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Potsdam Ein Hexenbesen fürs Kümmern
Lokales Potsdam Ein Hexenbesen fürs Kümmern
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01:15 02.05.2019
Gewinnt den Hexenbesen: Corinna Kmezik (5.v. l.) Quelle:  
Potsdam

Corinna Kmezik ist mit dem Hexenbesen des Autonomen Frauenzentrums ausgezeichnet worden. Die Leiterin der Beratungsstelle für Schwangerschaft, Familienplanung und Sexualität des Deutschen Roten Kreuz (DRK) bekam den Preis am Montag von einer Delegation in ihrer Arbeitsstelle in der Beyerstraße überreicht.

Die Sozialarbeiterin wird dafür ausgezeichnet, „dass sie sich mit Schwung und Engagement für Frauen mit Beeinträchtigung einsetzt“, sagte Heiderose Gerber aus dem Vorstand des Frauenzentrums. Kmezik leiste Pionierarbeit im Bereich Gewaltschutz und Gewaltprävention, indem sie „Beratungsangebote zu Sexualität und Selbstbestimmung für Frauen mit Beeinträchtigungen entwickelt und zugänglich gemacht hat“.

Gewinnerin Kmezik war bei der Verleihung sichtlich gerührt

Die Gewinnerin selbst war bei der Preisverleihung sichtlich gerührt. Sie war am Morgen bei ihrer Arbeit in der Beyerstraße von der Preisverleihung überrascht worden. „Ich kriege richtig Gänsehaut“, sagte Kmezik. „Dass ich hier diesen Besen bekomme, den vor mir so tolle Frauen gewonnen haben, macht mich wirklich sprachlos“.

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Eine der ersten Preisträgerinnen war die verstorbene ehemalige Sozial-Ministerin Brandenburgs Regine Hildebrandt (SPD). Im vergangenen Jahr gewann die Gender-Forscherin und Professorin der Fachhochschule, Gudrun Perko, den Hexenbesen.

Kmezik baute die Beratungsstelle des DRK mit auf

Kmezik arbeitet seit 1991 in der Beratungsstelle des DRK. Sie hat die Stelle mit aufgebaut und weiterentwickelt. Seit 2003 geht die Sozialarbeiterin zudem in verschiedene Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und bietet dort eine Beratung an. „Unsere Beratungsstelle ist für jeden Menschen offen. hier kann wirklich jeder anrufen“, sagt Kmezik. „Aber einige Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen sind dazu nicht in der Lage. Auch diesen Menschen versuchen wir zu helfen“.

Besonders diese Arbeit in den Werkstätten vor Ort wollte auch das Frauenzentrum gewürdigt wissen. „Wir wissen, wie hoch die Hürden bei Gewalt ohnehin schon sind. Inklusiver Gewaltschutz wie der von Corinna Kmezik ist da besonders wichtig“, sagte Heiderose Gerber vom Frauenzentrum. Von Kmezik initiiert gebe es mittlerweile eigene Frauengruppen, zudem habe sie ein breites eigenes Netzwerk zu professionellen Beratungsgruppen aufgebaut. „Das ist sehr beispielhaft“, sagte Gerber bei der Verleihung.

Das Autonome Frauenzentrum in Potsdam verleiht den Hexenbesen-Preis in jedem Jahr im Vorfeld der Walpurgisnacht am 30. April um gegen jegliche Gewalt an Frauen zu protestieren.

Von Ansgar Nehls

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