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Potsdam Einstige Kriegsgegner sollen Bauschmuck der Garnisonkirche bestimmen
Lokales Potsdam Einstige Kriegsgegner sollen Bauschmuck der Garnisonkirche bestimmen
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17:36 21.01.2020
Eine der „Trophäen“, die die Garnisonkirche einst schmückten. Quelle: Joachim Liebe
Innenstadt

Bis zu 65 Staaten und Völker wurden zwischen 1732, dem Baujahr der Garnisonkirche, und 1945 durch Preußen oder das Deutsche Reich in Kriege verwickelt. Von Ägypten bis zu den Vereinigten Staaten reicht die Liste.

„Als Zeichen der Versöhnung schlagen wir vor, den Bauschmuck des Garnisonkirchturms neu zu gestalten und die 52 barocken Trophäen, die Wetterfahne und historischen Inschriften zu ersetzen. Unser Vorschlag ist es, die Deutungshoheit denen zu geben, die von Preußen oder dem Deutschen Reich attackiert worden sind, den Franzosen, Chinesen oder auch den Herero“, sagt Steffen Schuhmann, Professor für visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Weißensee.

Internationaler Wettbewerb für Kunst am Bau

Gemeinsam mit dem Architekturprofessor Philipp Oswalt stellte er am Dienstag in Potsdam diesen Vorschlag zur öffentlichen Diskussion. Ihm schwebt ein internationaler Wettbewerb zur Kunst am Bau vor, um anstelle der militärischen Symbole, die ursprünglich die Garnisonkirche schmückten einen ernsthaften Bruch zur historischen „Triumphgeste“ zu schaffen.

Philipp Oswalt (l.) und Steffen Schuhmann in Potsdam Quelle: Peter Degener

Lernort sollte deutlich größer werden

Auch zur Frage, wie die Geschichte des Ortes künftig erfahrbar gemacht werden könnte, machten die beiden Professoren einen neuen Vorschlag. Bislang sind im dritten Obergeschoss des Turms rund 220 Quadratmeter Ausstellungsfläche dafür vorgesehen.

Das hält Oswalt für völlig ungenügend. Zudem sei dieser Ort innerhalb des Turms „abseits“ der Besucherströme, die sich in der Kapelle und auf der Aussichtsplattform aufhalten würden. „Das wird der komplexen Geschichte des Ortes nicht gerecht“, sagt er. Sein architektonischer Vorschlag sieht vor, am früheren Ort des Kirchenschiffs hinter dem Turm einen zweigeschossigen Neubau zu errichten, der auf rund 1200 Quadratmetern die gesamte Geschichte des Ortes darstellen soll.

„Dieser Lernort ist für die evangelische Kirche bei Beginn des Wiederaufbauprojektes unabdingbar gewesen, aber zwischenzeitlich verloren gegangen“, sagt Oswalt. Das verfügbare Geld könne auch nicht nur für die Wiederherstellung des Symbols verwendet werden. Erst sollte ein Lernort entstehen, danach könne der Turm weitergebaut werden.

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten soll Ausstellung machen

Zudem halte er die Stiftung für den Wiederaufbau nicht dazu fähig, diese Ausstellung zu konzipieren. Sie versuche mit dem Fokus auf die Bezüge zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus „den Ort zu beschönigen“. Viel eher hätte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten „genügend Abstand und Sachverstand“ für diese Aufgabe.

Laut Oswalt gab es „vertrauliche Gespräche mit Entscheidungsträgern“, wo die zwei neuen Ideen als „konstruktiver Vorschlag“ aufgenommen worden seien. Mit der Stiftung der Garnisonkirche als Bauherrn wurde allerdings noch nicht gesprochen, schränkte Oswalt auf Nachfrage ein.

>>>Keine Annäherung: So lief das Streitgespräch über die Potsdamer Garnisonkirche

>>>Noch mehr Bundesmittel für die Garnisonkirche

Von Peter Degener

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