Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Was 2019 für Potsdam wichtig wird
Lokales Potsdam Was 2019 für Potsdam wichtig wird
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 05.01.2019
Modell für den neuen Stadtteil Krampnitz. Quelle: Peter Degener

Die Stadt wächst auf mehr als 180.000 Einwohner

Die jüngste vom Rathaus veröffentliche Bevölkerungsstatistik wies zum 30. September des vergangenen Jahr 177 850 Einwohner mit Hauptwohnsitz aus, am 30. September 2017 waren es zum Vergleich 174 406 Einwohner mit Hauptwohnsitz. Der neue Rekord von 180 000 Einwohnern könnte noch im ersten Halbjahr aufgestellt werden. Einwohner mit Nebenwohnsitz eingerechnet, hat Potsdam die 180 000er Schwelle übrigens schon im Frühherbst 2017 genommen.

Das Superwahljahr ist gut für Überraschungen

Von besonderem Interesse für die Stadt ist die Kommunalwahl, bei der die Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung neu gemischt wird. Zur jüngsten Kommunalwahl 2014 lag die Linke mit 25,3 Prozent der Stimmen noch knapp vor der SPD (23,4 Prozent). Wahlprognosen sind in der schnell wachsenden Stadt noch schwieriger als anderswo, denn seit 2009 zogen jährlich mehr als 10 000, seit 2015 sogar jährlich mehr als 12 000 Menschen aus anderen Regionen in die Stadt – mitsamt ihren eigenen parteipolitischen Vorlieben.

Baubeginn für Wohnungen in Krampnitz

Noch zum ersten Quartal ist der Baubeginn für die ersten Wohnungen in früheren Stabsgebäuden auf dem Krampnitzer Kasernenareal angekündigt. Die ersten Mieter sollen 2021 einziehen. Auch in der Stadtmitte wird das Tempo forciert. Mitte des Jahres soll nach Angaben des Sanierungsträgers mit der Vorbereitung für Wohnungsbau auf dem Grundstück der 2018 abgerissenen Fachhochschule begonnen werden. Auch auf dem früheren Tramdepot an der Heinrich-Mann-Allee beginnen nach langwieriger Kampfmitteluntersuchung die Erschließungsarbeiten für ein neues Viertel mit 750 Wohnungen.

Ein noch nie dagewesenes Tempo bei den Schulneubauten

Im Frühjahr werden der Erweiterungsbau und die Vierfeldhalle in der Gagarinstraße an die Montessori-Gesamtschule übergeben. Ebenfalls im Frühjahr ist der Neubau der zweizügigen Grundschule Bornim inklusive Hort fertiggestellt. Und zum Schuljahr 2019/20 sollen auch das Schulgebäude der dreizügigen Grundschule, der Hort und die Turnhalle an den Roten Kasernen Ost in Nutzung gehen. „2019 ist das erste Mal, dass wir Neubauten an drei Schulstandorten in einem Jahr fertigstellen“, sagt Bernd Richter, der Chef des Kommunalen Immobilienservices (Kis).

Entscheidungen zu Kita-Beitragsrückzahlungen

An ihre Grenzen stieß die Stadt bei der Berechnung der Elternbeiträge für die fast 140 privat geführten Kindertagesstätten. Die letzten Kitas in kommunaler Trägerschaft sind bereits vor Jahren abgeschafft worden. Mittlerweile ist von bis zu 40 Millionen Euro Rückzahlung für falsch kalkulierten Beiträge aus den Jahren 2015 bis 2018 die Rede. Eine Sondersitzung der Stadtverordneten am 14. Januar soll nach mehr als eineinhalb Jahren Diskussion Klarheit bringen. Im April soll es zur Absicherung der Rückzahlungen einen Nachtragshaushalt geben.

Leipziger Dreieck wird Baustelle, Busspur nach Geltow kommt

Stau zum Berufsverkehr am Leipziger Dreieck. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die nächste große Straßenbaustelle wird im April am Ausgang der Friedrich-Engels-Straße Richtung Innenstadt eröffnet. Eineinhalb Jahre soll der damit beginnende Komplettumbau des Leipziger Dreiecks dauern. Das Rathaus versichert, dass für die Zeit der Bauarbeiten an diesem Verkehrsknotenpunkt pro Fahrtrichtung zumindest eine Spur geöffnet bleibt. Im Herbst soll mit dem Bau einer Busspur zwischen dem Bahnhof Pirschheide und Geltow begonnen werden. Diese Baustelle hat zentrale Bedeutung für den seit 2017 laufenden Modellversuch mit der Einengung der Zeppelinstraße zur Verkehrs- und Schadstoffreduzierung. Die Busspur sollte eigentlich schon zum Versuchsbeginn freigegeben werden, damit die Busse als Alternative zum Privatauto nicht im Stau stecken bleiben. Ersatzweise, monierten Kritiker, nehmen viele Autofahrer nun Umwege über andere Straßen, statt auf die Öffentlichen umzusteigen.

Entscheidung zur RAW-Digitalschmiede, Vorentscheid zum Kreativzentrum

In diesem Jahr sollen gleich mehrere Großinvestitionen für die Wirtschaft mit städtebaulicher Bedeutung wichtige Hürden nehmen. Noch im ersten Halbjahr soll mit dem Ausbau des Lokzirkus von Orenstein & Koppel in Babelsberg begonnen werden. In den nächsten Monaten wird der Grundsatzbeschluss der Stadtverordneten zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für den Ausbau der alten RAW-Halle zur Digitalschmiede mit 1000 Arbeitsplätzen erwartet. Ebenfalls im Frühjahr soll die Machbarkeitsstudie für den Bau eines Zentrums für die Kreativwirtschaft vorliegen, mit dem auch Ersatz für das Kunsthaus im Rechenzentrum geschaffen werden soll.

Bleibt das „Minsk“?

Fortgesetzt wird in zwei Wochen das Werkstattverfahren zum weiteren Umgang mit dem Terrassenrestaurant Minsk am Brauhausberg, das beispielhaft steht für den Versuch, die Dynamik der wachsenden Stadt und städtebaulichen Anspruch zueinander zu bringen. Hier stehen die Forderung nach dem Erhalt eines Zeugnisses der sogenannten Ost-Moderne gegen eine mögliche Maximalverwertung des Geländes für den Wohnungsbau. Ebenfalls in diesem Jahr kommt Klarheit zum Umzug des Stadtbades Babelsberg Richtung Humboldtbrücke und einer Neugestaltung des Bootshausgeländes für den Seesportclub. Die dazu angekündigte Rathausvorlage ist überfällig. Überfällig ist ebenso die Vorlage nach einem Werkstattverfahren zur Zukunft der Biosphärenhalle. Beide Vorlagen waren für den Spätherbst 2018 angekündigt.

Picasso, Bauhaus und Van Gogh

Modell für die Seebühne des Hans-Otto-Theaters. Quelle: HOT

Als kulturelle Highlights stehen unter anderem Ausstellungen mit Werken Van Goghs und Picassos im Museum Barberini an. Mit einer Lesung im Hans-Otto-Theater beginnt am 13. Januar das Programm zum Fontanejahr. Die Tanztage der Fabrik widmen sich dem 100. Bauhaus-Jubiläum, das Potsdam-Museum präsentiert mit Geschichten aus Potsdam und Babelsberg 1914-1945 den zweiten Teil des Projekts „Umkämpfte Wege der Moderne“. Schließlich will das Hans-Otto-Theater mit einer Shakespeare-Komödie von Peter Jordan zum Ende der Saison endlich die Seebühne am Tiefen See flottmachen, die seit Eröffnung des Theaterneubaus 2006 quasi ungenutzt ist..

30. Jubiläum des Mauerfalls

Eröffnet wird der Reigen von Veranstaltungen zum 30. Jubiläum des Mauerfalls vom Förderverein des Potsdam-Museums am 24. Januar im Potsdam-Museum mit dem Auftakt zu einer Zeitzeugen-Reihe. Erster Gast ist der Historiker Thomas Wernicke, nach den ersten freien Wahlen 1990 erster Fraktionsvorsitzender des Neuen Forums/Argus in der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung. Bis zum eigentlichen Jahrestag am 9. November soll auf dem Luisenplatz ein Denkmal für die Friedliche Revolution eingeweiht werden; der damalige Platz der Nationen war am 4. November 1989 Schauplatz der größten Kundgebung von Potsdamern im Wendeherbst.

Von Volker Oelschläger

Eine Kopie der beliebten Keramik-Figurengruppe von Carola Buhlmann mit Vater, Mutter und Sohn soll Ende des Jahres wieder an ihrem Stammplatz an der Brandenburger Straße stehen.

05.01.2019

Pendler in Potsdam mussten sich am zweiten Tag des Jahres auf Probleme bei der S-Bahn einstellen. Wegen einer Signalstörung fuhren die Bahnen der S7 am Mittwochmorgen nicht wie gewohnt.

02.01.2019

Ein Mann hat an der Wetzlarer Straße eine einen Tresor und eine Geldkassette gefunden. Das Geld gehört zu einer Babelsberger Firma, wo der Einbruch bisher unentdeckt blieb.

01.01.2019