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Potsdam Flotte will Schadenersatz durch das Land
Lokales Potsdam Flotte will Schadenersatz durch das Land
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07:03 12.08.2019
Übung der Spezialeinheit auf dem Templiner See Quelle: Carstensen/dpa
Innenstadt

Ärger bei der Weißen Flotte Potsdam: Nach einer Anti-Terror-Übung der Polizei am 11. Juli auf dem Templiner See hat sich das Brandenburger Innenministerium noch immer nicht für die plötzliche Sperrung der Havel entschuldigt. Unmittelbar nach der für die SPD-Innenministerkonferenz veranstalteten Geiselbefreiungs-Übung auf der „Friedericus Rex“ der Weißen Flotte hatte das Ministerium eine Kommunikationspanne eingeräumt und eine Entschuldigung versprochen.

Entschuldigung kam nicht an

Ministeriums-Sprecher Ingo Decker berief sich am Wochenende auf eine Mail des Polizeipräsidiums (Wasserschutzpolizei-Angelegenheiten) an den Einsatzleiter der Weißen Flotte, Silvio Löschner, in der man sich für die „Unannehmlichkeiten“ entschuldigt habe. Löschner habe sich am selben Tag dafür bedankt, doch die Geschäftsführung wurde davon nicht in Kenntnis gesetzt. „In so einem Fall ruft man auf der anderen Seite doch den Chef an und nicht den Hausmeister oder so“, ärgert sich Geschäftsführer Jan Lehmann, in dessen Führungsetage bis Freitagabend niemand von der Mail wusste. Kein Wunder, denn eigentlich ging es darin um gewünschte Anlegerechte für das Führungs- und Konferenzschiff WSP 1 der Wasserschutzpolizei am 8. August. Nur angehängt war die Entschuldigung der Polizei, nicht des Ministeriums.

Die Wasserschutzpolizei hat nach Kenntnis Lehmanns aber gar keine Schuld an der Sperrung der Havel, über die Lehmann sich bei der Behörde beschwerte und die Auskunft bekam, „die nächsten 35 Minuten“ sei die Wasserstraße gesperrt. Weil der Flottenchef nicht locker ließ, hielt die Polizei noch mal Rücksprache beim Ministerium; es blieb bei der Sperrung, angewiesen offenbar vom Land.

Verluste für Unternehmen

Er selbst sei erst um 12.10 Uhr telefonisch von der Sperrung informiert worden und habe eilends versucht, ein Ersatzschiff einzusetzen; das sei aber nicht gelungen. Um 13 Uhr hätte die Schlösserrundfahrt starten müssen. Er habe noch die Wasserschutzpolizei angerufen und geradezu gebettelt: „Lasst das Schiff durch!“, berichtet Lehmann. Das sei abgelehnt worden.

Das Unternehmen hat einen finanziellen Verlust erlitten. Lehmann sagte der MAZ, man habe 60 schon verkaufte Tickets für die Schlösserrundfahrt an die am Hafen wartenden Gäste zurückerstatten und 80 weitere Kunden abweisen müssen; man habe auf rund 1000 Euro Einnahmen verzichtet. „Wir prüfen eine Schadensersatzforderung“, sagte der Manager. „Ich bin stinksauer. Nach Gutsherrenmanier hat Innenminister Karl-Heinz Schröter hier die Wasserstraße für den Schiffsverkehrt gesperrt, ohne uns vorher Bescheid zu sagen.“ Die „Königswald“ habe eine halbe Stunde in Caputh festgelegen und die nachfolgende Rundfahrt nicht machen können: „Anschlussfahrten sind ins Wasser gefallen.“

Das Innenministerium behauptet, es sei nie geplant gewesen, die Wasserstraße komplett zu sperren. Nur der Sportbootverkehr sollte für jeweils wenige Minuten“ aufgehalten werden, wenn die Innenminister mit ihrem Boot am gecharterten Dampfer an- und wieder ablegen. Damit wird die Polizei verantwortlich gemacht. Das Innenministerium hat Decker zufolge „schon damals gegenüber der Polizei klargestellt, dass die missliche Geschichte rückstandsfrei zu bereinigen ist und es dazu alle notwendigen Maßnahmen ergreifen solle.“

Von Rainer Schüler

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