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Potsdam Parken auf verbotenem Terrain in Potsdam
Lokales Potsdam Parken auf verbotenem Terrain in Potsdam
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17:38 08.02.2017
Parken verboten: Vor dem Museum Barberini (M.) und dem Alten Rathaus (l.) ist der Alte Markt durch massive Poller abgegrenzt. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Christoph Schulze* ist sauer. „Zwischen Fachhochschule und Nikolaikirche befindet sich seit Jahren eine durch Stahlnägel markierte Parkfläche. Am Montag habe ich für das Parken dort ein Knöllchen bekommen“, schrieb er der MAZ und legte mehrere „Fotos der Situation“ bei. Es ist eine von vielen Beschwerden, die in diesen Tagen unsere Redaktion zur Parkplatzsituation am Alten Markt erreichen. Immer wieder stranden – zumeist auswärtige – Pkw-Fahrer in den Sackgassen, die von der Langen Brücke oder der Straße Am Kanal zum neuen Museum Barberini führen. Das verfügt jedoch nicht über Parkflächen. Also ist guter Rat teuer. Wer vor Ort sein Auto stehen lässt, wird oftmals zur Kasse gebeten. „Täglich werden 60 bis 80 Falschparker geahndet“, bestätigte Stadtsprecher Jan Brunzlow auf MAZ-Nachfrage.

Der Alte Markt ist für Reisebusse tabu

Was für die Stadtkasse durchaus ein Segen ist, dürfte für das Stadtmarketing langfristig von Schaden sein. Von „Abzocke“ und „Geldschneiderei“ ist die Rede. Hier das weltläufige Barberini, dort die provinzielle Kommune. Einwohner, die schon länger in Potsdam leben, können bei derartiger Argumentation nur mit den Schultern zucken. Es ist seit Jahren schwierig, in der Innenstadt einen (kostenlosen) Parkplatz zu finden. Der Alte Markt war irgendwann für Autos oder gar Reisebusse tabu.

„Grundsätzlich ist der gesamte Alte Markt eine Parkverbotszone und als solche auch wie straßenverkehrsrechtlich gefordert ausgeschildert. Ein paar Nägel auf dem Pflaster, die eine Parkfläche darstellen könnten, berechtigen nicht zum Parken in einer Parkverbotszone“, erklärt Stadtsprecher Brunzlow. Ein Termin vor Ort bestätigt dies. In der Straße Am Alten Markt, die deutlich als Sackgasse gekennzeichnet ist, darf nur auf der gekennzeichneten Spur geparkt werden. In Höhe der einstigen Einfahrt zum unterirdischen Bereich der Fachhochschule weisen auf beiden Straßenseiten Verkehrsschilder deutlich auf die beginnende Parkverbotszone hin. Ab hier ist die Straße „zur Kennzeichnung einer besonderen Verkehrsfläche mit den Pflastersteinen des Platzes versehen“, so Brunzlow. Vor das Portal der Nikolaikirche gelangt man nur noch über eine Feuerwehrzufahrt. Diese ist nicht für den öffentlichen Verkehr gedacht. Ansonsten ist der Platz durch Steinquader abgetrennt. Vorm Alten Rathaus weist zudem ein Schild auf ein seit 6. Oktober 2016 geltendes Halteverbot hin.

Zentraler Platz in der Potsdamer Altstadt

Der Alte Markt ist ein zentral gelegener Platz in der Altstadt und bildet den historischen Kern Potsdams.

In der Mitte des Platzes stehen die Nikolaikirche als Potsdamer Stadtkirche und der Obelisk.

Der Alte Markt ist – bis auf die heutige Nikolaikirche – im Wesentlichen eine Raumschöpfung Friedrichs des Großen und seiner Architekten aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nach Vorbildern aus Italien und Frankreich.

Die Zufahrt von der Langen Brücke zum Alten Markt ist mit einem mobilen Schild als Sackgasse ausgewiesen, wenige Meter dahinter ist auch hier der Hinweis auf die beginnende Parkverbots- und 30er-Zone unübersehbar. Steinquader am Barberini verhindern schließlich die Durchfahrt.

Das Provisorium wird bleiben

Bleibt die Frage, wie die unerfreuliche Situation entschärft werden kann – zumal das weitläufige Areal bis zur Fertigstellung des Hauses in der Brauerstraße 4-7 und der Blöcke III und IV auf dem Gelände der Fachhochschule an der Friedrich-Ebert-Straße langfristig mit Provisorien leben muss. Die Stadt verweist in ihrer Antwort auf „das Parkleitsystem zu allen bestehenden Parkhäusern und großen Parkplätzen“ und nennt insbesondere das Parkhaus am Hauptbahnhof, das Parkhaus Kutschstall sowie die Parkplätze Am Kanal. Im Internet könne man zudem sehen, welche Plätze aktuell verfügbar sind. Ob’s hilft?
*Name von der Redaktion geändert

» www.mobil-potsdam.de/parken

Von Jens Trommer

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