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Potsdam Dem Potsdamer Rathaus fehlt reichlich Personal
Lokales Potsdam Dem Potsdamer Rathaus fehlt reichlich Personal
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01:15 19.10.2018
Das Potsdamer Rathaus. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

In der Stadtverwaltung sind rund 130 Stellen unbesetzt. Das hat das Rathaus am Dienstag auf Anfrage des Stadtverordneten Matthias Lack (Linke) mitgeteilt. Die meisten freien Stellen gibt es mit mehr als 60 im Sozialbereich. Es folgen mit jeweils knapp 20 unbesetzten Stellen das Baudezernat und die Kämmerei sowie der Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters.

Personalmangel bedeutet Mehrarbeit für die übrigen Mitarbeiter. So wurden im Sozialbereich auch die meisten Überlastungsanzeigen von Mitarbeitern gestellt. Laut Arbeitschutzgesetz sind Arbeitnehmer verpflichtet, dem Arbeitgeber Überlastung anzuzeigen, wenn sich daraus eine Gefährdung der eigenen Gesundheit und Sicherheit oder von anderen Personen ergeben kann.

Zum Fachbereich Gesundheit und Soziales gehören die Arbeitsgruppen Asyl, Hilfen zum Lebensunterhalt und Integration. In diesem Fachbereich wurden von Oktober 2017 bis September 2018 insgesamt 96 Überlastungsanzeigen gestellt, davon 49 allein im April sowie 21 im Juli und 15 im Juni.

Es folgt der Fachbereich für Kinder, Jugend und Familie mit insgesamt 26 Überlastungsanzeigen, davon 14 im Juli 2018. Im Fachbereich für Ordnung und Sicherheit, der ebenfalls zum Geschäftsbereich Soziales, Jugend, Gesundheit und Ordnung gehört, gab es 24 Anzeigen, die alle im September 2018 gestellt wurden.

Für den Stadthaushalt bringen unbesetzte Stellen ein Plus. Nach dem im jüngsten Finanzausschuss vorgestellten „Bericht zum Stand des Haushaltsvollzuges“ spart die Stadt in diesem Jahr bei den Personalausgaben durch unbesetzte Stellen fast acht Millionen Euro ein. Der „Minderaufwand durch freie Stellen“ bei einem Anteil von 6,01 Prozent entspricht demnach einem „Minderaufwand durch Wegfall“ der Entgeltfortzahlung in Höhe von 7,69 Millionen Euro.

„Die Gründe für die Nichtbesetzung zum konkreten Stichtag“ sind nach Angaben der zuständigen Fachbereichsleiterin für Personal und Recht, Karin Krusemark, „unterschiedlich“. Neben „laufenden Bewertungs- und Besetzungsverfahren oder laufenden Rechtsstreitigkeiten“ seien eine Vielzahl von Stellenanteilen enthalten, deren Besetzung „schwer realisierbar“ sei. Krusemark verweist auf Vakanzen im Zusammenhang mit Teilzeit- und befristeten Stellen, die sich „nicht rechtssicher zu ganzen neuen Stellen zusammenfassen“ ließen, „ohne die Gefahr des Entstehens von ungeplanten unbefristeten Arbeitsverhältnissen ausschließen zu können“.

Der Zwischenbericht zum Haushaltsvollzug stützt sich ebenso wie die Angaben der Verwaltung zum Stand freier Stellen auf den 30. April als Stichtag. Aktuellere Zahlen gibt es noch nicht: „Der Bericht zum Stichtag 30. September wird derzeit erstellt“, heißt es in der Antwort auf die Anfrage des Stadtverordneten Lack.

Laut Haushaltsplan rechnete die Verwaltung zum 1. Januar 2018 mit insgesamt 2059 „verfügbaren Stellen“. Für das Jahr plante die Stadt 122,6 Millionen Euro für Personalausgaben ein. Im Zwischenbericht zum Haushaltsvollzug wurde diese Summe auf 123,4 Millionen Euro korrigiert. Als zusätzliche Ausgaben kamen 1,17 Millionen Euro an Entschädigung für Feuerwehr-Überstunden sowie 2,37 Millionen Euro für Tariferhöhungen in die Rechnung.

Als „Minderaufwand“ schlagen neben den 7,96 Millionen Euro Einsparung durch unbesetzte Stellen fast 2,4 Millionen Einsparung durch den Wegfall von Entgeltfortzahlungen für Langzeitkranke zu Buche. Laut Kämmerei waren zum Stichtag 2,25 Prozent der Beschäftigten im Rathaus länger als sechs Wochen krank.

Hoher Krankenstand im Potsdamer Rathaus

Die Mitarbeiter der Potsdamer Stadtverwaltung waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 31,6 Tage krank. Das hat Rathaus-Sprecher Stefan Schulz am Dienstag auf MAZ-Anfrage mitgeteilt. Er verwies darauf, dass die Zahl im Vergleich zum Vorjahr zurück gegangen sei.

2016 wurden pro Mitarbeiter im Durchschnitt 33,3 Krankentage registriert. „Mit unserem betrieblichen Gesundheitsmanagement arbeiten wir daran, den Krankenstand weiter abzusenken“, sagt Schulz.

Den höchsten Krankenstand gab es nach einer früheren Mitteilung des Rathauses im Jahr 2015. Damals war jeder Mitarbeiter durchschnittlich 35,1 Tage krank geschrieben.

Den niedrigsten Krankenstand der Vorjahre ermittelte das Rathaus für 2012 – als die Mitarbeiter im Durchschnitt 19,4 Tage krank geschrieben waren.

Für 2018 rechnet die Stadt bei 2,25 Prozent ihrer Beschäftigten mit einer Krankschreibung von mehr als sechs Wochen.

Von Volker Oelschläger

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