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Potsdam Ein-Euro-Jobber räumen Gutspark Groß Glienicke auf
Lokales Potsdam Ein-Euro-Jobber räumen Gutspark Groß Glienicke auf
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00:21 04.03.2019
Zum Abschluss der Arbeiten sind auch Dieter Dargies vom Groß Glienicker Kreis (l.) und Vize-Ortsvorsteherin Birgit Malik (2.v.l.) gekommen. Quelle: Bernd Gartenschläger
Groß Glienicke

An diesem letzten Arbeitstag fühlen sie sich für einen Augenblick wie die Musketiere, kreuzen Harke und Spaten und schmettern ein „Einer für alle, alle für einen!“durch den Gutspark, in dem die Sonne nun ihretwegen ein wenig heller scheint. Die fünfzehn Männer und Frauen, die nach einem halben Jahr Feierabend machen, haben das Dickicht in Groß Glienickes wildem Kleinod gelichtet, sie haben Bekanntschaften geschlossen, einige auch Freundschaft.

Sichtachsen freigeschnitten, Wege verbreitert, Totholz entfernt

Das Potsdamer Tor und die Neugierde am Eingang des Gutsparks Groß Glienicke – Anwohner beklagen, dass sie nach den Pflegearbeiten den B2-Lärm stärker hören. Quelle: Bernd Gartenschläger

Und dann waren da noch die Neophyten! Pflanzen, die sich im Gutspark ausgebreitet haben, dort aber gar nicht hingehören, allen vor­an Traubenkirsche, Ahorn und Robinie. „Wir haben etwa 20 000 Pflanzen mitsamt Wurzel entfernt“, sagt Ole-Mathias Hirsch. Der Landschaftsplaner hat die Arbeiten geleitet und lobt, was der Trupp geleistet hat. Vier Meter hoch waren die größten Bäume, die man ausgerissen hat, die kleinsten kaum kniehoch. Babetzki nickt wissend: „Das Schlimmste war das Ausbuddeln.“

Ein Landschaftspark nach Lennéschem Vorbild

Der Gutspark Groß Glienicke ist auf dem Gelände des ehemaligen Rittergutes der adligen Ribbecks gelegen. Deren Nachfolger, die bürgerlichen Berger-Landefeldts, ließen die Anlage nach Lennéschem Vorbild gestalten. Der Landschaftspark in unmittelbarer Nähe des Sees erlebte seine Blütezeit um die Jahrhundertwende, geriet nach Ende des Ersten Weltkriegs allmählich ins Hintertreffen und wurde spätestens mit dem Bau der Mauer 1961 fast vollständig zerstört.

Jahrzehntelang Sperrgebiet, verwilderte der Park mehr und mehr, die noch erhaltenen Gebäude – das Herrenhaus brannte bereits 1945 nieder – waren dem Verfall preisgegeben. Mit dem Mauerfall kam die Idee auf, den Park zu rekonstruieren. Weil die Groß Glienicker aber zunächst andere Sorgen hatten, fiel der Startschuss erst 2003. Seither finden alle paar Jahre Pflegearbeiten statt.

„Die Leute, die hier wohnen, haben uns alle gelobt“, sagt Siegmund Babetzki. „Allerdings beklagen sie auch, dass sie den Lärm von der B2 jetzt viel mehr hören.“ Ein kleiner Trost: Die Vögel, von denen es laut der grünen Musketiere nun viel, viel mehr im Park gibt, halten mit ihrem Konzert dagegen.

Von Nadine Fabian

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