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Potsdam Pfingstberg-Park bald wieder teilweise offen
Lokales Potsdam Pfingstberg-Park bald wieder teilweise offen
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07:24 07.02.2017
Die Villa Henckel am Pfingstberg.  Der Park unterhalb der Villa soll nun saniert werden.
Die Villa Henckel am Pfingstberg. Der Park unterhalb der Villa soll nun saniert werden. Quelle: Rainer Schüler
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Nauener Vorstadt

Die Vereinbarung zwischen Springer-Vorstand Mathias Döpfner und der Landeshauptstadt über die Sanierung des Parks an der Villa Henckel am Fuß des Pfingstbergs ist auf einem guten Weg: „Wir sind dabei, mit der Stadt einen städtebaulichen Vertrag abzuschließen“, bestätigte Rechtsanwalt Manfred Dengel, der für Mathias Döpfners „MDB Vermögensverwaltung“ spricht, am Montag auf MAZ-Nachfrage. „Im besten Fall“, so Dengel weiter, kann der erste Bauabschnitt im Sommer 2018 fertig sein. Dann wird dieser Bereich im Park der Villa Henckel – er ist derzeit von einem Bauzaun umgeben – wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Der Pfingstberg aus der Vogelperspektive. Quelle: Lutz Hannemann

Bei dem Teilstück des ersten Bauabschnitts handelt sich um eine Fläche zwischen der Villa Schlieffen und dem benachbarten Lepsiushaus. Das Gelände zieht sich von der Großen Weinmeisterstraße den Pfingstberghang hinauf. Sollte alles wie gehofft klappen, könnten die ersten Baumfällungen noch im Februar vorgenommen werden. Die Fällperiode geht nur von Ende Oktober bis Ende Februar; für Fällungen im März sind Ausnahmegenehmigungen erforderlich.

Die Bauabschnitte drei und vier im Park der Villa Henckel sollen in der Folge innerhalb von jeweils „zwei bis drei Jahren“ vollendet werden, erklärte Dengel. Läuft alles nach Plan, könnten die Sanierung des kompletten Parks und der Villa Schlieffen bis 2023 abgeschlossen sein. Beide Vorhaben bezahlt Döpfner aus eigener Tasche: 1,8 Millionen Euro steckt er in die Sanierung der Villa Schlieffen und des Parks. Vorausgegangen war ein erbitterter öffentlicher Streit um das verwilderte Gelände am Pfingstberg.


Schließlich einigten sich die Stadt und der Springer-Chef im April 2016 darauf, dass Döpfner die Sanierung und Pflege des Parks und die Villen-Sanierung übernimmt und im Gegenzug ungefähr zehntausend Quadratmeter rund um seine Villa privat nutzen darf. Dafür ist allerdings eine Befreiung vom B-Plan notwendig, da der Park eigentlich öffentlich gewidmet ist.

Der Park hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Quelle: Rainer Schüler

Ein Binnenzaun soll die öffentliche Fläche von der Döpfner-Fläche trennen und unterhalb des efeubewachsenen Hangs verlaufen. Auf diese Weise wären der wiederherzustellende Eidechsenbrunnen und die Efeutreppe innerhalb der Einfriedung geschützt, ohne deren Sichtbarkeit zu beeinträchtigen, erklärte Stadtplanungschef Andreas Goetzmann damals. Bedingung der Einigung vom April 2016 war allerdings, dass nach Abschluss der Bauarbeiten 47 000 Quadratmeter des Parks für die Bürger zugänglich sind und dass die „MDB Vermögensverwaltung“ die Pflege der Parkanlage für 40 Jahre übernimmt. Zwar wird der gesamte Park der Villa Henckel mit einem Zaun nach historischem Vorbild eingefriedet, er erhält aber mindestens vier Eingänge. Der Park soll dann tagsüber geöffnet sein.

Zur künftigen Nutzung der Villa Schlieffen erklärte Dengel am Montag: „Diese wird kulturellen Zwecken dienen.“ Was konkret dort passieren soll, ist allerdings noch völlig offen. „Es muss nicht zwingend eine Kunstausstellung sein“, ergänzte Dengel. In der Vergangenheit hatte es Spekulationen gegeben, dass die Villa als Ausstellungsort für Werke aus Mathias Döpfners Privatsammlung genutzt werden könnte.

Alles verwildert. Quelle: Rainer Schüler

Die Villa Schlieffen bildet innerhalb der Parkanlagen ein Ensemble mit den Villen Henckel, Lepsius und Quandt und ist dort Teil des Unesco-Weltkulturerbes. Am 4. März 2014 unterzeichneten der Generaldirektor der Schlösserstiftung, Hartmut Dorgerloh, und Döpfner einen Vertrag über die Sanierung und künftige Nutzung der Villa Schlieffen und des Parks der Villa Henckel. Die Vereinbarung sah die denkmalgerechte Wiederherstellung der seit 1994 leer stehenden Villa Schlieffen vor. Wegen der maroden Bausubstanz ist die einstige Hohenzollern-Villa derzeit nicht zugänglich. Die Vereinbarung beinhaltete auch die Wiederherstellung der ursprünglichen Wegebeziehungen, Pflanzungen und Gartenarchitekturen des Parks der Villa Henckel. Park und Villa bleiben weiterhin im Eigentum der Stiftung. Sie werden dem Springer-Vorstand im Rahmen eines 40-jährigen Nießbrauchs zur Nutzung überlassen.

Von Ildiko Röd

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