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Potsdam Hat der CDU-Mann seine Nichte missbraucht?
Lokales Potsdam Hat der CDU-Mann seine Nichte missbraucht?
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20:23 14.04.2014
Die Täter kommen häufig aus dem Familienkreis. Quelle: dpa
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Potsdam

Der 54-Jährige war im Juni 2013 in erster Instanz schuldig gesprochen und wegen schweren sexuellen Missbrauchs an Kindern zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Dagegen legten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch S. Berufung ein - die Staatsanwaltschaft, weil ihr das Strafmaß zu gering erscheint; der Beschuldigte, weil er beteuert, unschuldig zu sein.

Mit bis zu zehn Jahren wird das bestraft, was S. seiner Nichte angetan haben soll. Laut Anklage hat er Sarah A. ab dem Vorschulalter sexuell missbraucht und sie zu Geschlechtsverkehr gezwungen - immer dann, wenn er zu Besuch bei der Familie seiner Schwester war. Irgendwann, sagt Sarah A., habe sie sich nicht mehr gewehrt, denn der Onkel habe ihr versprochen, die beiden jüngeren Schwestern in Ruhe zu lassen, sei sie ihm zu Diensten. Wenn er zu ihr ins Kinderzimmer und in ihr Bett kam, habe sie sich "wie begraben unter ihm" gefühlt, "wie nicht mehr da, wie ausgeschüttet". Danach habe er ihr Schokolade und Nutella geschenkt.

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Am Donnerstag trafen sich die Parteien vor dem Potsdamer Landgericht wieder. S. hat inzwischen den Anwalt gewechselt und den Münchner Strafverteidiger Claus Pinkerneil - bekannt aus der Sat.1-Doku-Soap "Anwälte im Einsatz" - verpflichtet. Zum Auftakt des Verfahrens stellte Pinkerneil sowohl einen Befangenheitsantrag gegen Richterin Angelika Eibisch als auch gegen den von der Staatsanwaltschaft beauftragten Psychologen, der die Glaubwürdigkeit des Opfers untersucht hat. Pinkerneils Begründung: Eibisch wolle kurzen Prozess machen und habe schon im Vorfeld jedes seiner Argumente abgeblockt. Dem Sachverständigen bescheinigt er "mangelnde Sachkunde": Sein Gutachten sei "völlig unprofessionell".

Der Befangenheitsantrag gegen die Richterin scheiterte; die Entscheidung in Sachen Gutachter steht noch aus. Der Beschuldigte hat derweil auf eigene Kosten ein Privat-Gutachten eingeholt, das die Glaubwürdigkeit des Opfers infrage stellt.

Auch Staatsanwalt Peter Petersen stellte zum Prozessauftakt einen Antrag: Weil ihm die Strafgewalt der kleinen Kammer nicht ausreichend erscheint, fordert er die Übergabe an die große Strafkammer. Somit ist klar: Petersen fordert mehr als die vier Jahre Haft, die die kleine Kammer verhängen kann. Sarah A. ist heute 26. Im Prozess tritt sie als Nebenklägerin auf, ohne dem Onkel begegnen zu müssen. Das Gericht ordnete an, dass der Angeklagte den Saal zu verlassen hat, bevor sie aussagt. Ärzte bescheinigen Sarah A. eine komplexe traumatische Belastungsstörung. Sie ritzt sich die Arme auf, nimmt Medikamente. Beim Prozess am Amtsgericht kollabierte sie.

S. hat im Zuge des Amtsgerichtsprozesses, in dessen Folge er verurteilt wurde, seine politischen Ämter in der CDU niedergelegt. Er lebt nach eigenen Aussagen von seiner Rente, ist nicht verheiratet und hat keine Kinder.

Die Verhandlung wird am 24.April fortgesetzt.

Von Nadine Fabian

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