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Potsdam Riesen-Reiher aus Legosteinen: So will Saskia Ludwig Golm verschönern
Lokales Potsdam Riesen-Reiher aus Legosteinen: So will Saskia Ludwig Golm verschönern
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10:34 09.01.2020
Zukunftsvision: Der Pelikan im Kreisverkehr in Golm Quelle: Bernd Gartenschläger/Montage: Detlev Scheerbarth
Golm

Überlebensgroße Tierskulpturen aus Legosteinen könnten bald die Kreisverkehrsinseln im Ortsteil Golm zieren – vorausgesetzt, der Potsdamer Kulturausschuss stimmt dem Projekt „Kunst im Kreisverkehr“ zu. Im August 2019 hatte der Ortsbeirat auf Antrag von Saskia Ludwig (CDU) einstimmig beschlossen, für die zwei Verkehrsinseln einen Wettbewerb „Kunst im Kreisverkehr" auszuschreiben.

Praktisch und ästhetisch zugleich

„Neben der praktischen Funktion“ dieser Anlagen könnten „die Golmer und die zahlreichen Besucher und Mitarbeiter der Forschungseinrichtungen“ damit „auch in ästhetischer Hinsicht“ angesprochen werden, sagt Ludwig. In ihrem Antrag hatte die Politikerin auf das Beispiel anderer Orte wie Forst(Spree-Neiße) und Rathenow (Havelland) hingewiesen. Auf MAZ-Anfrage sagte sie: Die Kunst im Kreisverkehr, „auch Kreiselkunst genannt“, habe sich seit den 1990er Jahren als eigenes Genre der Kunst im öffentlichen Raum entwickelt.

Saskia Ludwig. Quelle: privat

„Bei Kreisverkehren mit nicht überfahrbaren Mittelinseln, wie es in Golm der Fall ist, sind Kunstobjekte neben einer Bepflanzung eine häufige Gestaltungsvariante dieser bislang etwas trostlos wirkenden Bereiche.“ Angeregt wurde in der Ortsbeiratssitzung von einer Bürgerin die Beteiligung von Golmer Künstlern. Das Sitzungsprotokoll vermerkt: „Frau Dr. Ludwig findet die Idee toll und hätte die Überlegung, dass man einen Wettbewerb unter Golmer Künstlern veranstalten könnte.“

Wappentier als Inspiration

Eine erste Idee für das Kunstprojekt greift nach Angaben von Ludwig den Fischreiher als Wappentier des Ortsteils auf, der „als riesengroße Lego-Skulptur in einem der beiden Kreisverkehre“ aufgestellt werden könne. Als Vorbild nennt sie die lebensgroße Giraffe am Potsdamer Platz in Berlin.

Kurz vor dem Jahreswechsel habe sie eine Antwort von Lego aus Billund (Dänemark) auf die Frage bekommen, welche besonderen Vorkehrungen getroffen werden müssten, um ein Lego-Modell im Außenbereich nach dem Vorbild des Legolandes in Günzburg aufzustellen.

Zusätzliche Recherchemaßnahmen sind nicht auszuschließen

Erstes Fazit der Politikerin: Es bedürfe zusätzlicher Recherchemaßnahmen zum Schutz des Lego-Modells im Kreisverkehr vor Witterungseinflüssen. Kontaktiert hat sie auch Rene Hoffmeister in Niemegk, laut Ludwig der einzige zertifizierten Lego-Modellbauer in Deutschland. Er habe mitgeteilt, dass die Lego-Giraffe in Berlin als Vorbild aus Duplo-Steinen gefertigt „und mit einem stabilen Stahlgestell im Boden verankert“ sei.

Die Künstler aus Golm würden nach Einschätzung der Politikerin „vor der großen Herausforderung stehen, dass der Fischreiher“ im Gegensatz zur Berliner Giraffe „nur auf zwei Beinen steht. Hier wäre besonderes künstlerisches Geschick gefragt, wie man eine stabile Konstruktion umsetzt, bei der der Fischreiher als circa drei bis vier Meter hohe Lego-Skulptur die Golmer und ihre Gäste begrüßt“.

Es handelt sich lediglich um die „erste Idee“

Auf MAZ-Nachfrage bekräftigte Ludwig, dass es sich beim Fischreiher aus Legosteinen lediglich um eine erste Idee handle. Der Kunstwettbewerb solle ergebnisoffen sein. Die Stadtverordneten haben den Antrag des Ortsbeirats auf Durchführung von Kunstwettbewerben für die zwei Kreisverkehrsinseln sei September auf dem Tisch.

Der Finanzausschuss vertagte den Antrag zunächst, weil es keine Kostenschätzung gab: „So lange kein Preisschild vorliegt“, könne dieser Vorschlag „nur zur Kenntnis genommen werden“, sagte der Finanzausschuss-Vorsitzende Hagen Wegewitz (SPD).

Auch der Kulturausschuss hatte den Antrag zunächst vertagt und den Ortsbeirat um eine „Konkretisierung“ des Anliegens gebeten. Am Donnerstag soll die Debatte wieder aufgenommen werden. Die Sitzung im Kulturamt, Haus 9 auf dem Verwaltungscampus an der Hegelallee, beginnt um 17.30 Uhr.

Von Volker Oelschläger

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