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Potsdam Umweltschützer besetzen Parkplätze in Potsdam
Lokales Potsdam

Parking Day 2020 in Potsdam: Umweltaktivisten besetzen Parkplätze

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15:12 18.09.2020
In der Potsdamer Dortustraße mussten bereits Parkplätze weichen, weil die Gastro-Außenflächen vergrößert wurden.
In der Potsdamer Dortustraße mussten bereits Parkplätze weichen, weil die Gastro-Außenflächen vergrößert wurden. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Innenstadt

Gleich an mehreren Orten wollen Umweltschützer am Freitag in der Potsdamer Innenstadt PKW-Parkplätze besetzen. So haben die Gruppen Extinction Rebellion und Bund-Jugend Aktionen angekündigt. Anlass ist der weltweite Park(ing) Day, ein seit 2005 begangener globaler Aktionstag zur Re-Urbanisierung von Innenstädten.

Schon in der Nacht zu Freitag haben die Extinction Rebellion-Aktivisten zwei PKW-Stellplätze in der Dortu- und der Charlottenstraße mit Hochbeeten verstellt, wie sie in einer Pressemitteilung schreiben. Um zehn Uhr sollen die Beete öffentlich bepflanzt werden. “Wir haben viel zu lange akzeptiert, dass Autos in unserer Stadt soviel Raum einnehmen. Autos stehen 23 Stunden am Tag herum und blockieren damit riesige Flächen unserer Stadt. Bei immer mehr Hitzesommern durch die Klimakrise müssen wir aber dringend Asphalt in Grünflächen umwandeln, um unser Mikroklima zu kühlen. Wenn die Verkehrswende nicht von der Stadt angepackt wird, machen wir sie selbst”, sagt die Stadtentwicklungs-Studentin Jana Schelte von der Potsdamer Ortsgruppe Extinction Rebellion.

Besseres Stadtklima ist das Ziel

Ab 13 Uhr dann lädt die Bund-Jugend gemeinsam mit anderen lokalen Gruppen zu „Aktionen, Spiele oder zum Picknick“ auf Parkplätzen in der Charlottenstraße ein. „Öffentlicher Raum sollte allen Menschen, die ihn nutzen wollen, zugutekommen. Autos aus den Innenstädten zu verbannen und die Parkplätze dementsprechend umzuwidmen führt zu weniger Umweltschäden und einem besseren Stadtklima– das wollen wir heute zeigen,“ erklärt Dominik Ehlert aus dem Bundesvorstand der Bund-Jugend. „Der Pkw-Bestand in Deutschland hat sich seit 1960 verzehnfacht, immer mehr Straßen platzen aus allen Nähten und die Klimakrise schreitet voran. Die Politik muss endlich begreifen, dass Mobilität mehr als nur Autos bedeutet: Wir brauchen jetzt mehr Fahrradwege und einen massiven Ausbau des ÖPNVs. Dazu gehören auch eine faire Bezahlung für Bus- und Bahnfahrer und kostenlose Tickets für Bedarfsgruppen“ so Anne Hartl, Mitarbeiterin im Mobilitätsprojekt „STADTräume“ bei der Bund-Jugend.

Von MAZonline/krf