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Potsdam Tour zeigt Kunst an der Havel
Lokales Potsdam Tour zeigt Kunst an der Havel
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00:19 09.01.2019
Auf dem Kunstspaziergang auch zu sehen: Der „Ambos Mundos – Zwei Welten“ von Jörg Plickat.
Auf dem Kunstspaziergang auch zu sehen: Der „Ambos Mundos – Zwei Welten“ von Jörg Plickat. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Potsdam ist voll mit Kunst. Bis oben hin. Doch wer geht schon bewusst durch die Straßen, auf der Suche danach? Und wer macht sich auch noch die Mühe, zu jedem einzelnen Kunstwerk Informationen zu sammeln?

Dem Problem nimmt sich nun eine geführte Tour an. Einige ausgewählte der zahlreichen Werke im öffentlichen Raum sind Stationen auf dem Spaziergang. Und: Einige Museen stehen auch auf dem Programm.

Vom Museum Barberini, über den „Walk Of Modern Art“ und die Schiffbauergasse bis zur Villa Schöningen: Die neue Tour „Kunst am Fluss“ bringt Kunst im öffentlichen Raum näher und gibt kleine Einblicke in die beteiligten Museen.

Die Tour trägt den Namen „Kunst am Fluss“ und führt an der Havel entlang. der Kunstspaziergang ist der Teil des gleichnamigen Projektes, initiiert vom Museum Barberini, dem Kunstraum Potsdam und der Villa Schöningen. Die holten das Potsdam Museum und das Museum Fluxus Plus mit dazu und beauftragten die Potsdam Marketing und Service GmbH (PMSG), die Tour zu koordinieren.

Der Kunstspaziergang startet am Museum Barbarini, geht über den „Walk Of Modern Art“ zur Schiffbauergasse und endet in der Villa Schöningen an der Glienicker Brücke.

Die freiberufliche Gästeführerin Ingrid Bathe führte die Gruppe vom Museum Barberini über den „Walk Of Modern Art“ bis zur Villa Schöningen. Quelle: Bernd Gartenschläger

20 Männer und Frauen laufen am Sonnabend mit. Bei grauem, aber trockenem Wetter. Die freiberufliche Gästeführerin Ingrid Bathe setzt sich an ihre Spitze. An jedem Kunstwerk informiert sie über Geschichte, Bedeutung und Künstler.

„Ich bin Neupotsdamerin und neugierig, was ich in den drei Jahren, die ich jetzt hier bin, noch nicht entdeckt habe“, sagt Ellen Benninghoff, 61. Sie ist mit ihrer Freundin Lorena Eckhard, 49, zum Kunstspaziergang gekommen.

Kunstspaziergang durch Potsdam

Die Tour findet jeden ersten Samstag von Januar bis Dezember statt. Ein Ticket kostet zwölf Euro. Darin enthalten ist auch eine Tageskarte für Tramfahrten auf der Tour.

Beteiligte Museen an dem Projekt sind: Das Museum Barbarini, das Potsdam Museum, das Museum Fluxus Plus und das Museum in der Villa Schöningen.

Der Kunstspaziergang beginnt um 14 Uhr an der Touristeninformation am Alten Markt und dauert zwei Stunden.

Und auch die ist von der Idee begeistert, auf einer geführten Tour Kunst in der Stadt zu entdecken. „Ich fahre an vielem vorbei und sehe nicht“, sagt Eckhard, die im Gegensatz zu ihrer Freundin schon lange in Potsdam lebt.

„Ich bin immer in Eile. Aber ich habe mir jetzt vorgenommen, mich dem mal mehr zu widmen. Zum Beispiel mit so einer Führung und dann mit offeneren Augen durch Potsdam zu fahren.“

Schnell zum „Jahrhundertschritt“

In den Museen bekommen die Tour-Teilnehmer jeweils einen kleinen Vortrag über das Haus und die aktuellen Ausstellungen. Erste Station ist das Museum Barberini, in dem derzeit Werke des Neoimpressionisten Henri-Edmond Cross zu sehen sind und das in diesem Jahr Bilder von Picasso zeigen wird.

Hier erleben die Tour-Teilnehmer allerdings nur ein kurzes Durchlaufen und Mitnehmen von Flyern aktueller und kommender Ausstellungen. Ziel ist nämlich der „Jahrhundertschritt“ von Wolfgang Mattheuer im Innenhof des imposanten Gebäudes.

Nächste Station: Der Nachbar des Barberini

Danach läuft die Gruppe nur ein kurzes Stück. In direkter Nachbarschaft liegt die nächste Station: Potsdam Museum. Dort begrüßt Museumspädagogin Anke Stemmann die Gruppe. „Herzlich Willkommen und ein gesundes neues Jahr Ihnen allen“, sagt sie. „Ich spring einfach mal gleich rein, weil ich weiß, die Zeit ist knapp, der Rundgang ist sportlich bemessen.“

Das Highlight ihres Hauses am Anfang des Jahres, so erzählt sie, sei die Sonderausstellung „Umkämpfte Wege der Moderne. Wilhelm Schmid und die Novembergruppe.“ Der Architekt habe unter anderem in Potsdam das Haus Metz umgestaltet. Der Prachtbau am Heiligen See ist vielen heute eher als Villa Wunderkind bekannt.

Mit der „Kultur-Linie“ geht es ein Stück ohne laufen

Nach etwa 15 Minuten geht es schon weiter. Es folgt der „Walk Of Modern Art“ am Ufer entlang, gegenüber der Freundschaftinsel. Dort stehen Werke wie der „Ambos Mundos – Zwei Welten“ von Jörg Plickat und das „Dynamische Raumzeichen II“ von Otto Herbert Hajek.

Der „Walk Of Modern Art“ setzt sich in der Schiffbauergasse fort. Dort kommt die Gruppe allerdings auf gemütliche Weise an: Mit der „Kultur-Linie“ 93. „Die Zeit ist so knapp“, sagt Nannette Neitzel von der PMSG. „Da dachten wir, sind Fahrten mit der Tram sehr sinnvoll.“

Wenn die Havel lebendig wird

Zur Schiffbauergasse ist es jedoch nur eine Station. Der weitere Weg gibt Ingrid Bathe die Gelegenheit, ihren Gästen ein Werk zu zeigen, das nicht offiziell Teil des „Walk Of Modern Art“ ist, aber dennoch sehenswert, wie sie findet. „Habula Mond. Rechtecke, die ineinander gesteckt sind. Das ergibt eine unglaubliche Spiegelung“, sagt sie.

Habula ist der alte germanische Name für die Havel. Die Lichtinstallation hängt unter der Humboldt-Brücke. „Und sie macht die Havel unglaublich lebendig“, sagt Bathe weiter. Allerdings ist davon für ihre Gruppe nicht viel zu sehen. Das Licht wurde noch nicht angeschaltet.

Eine einzige Skulptur aus der DDR-Zeit

In der Schiffbauergasse wartet das Museum Fluxus Plus auf einen Besuch der Gruppe. Dort wird seit 2008 Kunst gezeigt, der es weniger um das Kunstwerk an sich geht, sondern viel mehr um die schöpferische Idee.

Unter den Skulpturen in der Schiffbauergasse bekommen die Besucher auch eine zu sehen, die mehrere Meter über ihren Köpfen hängt, am Parkhaus: Es ist das „Flugschiff“ von Peter Rohn und Christian Roehl. Es ist die einzige Skulptur auf dem „Walk Of Modern Art“, das aus der DDR-Zeit stammt.

Neo Rauch und Rosa Loy schließen den Kunstspaziergang ab

Beeindruckend ist auch die letzte Station des Kunstspaziergangs: Der Besuch in der Villa Schöningen. Dort ist gerade das Bühnenbild von der Oper Lohengrin zu sehen, das Teil der laufenden Produktion bei den Bayreuther Festspiele ist und deswegen nur Leihgabe.

Die mehr als 100 Werke stammen von dem Künstlerpaar Rosa Loy und Neo Rauch, das international große Erfolge feiert. Auf den nächsten beiden Touren sind ihre Werke noch zu sehen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 1. April.

Von Annika Jensen

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