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Potsdam Party-Premiere in der City
Lokales Potsdam Party-Premiere in der City
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10:32 02.01.2014
Kurz vor Mitternacht auf dem Luisenplatz. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Alle stimmen in den Gassenhauer ein, als "Da simmer dabei, dat is pri-hi-maaa..." über den Luisenplatz schallt, wo die erste zentrale Silvester-Party seit Jahren stattfindet. Neben dem typischen Feuerwerksgeruch liegt noch etwas anderes in der Luft: Auf so eine Feier haben viele Potsdamer gewartet - das spürt, wer da ist. Im Laufe der Silvesternacht sind das weit mehrere tausend Menschen.

Froh und friedlich: Die Brandenburger begrüßten das Jahr 2014 mit Feuerwerk und Wunderkerzen.

90 Minuten vorm Jahreswechsel ist die Stadt in weiten Teilen leer. Kein Mensch, kein Auto zwischen Glienicker Brücke und Platz der Einheit. Mit Wunderkerzen wedeln vor einigen Hauseingängen Kinder in Schneeanzügen - es sind frostige minus zwei Grad in dieser Nacht. Erst zwischen Bassinplatz und Nauener Tor sieht man Gruppen, die gen Brandenburger Tor pilgern. Mädchen tragen knappe Röcke und hohe Schuhe, Jungs Raketen und Knaller: tütenweise. Sie laufen zum Licht, dorthin, wo den ganzen Abend schon ein zuckender Laserstrahl in den Potsdamer Himmel schießt.

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Der Platz füllt sich, gegen halb zwölf haben sich diejenigen, die das Feuerwerk sehen wollen, auf den Treppenstufen der umliegenden Häuser postiert. Vor der kleinen Bühne, auf der ein DJ Partyhits und Schlager spielt, prosten sich Nachtschwärmer zu. Mit blinkenden Brillen, glitzernden Partyhütchen, und einer Vokuhila-Perücke, die die Runde macht.

Die letzten zehn Minuten des alten Jahres rasen Richtung Mitternacht, Potsdam schunkelt, und am Bierwagen werden die Durstigen nervös. Jeder wedelt mit Geldscheinen, will schnell noch ein Getränk zum Anstoßen bestellen. Sekt geht über den Tresen gleich in ganzen Flaschen. Plötzlich geht es los: "Zehn, neun, acht...", zählen alle laut im Chor. Die Bedienung schaut irritiert, alle drehen sich zum DJ-Pult. "Fünf, vier..." Ein Zwischenruf: "Zwei Bier!" In diesem Moment schlägt es zwölf. Paare fallen sich in die Arme, Küsschen und Umarmungen werden verteilt, euphorischer jubeln die Menschen, deren Gesichter sich mit einem Mal blau färben und rot, golden und grün schimmernd: Das Farbenfeuerwerk am Himmel ballert, Goldregen schimmert überm Brandenburger Tor. Erst nach einer halben Stunde lässt die Böllerei allmählich nach.

Potsdam hat die Premieren-Party gut angenommen. Im Großen und Ganzen verlief die Sause friedlich. Einzig an stillen Örtchen mangelte es: Das City-Klo war außer Betrieb. Die meisten Restaurants: geschlossen. Ein Gastronom verscheucht Gäste, die in ihrer Not nicht wissen, wohin und deren Schlange sich durch den ganzen Laden zieht. "So geht das nicht", sagt er und schickt sie fort. Draußen zischen zwei Raketen zwischen Zimmerstraße, Eislaufbahn und Sparkasse kniehoch an Besuchern vorbei, ein Flaschensammler sucht nach heil gebliebenem Glas.

"Wir haben zum ersten Mal Silvester auf", sagt eine Verkäuferin im Kiosk an der Fußgängerampel. Es lohne sich, sagt ihre Kollegin, breitet ihre Arme aus und tänzelt durch die Holzhütte. Zwei Stunden später sind die Straßenbahnen noch immer brechend voll, die Innenstadt gleicht einem Schlachtfeld, die Fußgängerzonen einem Scherbenparcours.

Von Michaela Grimm

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