Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Der Nil-Klub öffnet frühestens 2020 wieder
Lokales Potsdam Der Nil-Klub öffnet frühestens 2020 wieder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:48 01.07.2019
Ausgeflaggter Eingang zum Nil-Studentenkeller am Neuen Palais. Quelle: Stefan Gloede
Sanssouci

Der Nil-Studentenkeller am Neuen Palais bleibt länger geschlossen. Die nötigen Sanierungskosten sind „weit höher“ ausgefallen, als von der Universität Potsdam erwartet, wie Uni-Sprecherin Silke Engel auf MAZ-Anfrage bekannt gab. „Derzeit belaufen sich die Kostenschätzungen für die Sanierung des Nil-Klub auf etwa 600.000 Euro“, so Engel. Die größten Posten betreffen dabei die Mängel an elektrischen Leitungen und den Einbau von Brandschutz-Vorkehrungen.

Neues Nutzungskonzept des Vereins – auch tagsüber die Türen öffnen

Um die Investition zu rechtfertigen, soll der Betreiberverein Nil daher ein umfassendes Nutzungskonzept erstellen. „Hier sollten Nutzungen am Tage und am Abend aufgeführt sein“, erklärt Engel. Das wäre eine Neuausrichtung des Studentenkellers, der bislang nur Abendveranstaltungen angeboten hatte.

Seit Mitte Februar ist der Nil-Klub dicht, nachdem bei einer Begehung durch das Hochschul-Gebäudemanagement erhebliche sicherheitstechnische Mängel festgestellt wurden (MAZ berichtete). Damals gingen Verein und Universitätsleitung von einer höchstens sechsmonatigen Schließung aus. Seitdem feiert der Nil-Klub im Exil. „Wir haben großen Support bekommen von vielen Locations und konnten dadurch verschiedene unserer Formate exportieren“, erklärt Vereinssprecher Florian Rumprecht der MAZ.

Zahlreiche Potsdamer Party-Locations haben Nil-Klub Räume geboten

Im Waschhaus finden Nil-Parties, im Archiv der „Metal Keller“ statt, im „Casino“ der Fachhochschule der Salsa-Tanz. Die offene Bühne hat vorerst im Studentenclub „Pub à la Pub“ eine Heimat gefunden, das Nil-TV im studentischen Kulturzentrum „Kuze“ – und die Semesteranfangsparty wurde im Lindenpark gefeiert. „Alle Einrichtungen sind solidarisch zu uns“, freut sich Rumprecht.

Betreiberverein und Uni seien sich aber einig, „unbedingt den alten Standort zu erhalten“. Seit fast 20 Jahren hat der Nil-Klub im Kellergewölbe des nördlichen Communs am Neuen Palais sein Domizil.

Studierendenschaft soll stärker eingebunden werden

„Auch wenn es länger dauert, sind wir aber zuversichtlich, dass wir Anfang 2020 wieder öffnen“, sagt Rumprecht. „Das neue Nutzungskonzept ist eine große Chance für uns“, so der Vereinssprecher. So sollen Akteure aus der Studentenschaft eingebunden werden, die bislang keinen Kontakt zum Studentenkeller hatten. Musikstudenten könnten eine offene Bühne nutzen. Germanisten eine Lesebühne etablieren. „Die Universität hat sich schon lange gewünscht, dass wir auch tagsüber öffnen“, sagt Rumprecht. Der Verein mit rund 40 Mitgliedern will deshalb überlegen, wie mindestens an zwei Tagen in der Woche die Offenhaltung des Kellers gestemmt werden kann.

Finanzierung ist offen – Verein hat keine substanziellen Mittel

Noch offen ist, wie die Sanierung überhaupt finanziert wird. „Wir können als Verein nur symbolisch etwas dazutun“, sagt Rumprecht. Die Universitätsleitung sagt dazu: „Sobald das Nutzungskonzept vorliegt, können die Universität Potsdam und Nil darüber verhandeln, wer welchen Anteil der Sanierungskosten tragen kann.“

Die Verzögerung der Wiedereröffnung sorgt auch dafür, dass der Nil-Klub sein 20-jähriges Bestehen nicht „zuhause“ feiern kann. Am 3. November 1999 war der Studentenkeller eröffnet worden. Hier gilt für den Verein: Die Nil-Geburtstagsparty findet definitiv im Herbst statt, nur eben im Exil.

Von Peter Degener

Nach jahrelanger Diskussion wurden nun Entwürfe für das Äußere des Zentrums präsentiert – in dieser Woche entscheiden die Gemeinden über das Aussehen des Baukörpers.

01.07.2019

Vor dem Landgericht Potsdam muss sich ein 21-Jähriger wegen versuchten Totschlags verantworten. Der Fall, der sich am Hauptbahnhof ereignet haben soll, ist kurios - denn selbst das Opfer schweigt.

04.07.2019

Der Arbeitsmarkt in der Region entwickelt sich weiter positiv. Die Arbeitslosenquote in der Stadt Potsdam sank im Juni auf 5,3 Prozent und in Potsdam-Mittelmark auf 3,9 Prozent.

01.07.2019