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Potsdam Der Garnisonkirchenstiftung fehlen 26 Millionen Euro
Lokales Potsdam Der Garnisonkirchenstiftung fehlen 26 Millionen Euro
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21:03 23.04.2014
Wolfgang Huber Quelle: Christel Köster
Potsdam

In einem Interview mit der "Berliner Morgenpost" gab Alt-Bischof Wolfgang Huber als Grund für die Verzögerung des Baubeginns das fehlende "Eigenkapital" der Stiftung an. Zwar habe die Bundesregierung eine finanzielle Beteiligung von zwölf Millionen Euro zugesagt, die Auszahlung aber an die Bedingung geknüpft, dass das Gesamtvorhaben finanziell abgesichert ist. Die MAZ hatte bereits im Januar über die von der Bundesregierung diktierten Förderbedingungen berichtet. Schon damals kamen Zweifel auf, ob der Baubeginn für die Kirche zu halten ist. "Der Baubeginn verzögert sich, weil wir das Projekt nicht in Einzelabschnitten finanzieren, sondern die Gesamtfinanzierung erst einmal stehen muss", so Huber. Dafür fehlen noch 26 Millionen Euro. Dennoch gehe er davon aus, "dass der Turm im Oktober 2017 steht".

Doch nicht nur Finanzierungsfragen machen der Stiftung zu schaffen. Seit einigen Wochen läuft ein Bürgerbegehren gegen den Wiederaufbau der Kirche, das darauf abzielt, dass sich die Stadt Potsdam aus der Stiftung und damit aus dem Projekt komplett zurückzieht. Lutz Boede, Sprecher der "Bürgerinitiative für ein Potsdam ohne Garnisonkirche", konnte an Ostern eine stolze Zwischenbilanz präsentieren: Bereits mehr als 6000 Unterschriften sind gesammelt worden. Wenn innerhalb eines Jahres rund 13.500 gültige Unterschriften von Einwohnern der Stadt zusammenkommen, muss sich die Stadtverordnetenversammlung mit der Forderung der Auflösung der Garnisonkirchenstiftung befassen.

Als "guter Demokrat" bejahe er eine "faire und lebhafte Diskussion", so Huber. "Würde der Protest aber zu einer weiteren Verzögerung führen, wäre das sehr schade." Wie verbissen der Streit um die Garnisonkirche inzwischen geführt wird, zeigt eine Auseinandersetzung zwischen der Studentenvertretung (Asta) der Uni Potsdam und dem Wissenschaftsministerium. Der Asta hatte die Organisatoren des Bürgerbegehrens mit 1800 Euro unterstützt. Das rief das Ministerium auf den Plan, das diese Art der Verwendung von studentischen Geldern für rechtswidrig hält. Die Universitätsleitung soll nun prüfen, ob der Asta seine Kompetenzen überschritten hat. Die Studentenvertretung hat die Vorwürfe inzwischen zurückgewiesen. Der Wiederaufbau der Kirche verletze studentische Interessen, weil bei den Planungen in der Breiten Straße "weder die derzeitigen Wohnheime noch eine studentische Kneipe" berücksichtigt würden.

Von Jürgen Stich

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