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Potsdam 60 Millionen Euro für 900 Wohnungen
Lokales Potsdam 60 Millionen Euro für 900 Wohnungen
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19:27 14.04.2014
Am alten Straßenbahndepot an der Heinrich-Mann-Allee könnten Sozialwohnungen entstehen. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Auf die Frage, ob das nun ein Tropfen auf dem heißen Stein sei oder ein Traum, der in Erfüllung gehe, zeigte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) ein feines Lächeln: "150 Wohnungen im Jahr sind eine sehr gute Zahl, deutlich besser als nichts, aber klar wären 300 noch besser gewesen", sagte er diplomatisch.

240 Millionen Euro stehen dem Land Brandenburg bis 2019 für Wohnungs- und Städtebau zur Verfügung, 75 Prozent vom Bund, 25 Prozent aus eigenen Mitteln. Potsdam bekommt davon ein Viertel: Zehn Millionen Euro jedes Jahr, sechs Jahre lang, für exakt 150 Wohnungen. Die Hälfte des Geldes muss für Neubau ausgegeben werden, die andere Hälfte darf in die Sanierung von bestehenden Wohnungen gesteckt werden - mehr Neubau ist aber auch möglich. Bedingung der am 14. April 2014 von Jakobs mit Bauminister Jörg Vogelsänger (SPD) unterzeichneten Vereinbarung ist, dass die Mieten nicht über 5,50 Euro je Quadratmeter liegen dürfen. Die Förderung wird über zinsfreie Darlehen mit langer Laufzeit und geringer Tilgung gewährt, der Bauherr muss aber einen Eigenanteil mitbringen.

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Dabei komme nicht automatisch und nicht nur die städtische Immobilienholding "Pro Potsdam" zum Zuge, erklärte Jakobs. Jeder Bauherr könne einen Antrag stellen, in einem kleinen Wettbewerb werde dann entschieden, wer die Förderung bekomme. Das Geld wird ausschließlich für sozialen Wohnungsbau ausgegeben, die 5,50-Euro-Wohnungen nur an Menschen mit Wohnberechtigungsschein vergeben, also vor allem Familien mit Kindern, ältere oder behinderte Menschen und Alleinerziehende. Die Vergabe der Wohnberechtigungsscheine regelt das städtische Wohnungsamt. Die "Bedürftigkeit" wird alle drei Jahre neu geprüft, wer danach nicht mehr gefördert werden muss, kann zur ortsüblichen Miete wohnen bleiben, in den Genuss der günstigen Miete kommt dann ein anderer.

So fließt das Geld

  • Die sogenannte „Mietwohnraumfördergebietskulisse“ weist Areale in der Stadt aus, die für geförderten Wohnungsneubau oder geförderte Wohnungssanierung besonders in Betracht kommen.
  • So gehört zum Beispiel schon jetzt das Bornstedter Feld dazu, ganz konkret wurde am 14. April 2014 innerhalb dessen das Wohngebiet „Am Schragen“ als erstes konkretes Projekt benannt.
  • Weitere Areale liegen in Potsdam-West, im Schlaatz, in der Waldstadt, an der Gluckstraße, Am Stern, und in Drewitz an der Ricarda-Huch-Straße.
  • Hier geht es vor allem um die sogenannte „Nachverdichtung“, also das Bebauen von Lücken in bereits gut vom Verkehr und Strom, Wasser und Telefon erschlossenen Gebieten.
  • Oberbürgermeister Jann Jakobs nannte aber auch die Bauflächen am ehemaligen Tramdepot an der Heinrich-Mann-Allee als Potenzialflächen für den sozialverträglichen, geförderten Wohnungsbau aus dem neuen Programm.

Von Jan Bosschaart

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