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Potsdam „Angst braucht niemand zu haben“ – Sorge wegen Überfallserie in Potsdam wächst
Lokales Potsdam „Angst braucht niemand zu haben“ – Sorge wegen Überfallserie in Potsdam wächst
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17:45 17.02.2020
Die Polizei im Einsatz. (Symbolbild) Quelle: picture alliance
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Potsdam

Die Potsdamer sind verunsichert – noch immer konnte die eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe die Serie von Überfällen nicht klären und die Täter dingfest machen. Ende der Woche ist es auch in Teltow und Michendorf zu Rauben gekommen. Die MAZ hat die Polizei um Rat gefragt, wie man sich im Fall der Fälle verhalten sollte.

Besteht Grund zur Sorge?

Die Polizei beruhigt: „Die Potsdamer Bürger müssen sich um ihre Sicherheit nicht sorgen. – Keine Panik!“ Man sollte auf seinem Weg durch die Stadt in diesen Tagen aber grundsätzlich sensibel sein. „Es ist gut, auf seine Umgebung bewusster zu achten als üblich“, sagt Polizeisprecherin Juliane Mutschischk: „Aber Angst braucht niemand zu haben.“

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Muss man jetzt bei jedem Fremden, der drei Schritte hinter einem folgt, stutzig werden?

Nein, sagt die Polizei. Man sollte sich aber auf seine persönliche Intuition, sein Bauchgefühl verlassen. „Kommt mir jemand zu nahe, muss das nicht zwangsläufig heißen, dass er auch etwas im Schilde führt. So etwas kann immer passieren und ist meist ganz normal“, sagt Juliane Mutschischk. Sie rät, in aller Ruhe die Schrittzahl zu erhöhen und etwas Abstand zu gewinnen – und abzudrehen, wenn das schlechte Gefühl bleibt. „Wer sich in einer bestimmten Situation unwohl fühlt, sollte sich aus dieser Situation heraus begeben – ohne überzureagieren.“

Welche Wege und Umstände sollte man meiden?

Aus Sicht der Polizei brauchen die Potsdamer an ihren normalen Gepflogenheiten nichts zu ändern. Niemand müsse sich in seinem Verhalten einschränken. „Jeder soll tun, was er tun möchte“, sagt Juliane Mutschischk. „Jeder entscheidet für sich selbst, wo er langgeht und wo nicht. Wir geben nichts vor.“ Stichwort: Bauchgefühl. Jeder wisse selbst am besten, womit er sich wohlfühlt und womit nicht.

Es ist dunkel, man ist allein auf der Straße unterwegs: Wie sollte man sich im Fall der Fälle verhalten?

„Bloß nicht den Helden spielen“, das ist immer wieder zu hören – und das rät auch die Polizei. „Wenn man Opfer einer Straftat werden sollte, bitte den Forderungen nachkommen und sich nicht zur Wehr setzen und sich so möglicherweise in Gefahr bringen“, sagt Juliane Mutschischk. „Materielle Schäden sind ersetzbar!“ Sobald es möglich ist, sollten Betroffene die Polizei rufen.

Was kann man unternehmen, wenn man Zeuge eines Überfalls wird?

„Zivilcourage ist wichtig!“, sagt Juliane Mutschischk: „Nicht wegschauen oder weitergehen! Wenn man Zeuge einer Straftat wird, bitte sofort die Polizei informieren! Nur so können wir unverzüglich erfolgversprechende Fahndungsmaßnahmen einleiten.“ Dies gelte ebenso, wenn man Opfer einer Straftat wurde: „Bitte sofort die Polizei informieren!“ Auch für Zeugen gilt, sich nicht in Gefahr zu begeben. Nur, wer es sich zutraut, sollte einschreiten. „Das ist ganz allein die Entscheidung des Zeugen – dazu können wir nicht pauschal raten.“

Der Ernstfall ist eingetreten: Was sollte ein Opfer eines Überfalls unverzüglich tun?

Geschädigte, aber auch Zeugen, sollten versuchen, sich so viele Details wie möglich für die Personenbeschreibung zu merken – auch Auffälligkeiten, die Fluchtrichtung und das Fluchtfahrzeug, so vorhanden, sind wertvolle Informationen für die Polizei. „Diese Details können für unsere Ermittlungstätigkeit von großer Wichtigkeit sein“, sagt Juliane Mutschischk. „Die Ermittlungsgruppe der Polizei arbeitet auf Hochtouren, um die Täter zu ermitteln.“ Zeugen, die Hinweise geben können, werden gebeten, sich an die Polizeiinspektion Potsdam, unter 0331/55080, zu wenden. In Notfällen bitte die 110 wählen!

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