Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Potsdams große Chaos-Straße
Lokales Potsdam Potsdams große Chaos-Straße
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:45 07.04.2014
Quelle: Rainer Schüler
Potsdam

Zwischen der Nansenstraße und der Kastanienallee schwenkt der Radweg hin und her zwischen Fußweg und Straße; Autofahrer müssen ständig fürchten, dass vom Gehweg ein Zweiradfahrer vor den Kühler sprintet, und die Radfahrer riskieren, in den Straßenbahnschienen stecken zu bleiben. Mehrfach hat es hier schon Stürze gegeben, bislang immer ohne schwere Folgen.

Tamás Blénessy ist passionierter Radler, ortskundig auch. Er kennt die heiklen Ecken, doch akzeptieren möchte er sie nicht. Er wird nämlich gezwungen, in stadtauswärtiger Richtung mehrfach das Straßenbahngleis zu queren und an mindestens zwei Stellen Konflikte mit dem öffentlichen Nahverkehr zu riskieren.

Da ist zunächst die Haltestelle "Bahnhof Charlottenhof". Hier können Radfahrer theoretisch den Gehweg nutzen - wenn da nicht die Einfahrt zur Geschwister-Scholl-Straße 13 wäre, die oft zugeparkt ist. Vor der Pizzeria "avanti" und dem Café "Denise" (Hausnummern 13 und 14) tummeln sich neben wartenden Fahrgästen auch Kunden der Gastronomie. Radfahrer weichen deshalb oft auf die Tramtrasse aus und queren das Gleis. "Absolut eklig, wenn da so eine Riesentram hinter einem angerauscht kommt", findet Blénessy. Hier könnte man etwas an der Einfahrt zur Scholl-Straße 13 verändern: Asphalt statt Kopfsteinpflaster und eine deutliche Halteverbotsmarkierung.

Die Potsdamer haben Chaos-Ecken im Visier

"Völlig albern" findet Blénessy die Brücke über den Schafgraben kurz hinter der Hans-Sachs-Straße. Hier ist man als Radfahrer wieder gezwungen, ein Gleis zu queren - für exakt 15 Meter. "Diese Brücke wurde vor einigen Jahren saniert. Einen Radfahrstreifen hat man schlichtweg vergessen." Der Radweg, der hinter der Brücke auf dem Gehweg beginnt, ist bis zur Tramhaltestelle "Schloss Charlottenhof" ein "schlechter Witz", schreibt Blénessy, weil die Wegeplatten schadhaft sind. Hier muss dringend am Gehweg gearbeitet werden, findet er; das seien vielleicht 150 Meter. "Bei Regen ist das Ganze ein Abenteuer deluxe", urteilt Blénessy: "Und ich habe auf diesem Abschnitt schon einige Radfahrer stürzen sehen. Das muss nicht sein!"

In der Gegenrichtung würden Radfahrer komplett ignoriert, wenn an der Haltestelle "Bahnhof Charlottenhof" gerade eine Tram oder ein Bus hält und man in die Stadt fahren möchte. "Da wird munter überholt - ohne Rücksicht auf den Gegenverkehr. Vielleicht wäre es sinnig, die Ampel, die ohnehin dort den Fußgängerverkehr regelt, so umzubauen, dass ein rotes Signal am Ende der Tramhaltestelle in Betrieb geht, falls Tram oder Bus da halten."

Den Überblick über eine echte Chaos-Ecke hat Gerhard Sellin in der Breiten Straße 22. Er schaut aus seinem Fenster oft fassungslos hinunter auf das Markierungswirrwarr der Kreuzung Breite Straße, Schopenhauerstraße, Wall am Kiez; er hat es fotografisch festgehalten: Fortwährend irren sich hier Verkehrsteilnehmer oder ignorieren schlicht die Regeln, weil sie schwer verständlich sind. Merkwürdigerweise werden Radler aus der Schopenhauer zwischen die Autoschlangen geklemmt und linksabbiegend diagonal über die Kreuzung geführt.

In der Kreuzungsmitte gibt es häufig Fast-Zusammenstöße mit Autos aus dem Wall am Kiez, deren Fahrer unschlüssig sind, auf welcher Seite sie die Radfahrer umkurven sollen. Also schneiden sie den Weg der Velos, die in die Breite Straße und in Richtung Lange Brücke wollen. Würde man die Diagonalregelung für Radler konsequent handhaben, führte man sie auch aus Richtung Wall am Kiez und in Richtung Zeppelinstraße so; das tut man aber nicht. Radler indes tun's trotzdem diagonal; man fährt einfach aneinander vorbei. Ganz andere Regeln gelten für Radler, die aus Richtung Zeppelinstraße in die Schopenhauer wollen: Sie überqueren den Wall am Kiez und fahren dann schräg neben dem Ampel-Geh-und-Radweg über die Breite Straße.

Gefährliche Ecken

  • Die Polizei hat in der Verkehrsstatistik 2013 Unfallhäufungspunkte benannt: die Bahnhofsecke an der Langen Brücke, die Kreuzung Jägerallee/Reiterweg in Richtung Pappelallee, die Bundesstraße 2 im Norden Potsdams zwischen Sacrow und Groß Glienicke, die Kreuzung Zeppelin-/Breite Straße.
  • Die MAZ fragt ihre Leser: Welche Ecke ist für Sie gefährlich? Hinweise an: Märkische Allgemeine Zeitung, Potsdamer Tageszeitung, Friedrich-Engels-Straße 24, 14473 Potsdam. E-Mail an: potsdam-stadt@MAZ-online.de

Von Rainer Schüler

Potsdam Geoforschungszentrum ist seit Jahren in der chilenischen Krisenregion aktiv - Dank Potsdamer Rat auf Beben vorbereitet

Dass bei einem derart starken Beben, wie es sich gerade im Norden Chiles ereignet hat, nur fünf Tote zu beklagen sind, hat auch mit wissenschaftlicher Arbeit und Expertenrat zu tun.

02.04.2014
Potsdam Hasso-Plattner-Institut - Fachgebiet Informationssysteme - "Ich war kein Nerd"

Der Wahl-Babelsberger Felix Naumann (42) leitet am Hasso-Plattner-Institut das Fachgebiet Informationssysteme. Ein Sex-Symbol als Werbeträger für Süßkram? Kommt vielleicht eher für Pflegeprodukte oder Luxusartikel infrage. Je nachdem, welchen Stempel Medien Prominenten aufgedrückt haben, kommen sie als verkaufsfördernde Aushängeschilder in Betracht oder eben nicht.

02.04.2014
Potsdam Geräte in den Bussen und Bahnen seien ausreichend - ViP baut alle Ticketautomaten ab

Gemütlich eine Fahrkarte ziehen, bevor die Bahn kommt - das ist an den städtischen Haltestellen des Verkehrsbetriebs Potsdam (ViP) nicht mehr möglich. Fahrgäste in Potsdam dürfen sich ab sofort durch Busse und Straßenbahnen drängeln, um ein Ticket zu ergattern. Denn der ViP hat am Mittwoch alle seine Automaten im Stadtzentrum abgebaut.

03.04.2014