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Potsdam Nobelherberge mitten im Kulturviertel
Lokales Potsdam Nobelherberge mitten im Kulturviertel
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21:19 19.08.2014
Hotelmanagerin Svenja Korff vor dem Boardinghaus "Waveboard". Im Hintergrund der Oracle-Büroturm. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Fast unbemerkt öffnete mitten im Kultursommer das Boardinghaus "Waveboard" in der Schiffbauergasse. Am 1. August, im benachbarten Waschhaus-Freilichtkino stand an diesem Abend "Blue Jasmin" von Woody Allen auf dem Programm, bezog der erste Gast eines der insgesamt 37 Appartements. Zur 16. Potsdamer Schlössernacht am vergangenen Wochenende war der viergeschossige Designerbau am Ufer des Tiefen Sees zwischen dem Hans-Otto-Theater und dem Oracle-Büroturm nach Angaben von Hotelmanagerin Svenja Korff (35) erstmals nahezu ausgebucht.

Umstrittenes Bauprojekt inmitten von Kultureinrichtungen

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Errichtet wurde das Boardinghaus nach Entwürfen des 2009 bei einem Flugzeugabsturz vor Brasilien verunglückten Potsdamer Architekten Moritz Kock, von dem auch das VW-Designzentrum auf der anderen Seite des Oracle-Turms stammt. Raumhohe Fenster auf der Wasserseite des Hauses mit der leicht geschwungenen Fassade öffnen einen Panoramablick vom Glienicker Horn bis zum Park Babelsberg. In der Kulturszene und in der Stadtpolitik war der 2011 bekannt gegebene Bau der Nobelherberge in unmittelbarer Nähe zahlreicher Kultureinrichtungen äußerst umstritten.

Denn schon fünf Jahre vorher, im Januar 2006, hatten die Stadtverordneten einen Grundsatzbeschluss verabschiedet, nach dem Wohnen in der Schiffbauergasse "ausgeschlossen" werden sollte. Nach schlechten Erfahrungen anderer Orte fürchtete man, dass Anwohner irgendwann vor Gericht gegen den mit Geräusch verbundenen Betrieb der Kultureinrichtungen klagen und im Falle eines Erfolges das Erlebnisquartier Schiffbauergasse lahmlegen könnten. Baudezernent Matthias Klipp (Grüne) und Investor Dirk Onnen versicherten jedoch, dass es sich bei dem Boardinghaus nicht um klassische Wohnnutzung handele und die Bewohner auch keine Wohnungsmietern vergleichbaren Rechte haben würden.

Das vorerst letzte größere Bauprojekt

  • Das Anfang August eröffnete Boardinghaus "Waveboard" ist mit Baukosten von rund 8,5 Millionen Euro bis auf weiteres das letzte größere Bauprojekt in der Schiffbauergasse.
  • Die Sanierung und der Umbau der früheren Militär- und Industriebrache zum Kultur- und Kreativviertel wurde von der öffentlichen Hand seit dem Mauerfall mit mehr als 100 Millionen Euro unterstützt.
  • Große Kultureinrichtungen sind das Hans-Otto-Theater, das Waschhaus und die Fabrik, hinzu kommen Unternehmen wie das VW-Designzentrum und die Vertriebszentrale von Oracle.
  • Der nächste Entwicklungsschub steht 2019 an. Dann räumt die Bundespolizei die Husarenkaserne zur Berliner Straße. Die Stadt will dort auf 8000 Quadratmetern ein Künstler- und Gründerzentrum eröffnen. 

Appartements mit Küchenzeile und Waschmaschine

In Wilhelmshaven aufgewachsen, arbeitete Svenja Korff nach einer Ausbildung zur Hotelfachfrau als Empfangsleiterin in verschiedenen Hotels und studierte dann Hotelmanagement. Zuletzt war sie für den Berliner Branchenverband tätig. In Potsdam war sie erstmals 2010. Ihre Lieblingsorte sind die Schlösser Babelsberg und Cecilienhof mit der umliegenden Wasserlandschaft.

Von Volker Oelschläger

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