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Potsdam Im Streit um FH-Umzug droht Eskalation
Lokales Potsdam Im Streit um FH-Umzug droht Eskalation
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13:27 20.10.2014
Die Fachhochschule am Alten Markt in Potsdam.
Die Fachhochschule am Alten Markt in Potsdam. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Auf einer ersten FH-Informationsveranstaltung mit mehr als 300 Teilnehmern zu dem angedachten provisorischen Umzug der Fachhochschule ins Rechenzentrum  habe ein Sprecher der Allgemeinen Studierendenvertretung (Asta) mit Verweis auf die Proteste in Hongkong erklärt, bei Umsetzung des Modells sei „anzunehmen, dass dann auch in Potsdam Kreuzungen besetzt werden“. Die Atmosphäre beschrieb der Präsident als „ausgesprochen aggressiv“. Er sei auch persönlich angefeindet worden. Binas warb zugleich für eine „Versachlichung“ der Debatte.

Wie berichtet, will die Stadtspitze die innerstädtischen Bereiche der Fachhochschule vorübergehend im Rechenzentrum einquartieren, um mit dem Abriss des frei gezogenen Fachhochschulgebäudes am Alten Markt Baufreiheit für die weitere Rekonstruktion der alten Stadtmitte zu schaffen. Die Stadt begründet den Druck auch damit, dass Fördermittel verfallen könnten. Aktuelle Erklärung des zuständigen Sanierungsträgers zu dem Investitionspaket rings mit Fachhochschule/Alter Markt sowie Plantage/Rechenzentrum/Langer Stall: „Die geschätzten Kosten für die genannten Maßnahmen in Höhe von insgesamt 13.292.466 Euro sollten aus Einnahmen durch Grundstücksverkäufe (zirka drei Millionen Euro), durch kommunale Mitleistungsanteile (etwa zwei Millionen Euro) und im Übrigen durch Fördermittel finanziert werden.“

Das Rechenzentrum an der Breite Straße in Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger

Binas appellierte, statt einer teuren und unpraktikablen Übergangsvariante einen zügigen Umzug der letzten FH-Bereiche in die Pappelallee zu unterstützen: „Wenn man schon Geld ausgibt, warum nicht dafür, dass wir schneller dorthin kommen?“Als Provokation erwies sich Binas’ auf Kollegenrat gestützter Vorschlag, das alte FH-Gebäude nicht abzureißen, sondern mit „zurückgebauter“ Fassade für Wohnen und Gewerbe zu nutzen. „Das würde billiger sein und zeitliche Vorteile bringen“, sagte Binas. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) entgegnete frostig: „Das sind Schlachten, die wir schon geschlagen haben.“

Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg kündigte einen Antrag an, nach dem die Zwischennutzungsdebatte beendet und die Stadt aufgefordert wird, die FH beim Umzug in die Pappelallee zu unterstützen.

Von Volker Oelschläger

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