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Potsdam Parkrestaurant Nedlitz kehrt zurück
Lokales Potsdam Parkrestaurant Nedlitz kehrt zurück
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06:09 28.12.2018
Das Parkrestaurant soll nach der Sanierung ein Hotel und Café beherbergen. Wo derzeit noch die Baugrube den Hof dominiert, wird der historische Saalbau wieder errichtet. Er soll als Restaurant und als Musikkeller genutzt werden. Quelle: Peter Degener
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Nedlitz

Überall auf der Nedlitzer Insel nördlich vom Campus Jungfernsee wird derzeit gebaut. Eine besondere Baustelle gibt es rund um den zierlichen Fachwerkbau des einstigen „Parkrestaurants“. Fast 30 Jahre stand das Denkmal im Schweizer Stil leer und verfiel. Mittlerweile erstrahlt das Äußere wieder. Die Eigentümer haben bereits den Innenausbau begonnen und große Pläne für die Hofseite bis hinab zum Wasser des Lehnitzsees.

Von außen erstrahlt das Parkrestaurant Nedlitz schon im alten Glanz. Quelle: Peter Degener

„Wir haben die Brache mehrere Jahre lang beobachtet und eine Vision entwickelt“

Eigentümer sind der Architekt Carlos Zwick und die Journalistin Claudia Kensy, die gerade aus Berlin auf die Insel gezogen sind. „Wir haben die Brache mehrere Jahre lang beobachtet und eine Vision entwickelt, was hier entstehen könnte“, sagt Kensy. Zur Straße hin sind ein Hotel und ein Café geplant.

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Dahinter soll ein Restaurant samt Terrasse zum See entstehen. Darunter will Zwick, der einem Musikerhaushalt entstammt, „einen Musikkeller für kleine Klubkonzerte und eine Kleinkunstbühne“ etablieren. Derzeit sind sie auf der Suche nach Pächtern für das Café zur Straße und das Restaurant zum See. „Wir wollen hochwertige Gastronomie etablieren, allein wegen der Lautstärke“, sagt Kensy. Auch ein kleiner Wochenmarkt kommt ihnen in den Sinn, wenn sie an die Zukunft denken. „Es soll eine kulturelle Bereicherung und ein Ort werden an dem man viele Bedürfnisse befriedigen kann“, sagt Zwick.

So sah das Fachwerk des Parkrestaurants aus, als es zur Sanierung demontiert wurde. Quelle: ABZ Berlin

2014 haben sie das Areal gekauft. Mittlerweile hat sich viel getan. Der historische Gebäuderiegel an der Bundesstraße 2, der Hotel und Café beherbergen soll, ist äußerlich bereits fertig und soll Ende 2019 eröffnen. Auch zwei Neubauten entstanden neben den Denkmalen. Die modernen Ergänzungsbauten wurden mit einer Lerchenholz-Fassade verkleidet. Darin befinden sich eine Garage für Hotelgäste und das Wohnhaus von Familie Zwick.

„Der Vorbesitzer wollte den Saalbau eigentlich abreißen“

Im Hof schaut man derzeit noch in eine Baugrube. Hier stand bis zum März der historische Fachwerk-Saalbau des Parkrestaurants. „Er war in einem katastrophalen Zustand. Der Vorbesitzer wollte ihn eigentlich abreißen“, sagt Zwick. Genau dies befürchteten Anwohner auch, als Zwick im Frühjahr damit begann, den Saal abzubauen. Das geschah allerdings in Absprache mit der Denkmalpflege.

Der historische Saalbau vor der Demontage im März 2018. Quelle: ABZ Berlin

80 Prozent der Bausubstanz konnten erhalten werden

Es handelte sich „um eine Demontage der in fachwerkweise gebauten Gebäudeteile, die aufgrund des großen Schadensbildes in den Holzelementen nicht im Verbund saniert werden können“, teilt die Denkmalpflege auf MAZ-Anfrage mit. So wurden sowohl beim Parkrestaurant als auch beim Tanzsaal die Hölzer „planvoll abgetragen und erhaltens- beziehungsweise wiederverwendungsfähiges Baumaterial gesichert und gesäubert.“ Der Aufwand hat sich gelohnt.

Der größte Teil seiner Originalsubstanz ist beim Vorderbau an der Straße erhalten worden. Das soll auch beim Tanzsaal geschehen. Quelle: Peter Degener

„80 Prozent der Substanz können erhalten werden“, sagt Zwick über den Saalbau. Ihm kamen langjährige Erfahrungen mit Denkmalsanierungen zugute. Vor Jahren schon war er beim Umbau der Kasernen in der Nedlitzer Straße, am Ruinenberg und einstigen Lazaretten am Voltaireweg zu Wohnungen beteiligt.

Die historische Treppe des Parkrestaurants wartet noch auf den erneuten Einbau in das künftige Hotel. Quelle: Peter Degener

Von Peter Degener

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