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Potsdam Ehepaar stirbt bei Blaulichtfahrt – Prozess gegen Polizist beginnt
Lokales Potsdam Ehepaar stirbt bei Blaulichtfahrt – Prozess gegen Polizist beginnt
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00:23 14.06.2019
Die Unfallstelle an einer der zentralen Kreuzungen in Teltow – im Hintergrund das Wrack der getöteten Eheleute. Quelle: Blaulicht-Report Potsdam
Teltow

Mehr als anderthalb Jahre nach der tödlichen Blaulichtfahrt eines Polizeiwagens durch Teltow (Potsdam-Mittelmark) muss sich ab Mittwoch, 12. Juni, der Beamte vor Gericht verantworten, der an jenem Tag am Steuer gesessen und das Leben eines Ehepaares ausgelöscht hat. Die Staatsanwaltschaft wirft dem inzwischen 27-Jährigen eine fahrlässige Tötung vor. Die Verhandlung findet am Amtsgericht Potsdam statt. Dazu sind mehr als ein Dutzend Zeugen – darunter Gutachter der Dekra und der Gerichtsmedizin – geladen. Der Sohn des getöteten Paares tritt im Prozess als Nebenkläger auf.

Mit Blaulicht und Sirene durch die Stadt – und mit fast 90 km/h

Der beschuldigte Polizist war in Begleitung eines jüngeren Kollegen am Morgen des 15. Oktober 2017 gegen 7.17 Uhr mit dem Funkstreifenwagen vom Typ VW T6 mit Blaulicht und Sirene auf der Potsdamer Straße zu einem Einsatz am Bahnhof Teltow unterwegs. Beim Einfahren in den Kreuzungsbereich von Potsdamer- und Warthestraße raste der Kleinbus auf einen von links aus der Warthestraße kommenden Audi der Eheleute Antje und Michael Z. – laut Anklage „mit einer unangepassten Geschwindigkeit von etwa 74 bis 87 km/h“. Der Audi wurde an der Beifahrerseite getroffen, drehte sich, prallte gegen eine Rabatte und überschlug sich. Das Paar starb noch an der Unfallstelle: Michael Z. wurde 70 Jahre alt, seine Frau Antje 60. Die beiden Polizeibeamten wurden verletzt und zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht.

Staatsanwaltschaft gibt Ehepaar eine Mitschuld am verheerenden Unfall

Laut Anklage zeigte die Ampel an der Kreuzung sowohl für die Polizisten als auch für die Eheleute rot. Offenbar gibt die Staatsanwaltschaft Potsdam aber den Eheleuten – beziehungsweise dem hinter dem Lenkrad sitzenden Ehemann – eine Mitschuld an dem verheerenden Unfall: Der Audi habe die Sondersignale des Polizeifahrzeugs missachtet, heißt es in der Anklage. Bei einem Schuldspruch droht dem Polizisten eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren und mindestens eine Geldstrafe.

Die Verhandlung ist öffentlich. Weil das Gericht davon ausgeht, dass das Interesse an dem Fall besonders groß ist, findet der Prozess nicht wie üblich im Justizzentrum an der Jägerallee, sondern im geräumigen Saal 215 des alten Amtsgerichts an der Hegelallee statt. Beginn ist um 9 Uhr. Zwar ist in der Sache bislang nur ein Verhandlungstag angesetzt, in Anbetracht der langen Zeugen-Liste ist mit einem Urteil aber noch nicht zu rechnen.

Von Nadine Fabian

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