Trophäe, eine echte Streitaxt, wurde den segelnden Wikingern bei einem Einbruch ins Clubhaus gestohlen, deshalb wandte man sich seinerzeit an die Stadt. „Komischerweise hatten bisher alle Oberbürgermeister der Stadt Potsdam ein Faible fürs Segeln und haben uns unterstützt“, sagt Markowski-Huhn. Mit einem Geldgewinn ist der Sieg jedoch nicht verbunden.

Sogar ein Preis für den letzten

Weitere Pokale werden bei der Traditionsregatta unter die Sportler gebracht, zum Beispiel für das beste weibliche Team, das älteste Duo oder das beste Holzboot. Die Letzten im Rennen erhalten den sogenannten Potenzial-Pokal. Auch ausländische Crews werden erwartet: Drei Mannschaften aus der Tschechischen Republik haben sich angemeldet. Ein Teilnehmerrekord wurde 1987 erzielt, als 77 Boote dabei waren. Der Frauenanteil liegt dieses Jahr bei 20 Prozent.

Das Gewinnerteam der Nikolausregatta 2018 auf dem Wasser Quelle: privat

Jeder segelt in seinem eigenen Boot den olympischen Dreieckskurs um drei ausgelegte Tonnen und ein gerades „Lineal“ aus. Zuschauer können das Rennen am besten vom Sportpark Luftschiffhafen verfolgen. Ab 10.30 Uhr machen sich die Boote parat. Sie starten alle gemeinsam und absolvieren vier Rennen. „Wir erwarten viel Wind, eine Fahrt könnte nur 30 Minuten dauern“, sagt Matthias Markowski-Huhn. Im Schnitt sollte solch ein Kurs 40 bis 45 Minuten lang gehen.

Eisige Veranstaltung

Viele größere Schiffe wurden bereits im Oktober vom Wasser genommen, doch die Jollen überwintern beispielsweise in Carports und sind zugänglich. „Es gibt Regatten, die heißen ‚Eisarsch‘, weil man sich den da abfriert“, erzählt der Fachmann. Die Nikolausregatta findet immer am 1. Dezembersamstag statt. „1989 dürfte sie damit die erste deutsch-deutsche Segelveranstaltung gewesen sein.“ In manchen Jahren war das Wasser gefroren, in anderen kamen die Teilnehmer „wie Schneemänner“ von gefrorener Gischt bestäubt wieder an Land. Eine Handbreit Wasser unter dem Kiel dürften die wackeren Recken aber auch dieses Mal wieder haben.

Von Gabriele Spiller

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