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Potsdam Neuer Streit um öffentliche Uferwege
Lokales Potsdam Neuer Streit um öffentliche Uferwege
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10:53 27.08.2018
Der Uferweg auf Höhe Anleger und Gartenkolonie endet in einer Sackgasse. Die Linke will, dass er verlängert wird.
Der Uferweg auf Höhe Anleger und Gartenkolonie endet in einer Sackgasse. Die Linke will, dass er verlängert wird. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Die Verwaltung soll eine Lücke im Uferweg zwischen dem Schiffsanleger an der Hinzenberg-Klause und dem Wasserzugang der Dortustraße auf Höhe der Oberen Planitz-Insel schließen. Die Linken wollen den Oberbürgermeister in der nächsten Stadtverordnetensitzung beauftragen, eine „Planung für den prioritären öffentlichen Uferweg“ zu erarbeiten. Ein erster Sachstandsbericht soll im November vorgelegt werden.

Am Hinzenberg gebe es schon seit Jahren einen Uferweg mit Anbindung zum Hafen der Weissen Flotte, schreiben die Linken. Vom Luftschiffhafen bis zur Neustädter Havelbucht und um diese herum bis zur Planitz-Insel existiere ebenfalls ein sehr gut genutzter öffentlicher Uferweg. Es sei „sehr misslich, dass diese beiden bedeutsamen Uferwege bisher nicht miteinander verbunden“ seien. Da die für den Uferweg benötigten Grundstücke alle Eigentum der Stadt oder durch andere Rechte gesichert seien, solle die Planung „ohne weiteren Verzug begonnen werden“.

Nach einem weiteren Antrag der Linken soll die Stadt „alle Möglichkeiten ausschöpfen, um den öffentlichen Uferweg auf dem Grundstück der Villa Tummeley zu sichern, zeitnah zu gestalten und zügig weiterzuführen“. Vor Wochen hatte die Verwaltung auf MAZ-Anfrage bestätigt, dass die Verlängerung des Uferweges der Schiffbauergasse über das Grundstück der Villa Tummeley am Tiefen See ausgesetzt werden soll, bis auch die anschließenden Grundstücke Richtung Norden bis zum Aldi frei sind. Man wolle Potsdamer und Gäste nicht mit einer Sackgasse enttäuschen, hieß es.

„Negative Erfahrungen der Vergangenheit“. Gesperrter Uferabschnitt am Groß Glienicker See. Quelle: Peter Degener

Die Erklärung stieß fraktionsübergreifend und auch bei Aktivisten für freie Uferwege auf heftige Kritik. Die Linke nimmt die Argumentation der Kritiker in der Begründung ihres Antrags auf: „Nach den negativen Erfahrungen der Vergangenheit sollten alle Risiken vermieden und alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um den Uferweg zu sichern und zügig auszubauen.“

Die Initiative „Griebnitzsee für Alle“ lädt für Montag, 20 Uhr, zur Diskussion mit den Oberbürgermeisterkandidaten Janny Armbruster (Grüne), Martina Trauth (Linke), Lutz Boede (Andere), Götz Friederich (CDU) und Mike Schubert (SPD) ins Hotel am Griebnitzsee ein.

Zur Eröffnung spricht Rechtsamtsleiterin Karin Krusemark, die seit dem Ausscheiden der Uferbeauftragten Kerstin Nicke im Februar 2016 im Rathaus für das Thema zuständig ist. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hatte damals auf kritische Nachfragen von Stadtverordneten erklärt, die Stelle werde mangels Bedarfs nicht wieder besetzt, das Thema bleibe für ihn jedoch Chefsache.

Von Volker Oelschläger

27.08.2018
27.08.2018