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Potsdam Potsdamer JU-Chef greift in Verbandskasse
Lokales Potsdam Potsdamer JU-Chef greift in Verbandskasse
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14:07 21.01.2019
Quelle: dpa
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Potsdam

Der Vorsitzende hat das Geld nach eigenen Angaben inzwischen zurückgezahlt. Der Nachwuchspolitiker hat außerdem sowohl den JU-Vorsitz des Ortsverbands Potsdam wie auch das Amt des Golmer Schatzmeisters niedergelegt.

"Ich weiß, dass ich einen riesigen Fehler gemacht habe und mir dies für die JU und die CDU und vor allem für die Mitglieder, die ihr Vertrauen in mich gesetzt haben, sehr leid tut", teilte der junge Mann gestern auf MAZ-Anfrage mit. "Dafür entschuldige ich mich hiermit noch einmal öffentlich." Er habe aus einer finanziellen Notsituation heraus gehandelt. Durch einen Studienplatzwechsel sei die Auszahlung des Studienkredites ausgeblieben. "Miete und Krankenversicherung mussten bezahlt werden. Mittelfristig sehe ich meine politische Karriere als beendet an", sagte er.

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Der Vorsitzende der Jungen Union (JU) Brandenburg, Philipp Schwab, sagte gestern: "Unabhängig von der Höhe des Betrages, ist das natürlich keine Petitesse." Sei Parteikollege habe sich des Geldes der Mitglieder bedient, das für die Parteiarbeit benötigt würde. "Die Dramatik des eigenen Handelns wurde ihm dann nach und nach klar. Ich habe ihn gebeten, bei der Aufklärung der Abläufe bestmöglich zu helfen", sagt Schwab. Dazu sei nun eine komplette Prüfung der Golmer Bücher nötig. Sein Verhalten sei natürlich gerade im Hinblick auf die Kommunalwahl am 25. Mai nicht gut für die Partei.

Schwabs Vorgänger im Amt des JU-Landesvorsitzenden, Hans-Wilhelm Dünn, unter dessen Ägide der Griff in die Parteikasse stattfand, stritt gegenüber der MAZ jede Verantwortung ab. "Die Rechnungsprüfung erfolgt nicht über den Landesverband der Jungen Union", sagte Dünn. "Verantwortlich für die Rechnungsprüfung ist der Kreisverband der CDU Potsdam." Deren Geschäftsführer Karl-Heinz Kollhof hatte die Vorgänge gegenüber Pressevertretern am Donnerstag bestätigt. Für die MAZ war Kollhof allerdings gestern trotz mehrmaliger Versuche nicht erreichbar.

Auch Dünn zeigte sich enttäuscht von dem Nachwuchspolitiker. "Das ist auf jeden Fall kein Kavaliersdelikt." Die mindeste Konsequenz sei die vollständige Zurückzahlung der entwendeten Beträge. Persönlich habe er einen enormen Reputationsverlust erlitten.

Von Rüdiger Braun

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