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Oberbürgermeisterwahl Potsdam Oberbürgermeisterwahl in Potsdam 1993
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14:03 11.10.2018
Ausgabe des Potsdamer Stadtkurier vom 20. Dezember 1993. Links der Sieger Horst Gramlich, recht Rolf Kutzmutz. Quelle: MAZ-Archiv
Potsdam

Nachdem der erste Oberbürgermeister von Potsdam noch von den Stadtverordenten gewählt wurde, durften im Winter 1993 die Bürger selbst über ihr Stadtoberhaupt bestimmen. Von 106.113 Wahlberechtigten gingen 66.717 zur Wahl (62,9 Prozent) Die Oberbürgermeisterwahl am 5. Dezember 1993 brachte jedoch keinen Sieger hervor. Keiner der Kandidaten konnte die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigen.

Wahl-Ergebnis vom 5. Dezember 1993

Kandidat (Partei)

Gültige Stimmen

Prozent

Horst Gramlich (SPD)

19.347

29,5

Rolf Kutzmutz (PDS)

29.739

45,3

Alfred Jaeger (CDU)

7.508

11,4

Saskia Hüneke (Grüne/B90)

2.700

4,1

Hans-Jörg Pöttrich (FDP)

2.064

3,2

Ute Platzeck (Forum/BüBü)

3.701

5,6

Kathrin Fahrenz (KrPD/RZ)

562

0,9

Zwar bekommt Rolf Kutzmutz (PDS) am Wahlabend die meisten Stimmen (im Schlaatz erhielt er sogar über 51 Prozent), doch fehlen ihm wenige Prozent zur absoluten Mehrheit. Eine Stichwahl musst her. Mit einem überraschend hohen Vorsprung geht der PDS-Kandidat in die diese Stichwahl am 19. Dezember 1993. Horst Gramlich (SPD) spricht von einer "Katastrophe". Doch es kommt anders als gedacht

Stichwahl am 19. Dezember 1993

Kandidat (Partei)

Gültige Stimmen

Prozent

Horst Gramlich (SPD)

36.311

54,9

Rolf Kutzmutz (PDS)

29.782

45,1

RUnd 63 Prozent der Wahlberechtigten gehen zur Stichwahl. Am Ende geht der damals 55-jährige Horst Gramlich als Sieger aus der Stichwahl hervor.

Gramlich räumt in einer ersten Reaktion ein, am 5. Dezember einen Denkzettel erhalten zu haben. Der Kurs seit 1989 werde nun fortgesetzt, heißt es. Kutzmutz erklärte nach seiner Wahlniederlage, dass die "Einheitsfront" im Wahlkampf gegen seine Person Wirkung hinterlassen habe. "Gegen die Allianz aller Parteien", so Kutzmutz, konnte er nicht gewinnen. Zugleich kündigt er aber eine "härtere Oppositionsarbeit" an.

Der damalige PDS-Sprecher Hans-Jürgen Scharfenberg sagt unmittelbar nach dem Bekanntwerden des Wahlergebnisses, dass er sicher sei, dass Gramlich nicht die ganzen acht Jahre im Amt bleiben wird.

Gramlich äußert sich nach der gewonnen Stichwahl erst eine Stunde später. Er freue sich darauf, "alle die Richtkronen zu feiern", für die "in letzter Zeit die Grundsteine" gelegt wurden. Aber er fürchte sich auch ein wenig, da es noch keinen bestätigten Haushalt für 1994 gebe.

Von MAZonline/ Quelle: Bereich Statistik und Wahlen der Landeshauptstadt Potsdam