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Potsdam Digitalcenter im RAW: Das sind die Sorgen der Anwohner um ihr Wohngebiet
Lokales Potsdam Digitalcenter im RAW: Das sind die Sorgen der Anwohner um ihr Wohngebiet
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20:51 25.09.2019
Am Mittwochabend fand im Humboldt-Gymnasium eine Anwohnerinformationsrunde zum Vorhaben auf dem RAW-Gelände statt. Quelle: Bernd Gartenschläger
Teltower Vorstadt

Bei einer Einwohnerversammlung zum Bauvorhaben auf dem ehemaligen RAW-Gelände (Reichsbahnausbesserungswerk) haben am Mittwoch rund 60 Potsdamer mit der Stadtverwaltung und dem Bauherrn des geplanten Digitalzentrums debattiert. Der Eigentümer der unter Denkmalschutz stehenden Immobilie, die in den vergangenen Jahren stark verfallen war, plant die Wiederbelebung der eigentlichen Halle und zwei Neubauten. Neben Büroflächen auf 28.000 Quadratmetern sollen Gastronomie, Einzelhandel und ein Fitnessstudio entstehen.

Blick aufs RAW-Gelände in Potsdam. Quelle: Friedrich Bungert

„Grundsätzlich ist es natürlich gut, wenn dort gebaut und die Brache belebt wird“, sagt Hannes Rauhe von der Anwohnerinitiative Teltower Vorstadt. Diese hatte sich nach der ersten Informationsveranstaltung für die Einwohner gegründet, binnen weniger Tage waren mehr als 40 Nachbarn zusammengekommen, um ihre Sorgen zu bündeln. „Aber es muss passend zu den Bedürfnissen der Stadt gebaut werden“, so Rauhe weiter.

Anwohner fordern Milieuschutz in ihren Stadtvierteln

Genau dies sehen die organisierten Anwohner nicht, sie befürchten viel mehr eine Störung der sozialen Durchmischung ihrer Wohnquartiere. „Es muss eineMilieuschutzsatzung erarbeitet werden“, sagt Hannes Rauhe, „und zwar bevor gebaut wird.“ Schließlich müsse man nur nach Babelsberg schauen, wo die Bewohner eines Hauses in der Wichgrafstraße gerade am Vorhaben scheitern, ihr Haus zu kaufen und damit Mietsteigerungen zu verhindern, weil der Milieuschutz versäumt wurde. Außerdem sorgen sich die Anwohner um den Verkehr. „Die Friedrich-Engels-Straße ist schon jetzt sehr voll und irgendwie müssen die vielen Menschen ja an ihren Arbeitsplatz kommen“, benennt Rauhe ein Problem.

Visualisierung des sanierten RAW mit Neubau für die Digitalwirtschaft. Quelle: Architekturbüro Jürgen Mayer H

Bernd Rubelt, Potsdams Baubeigeordneter (parteilos), zeigt sich offen für die Ängste und Sorgen der Anwohner. „Umso wichtiger ist mir, nachvollziehbar zu machen, warum dieses Projekt aus unserer Sicht nicht diese dramatischen Auswirkungen haben wird“, sagt er. „Aber wir müssen beim Verkehr natürlich nachsteuern. Ich finde zum Beispiel die Idee eines zweiten Radwegs an der Bahn sehr gut“, so Bernd Rubelt weiter. Zudem habe die Stadtverwaltung genau geprüft, wie der Verkehr dort tatsächlich fließt und wie er sich perspektivisch entwickeln wird. „Hier wird ein sehr hoher Parkdruck prognostiziert“, erklärt ein Vertreter aus dem Bereich der verbindlichen Bauleitplanung.

Baubeigeordneter setzt auf die Bahn als Verkehrsmittel

Auch auf dem RAW-Gelände sollen deshalb zahlreiche Stellplätze entstehen. Der Individualverkehr mit dem Auto soll jedoch beim Standort RAW-Gelände „nicht das prägende Element“ sein, sagt Bernd Rubelt: „Die Nähe zum Bahnhof ist ein starkes Argument für diesen Standort. Wir müssen die Menschen zum Umsteigen motivieren.“ Der Fußweg vom Hauptbahnhof dauert nur wenige Minuten, auch mehrere Buslinien passieren die Friedrich-Engels-Straße, an der das RAW-Gelände liegt.

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