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Potsdam Vom Werner-Alfred-Bad zum Kaisergarten
Lokales Potsdam Vom Werner-Alfred-Bad zum Kaisergarten
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17:35 25.11.2019
Das Werner-Alfred-Bad in der Hegelallee als Postkartenmotiv in einer Aufnahme von 1930. Quelle: Sammlung www.grussauspotsdam.de
Jägervorstadt/Nauener Vorstadt

Ansichtskarten erzählen Stadtgeschichte. So wie die zwei Aufnahmen vom Werner-Alfred-Bad in der Hegelallee. Die erste zeigt die Volksbadeanstalt kurz nach ihrer Eröffnung am 14. Dezember 1913, finanziert über eine Stiftung von Käthe Pietschker in Erinnerung an ihren Sohn, den 1911 tödlich verunglückten Flugpionier Werner-Alfred Pietschker. Die zweite Postkarte zeigt die Halle mit dem ovalen Becken um 1930.

Erzählt wird dazu, wie es mit dem Bad zu Ende ging: Der Schul-Schwimmunterricht wechselte 1970 in die neue Schwimmhalle am Brauhausberg. 1992 wurde das Bad von der klammen Stadt aus Kostengründen geschlossen. 2005 schließlich eröffnete man in dem Bau ein Gesundheitszentrum mit Biomarkt.

„Ein Schatz der Erinnerung“

„Manche denken, Postkarten seien aus der Mode gekommen“, schreibt Hinrich Enderlein, der Vorsitzende des Brandenburgischen Kulturbundes: Doch „in Deutschland mit seinen zerstörerischen Katastrophen, die das Bild gewachsener Stadtlandschaften komplett verändert haben, sind diese Postkarten ein Schatz der Erinnerung“.

Auch das Königliche Viktoria-Gymnasium, Vorgänger des heutigen Helmholtz-Gymnasiums, ist eine Station des Spaziergangs. Quelle: www.grussauspotsdam.de

In der Aula des Helmholtz-Gymnasiums in der Kurfürstenstraße 53 wird am Dienstag um 18 Uhr ein vom Kulturbund herausgegebenes Heft mit der Abbildung von rund 80 historischen Postkarten aus der Nauener und der Jägervorstadt vorgestellt. Das Büchlein mit dem Vorwort Hinrich Enderleins ist das Resultat einer großen gemeinschaftlichen Anstrengung.

Zusammengetragen von Ute Meesmann und Kerstin Walter, mit Material unterstützt von dem Postkartensammler Klaus Hennenthal, mit fachkundigem Rat von den Potsdam-Kennern Hartmut Knitter, Volker Schobeß, Thoas Töpfer, Jörg Limberg und Jörg Kirschstein, ist dieses Heft nach Publikationen für die Brandenburger und die Berliner Vorstadt die dritte Edition auf Basis historischer Postkarten.

Das Ende des „Kaisergartens

Und einmal mehr lehrt dieses Buch, dass es bei jedem Bau, mag er auch noch so gewichtig sein, ein Vorher gab. So erfährt der Leser von einem „Kaisergarten“ an der heutigen Friedrich-Ebert-Straße, einem „mit seiner vornehmen Ausstattung vielbesuchten Vereins-, Ball- und Konzertlokal, das 1902 dem riesigen Königlichen Regierungsgebäude weichen musste“.

Dieser wilhelminische Protzbau ist heute dringend sanierungsbedürftig und als Stadthaus jedem Potsdamer ein Begriff.

Der Postkartenausflug in die von Militär, Wirtschaft, Kunst und Wohnkultur geprägten Vorstädte ist reich gespickt mit Anekdoten. So ragen aus dem Eckhaus Jägerallee/Gregor-Mendel-Straße noch heute grimmige Bismarck-Köpfe mit Kanonen, mit denen der damalige Eigentümer und Tonwarenfabrikant Friedrich Wilhelm Koch nach dem Kriegstod des Sohnes 1866 seine Wut auf den späteren Reichskanzler kanalisierte.

Komplettiert wird das Büchlein mit einem Register der mehrfach geänderten Straßennamen in den Vorstädten.

Info ISBN 978-3-00-063914-2, Verkaufspreis 9,95 Euro.

Von Volker Oelschläger

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