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Potsdam Anwohner haben Angst vor Feuerteufel
Lokales Potsdam Anwohner haben Angst vor Feuerteufel
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22:01 20.01.2014
Löscharbeiten am frühen Samstagmorgen im Kirchsteigfeld. Quelle: Pascal van der Meer
Potsdam

Wie blank die Nerven im Wohngebiet Kirchsteigfeld nach den Autobränden der vergangenen Tage liegen, zeigt ein Facebook-Eintrag. Ein Bürger appelliert da an den Unbekannten, der binnen zwei Wochen dreimal in öffentlich zugänglichen Parkdecks Autos angesteckt hat: „Lieber Feuerteufel, du, der Angst und Schrecken in einer eigentlich ruhigen und schönen Wohngegend verbreitest. Begib dich bitte in psychologische Betreuung!“ Und der Schreiber fährt fort: „Stelle dich der Polizei, es organisieren sich schon einige Bürger und würden gerne Selbstjustiz üben.“

Nach dem Täter, der am 8., 14., und 19. Januar 2014 Feuer im Kirchsteigfeld legte, sucht die Polizei. Er ist aber noch in Freiheit. Und die Nachbarn sind in großer Sorge. „Klar hat man Ängste. Ich gehe immer mit einem mulmigen Gefühl ins Bett“, sagt eine Anwohnerin des Hauses, in dessen Parkdeck es in der Nacht vom Samstag gebrannt hat. „Mitten in der Nacht mit drei kleinen Kindern aus dem Schlaf gerissen zu werden und aus der Wohnung zu müssen, das war ein Schock“, sagt die Frau, die ihren Namen nicht nennen will – so wie alle Befragten. Ihr Auto parkt sie wie immer auf der Straße. Die Parkflächen im Erdgeschoss der Wohnhäuser sind ohnehin nicht abschließbar. „Da kann ja jeder rein“, sagt die Mutter von drei Kindern. Sie wünscht sich vor allem, dass der oder die Täter schnell gefasst werden. „Außerdem wären Rauchmelder sicher hilfreich – nicht nur in den Wohnungen“, sagt sie.

Ermittlergruppe der Kripo untersucht mehrere Brandserien

In der Nacht zu Sonntag haben in dem Wohngebiet erneut Autos gebrannt. Es ist der dritte Anschlag binnen zwei Wochen. Die Polizei hat nun eine spezielle Ermittlergruppe eingesetzt und geht von einem Serientäter aus. Angefangen hatte alles mit Mülltonnenbränden im vergangenen Jahr.

Ein Familienvater parkt sein Auto an der Straße. Auch er hat von den Bränden gehört und fühlt sich im sonst sehr ruhigen Kirchsteigfeld nicht mehr so sicher. „Man hat aber auch nicht jede Minute Angst“, sagt er. Er bestätigt den Facebook-Eintrag. Es gebe Überlegungen von Anwohnern, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und in der Nacht im Wohngebiet aufzupassen.

„Früher waren nicht so viele Ganoven hier. Jetzt kommen die schon bis zu uns“, sagt ein älteres Ehepaar. Ihr Auto steht in einem Parkhaus, dort wähnen sie ihren Wagen in Sicherheit: „Da hat es noch nicht gebrannt – und wird es hoffentlich auch nicht.“

Am 19. Januar brannten mehrere Pkw unter einem Carport eines Mehrfamilienhauses in der Bettina-von-Arnim-Straße im Kirchsteigfeld. Durch die Hitzeentwicklung wurden vier weitere Fahrzeuge beschädigt. Zehn Personen mussten ihre Wohnungen verlassen.

Viele Bewohner der Bettina-von-Arnim Straße lassen ihre Autos ebenfalls auf den Parkflächen neben der Fahrbahn stehen. Eine Frau erzählt, ihr Mann habe den Brand in der Nacht zu Samstag entdeckt: „Mein Mann konnte nicht schlafen und hat das Knallen der platzenden Autoreifen gehört. Eigentlich wollte er nur durch das Fenster rufen, ob es denn nicht bald mal genug sei, da sah er den Rauch, alarmierte um 1:23 Uhr die Feuerwehr und klingelte die Bewohner des Hauses aus den Betten“, erzählt die Frau. Sie äußert, dass die Autos auf den Parkflächen sicherer sind als in den dunklen Ecken der Garagen. „Ich wünsche mir, dass die Polizei hier öfter mal Streife fährt, auch nachts“, sagt sie.

Zugeschlagen hat der Unbekannte immer zwischen 23 und 3 Uhr. „Wer in dieser Zeit Auffälliges beobachtet hat, soll sich bitte bei uns melden!“, sagt Heiko Schmidt, Sprecher der Polizeidirektion Potsdam West. Derzeit klären Brandermittler noch, wie viele Autos tatsächlich angesteckt wurden und wie viele durch den Initialbrand Feuer fingen.

Verunsichert sind die Bewohner des Viertels auch durch eine Serie von Einbrüchen in Verschläge. Diese Kammern liegen – ebenso wie die Parkdecks – zu ebener Erde.

Von Friederike Steemann

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