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Potsdam Parteienjugend positioniert sich zur Garnisonkirche
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10:15 03.02.2020
Die Baustelle des Turms der Garnisonkirche. Quelle: Varvara Smirnova
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Innenstadt

Die Jugendorganisationen der politischen Parteien in Potsdam positionieren sich im Konflikt um die Garnisonkirche und das Kreativhaus Rechenzentrum.

Die christdemokratische Junge Union, die Jungen Grünen und die sozialdemokratischen Jusos haben sich dieser Tage eindeutig zu Wiederaufbau, Erhalt oder Abriss auf der umstrittenen Projekte geäußert – und teilen dabei nicht alle die Meinung ihrer Mutterparteien.

>>>So lief die Anhörung zur Garnisonkirche – neue Sachlichkeit im Kirchenstreit

Grüne: Erhalt des Rechenzentrums und Verzicht auf das Kirchenschiff

Unmittelbar nach der Anhörung zur Garnisonkirche im Hauptausschuss stellte die Grüne Jugend klar: „Wir wollen keinen Wiederaufbau der zerstörten Militärkirche und setzen uns entschlossen gegen den Abriss des Rechenzentrums ein!“. So gebe es „keinerlei Bedarf für das Kirchenschiff der Garnisonkirche, weder als Jugendbegegnungsstätte noch als Gedenkstätte“, weshalb man auch die Rückgabe des Grundstücks des früheren Schiffes an die Stadt fordere.

„Im Rechenzentrum gibt es bereits verankerte Jugendstrukturen, sowie ein kulturelles Zentrum. Diese funktionierende Einrichtung sollten wir nicht zerstören, um ein kostspieliges Prestigeprojekt wieder aufzubauen“, fordert Hanna Große Holtrup, Sprecherin der Grünen Jugend Potsdam.

Auch beim Turm, der schon gebaut wird, fordert die Grüne Jugend „eine klare architektonische Abgrenzung zur Geschichte der alten Kirche“. Die Grünen-Fraktion im Stadtparlament hat bislang den originalgetreuen Wiederaufbau des Turms mitgetragen.

CDU: Originaler Wiederaufbau von Turm und Schiff

Die Junge Union ist dagegen auf einer Linie mit der städtischen CDU. Sie fordert ihre Partei auf, „sich unverändert für einen vollständigen Bau der Garnisonkirche mit einem Kirchenschiff einzusetzen“. Die Entscheidung des evangelischen Kreiskirchenrats, der keinen Bedarf für eine weitere Kirche in der Innenstadt sieht, hält die Junge Union für „einen Offenbarungseid vor dem Zeitgeist.“

Auch zum Kreativhaus Rechenzentrum ist die Haltung der Jungen Union klar: „Das Rechenzentrum krampfhaft zu sanieren tut schlussendlich keinem Beteiligten gut: Nicht dem städtischen Haushalt, der die Mittel bereitstellen soll und auch nicht den Künstlern, die daraufhin mit einem explosionsartigen Mietanstieg rechnen dürften“, schreibt der Vorstand. Er spricht sich „ gegen eine Nutzung des Rechenzentrums durch die ansässigen Künstler/innen und Freischaffenden über 2023 hinaus und für einen vollständigen Rückbau des Rechenzentrums“ aus.

SPD: Rechenzentrum muss mindestens in Teilen erhalten bleiben

Die Jusos sprechen sich für eine Mischung von Garnisonkirche und Rechenzentrum aus. Allerdings wollen auch sie, dass, „wenn der Turmbau fortgesetzt wird, architektonisch ein deutlicher Bruch zur Vergangenheit erkennbar sein muss.“ Damit bezieht die Jugendorganisation eindeutiger Position, als Teile der Stadtfraktion, die den Turmbau in unveränderter Form und auch den Abriss des Kreativzentrums nach 2023 mittragen.

Die Unterstützung des Turmbaus durch Steuermittel des Bundes sehen die Jusos „kritisch“. In jedem Fall lehne man einen Wiederaufbau des Kirchenschiffs ab. Im von der SPD-Fraktion vorgeschlagenen Architekturwettbewerb müsse zudem „ein Erhalt oder zumindest Teilerhalt des Rechenzentrums mitgedacht werden.“

Der Bau des Kreativquartiers nebenan sei kein Widerspruch zum Rechenzentrum: „In einer stetig wachsenden Stadt müssen auch Freiräume für Kunstschaffende diesem Wachstum standhalten. Darum schließen sich Kreativquartier und Teilerhalt des Rechenzentrums auch nicht aus. Damit die freie Entfaltung der Potsdamer Kulturlandschaft nicht gefährdet ist, muss langfristig sichergestellt werden, dass die Mieten auf einem bezahlbaren Niveau bleiben“, schreibt der Juso-Vorstand.

>>>Anhörung zur umstrittenen Garnisonkirche im Live-Ticker – so lief die Debatte

Von Peter Degener

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