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Potsdam Es gibt noch Karten für die Schlössernacht
Lokales Potsdam Es gibt noch Karten für die Schlössernacht
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14:37 13.08.2014
Quelle: MAZ
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Zum zweiten Mal in ihrer 16-jährigen Geschichte wird die Potsdamer Schlössernacht am Sonnabend nicht ausverkauft sein. Laut Mitveranstalter Rainer Wohlthat wurden bis Dienstagabend 25.432 Tickets verkauft. Die Nachfrage habe kurz vor dem Termin allerdings noch einmal zugenommen. Zuletzt seien 800 bis 1000 Tickets pro Tag verkauft worden: „Wir hoffen, dass wir an die 30.000 rankommen“, sagte Wohlthat gestern. Das entspräche der 15. Schlössernacht mit ihren 30.000 Besuchern. In früheren Jahren wurde das aus denkmalpflegerischen Gründen auf 33.000 Tickets limitierte Kontingent regelmäßig komplett ausgeschöpft. Oftmals waren für die Schlössernacht früher bereits kurz nach dem Vorverkaufsbeginn keine Karten mehr im Handel zu bekommen.

Laut Wohlthat sollen an allen 14 Parkeingängen Abendkassen eingerichtet werden. Dort gibt es neben Eintrittskarten auch das umfangreiche Programmheft mit den einzelnen Angeboten, vielen Hintergrundinformationen und einem ausführlichen Lageplan für das Veranstaltungsgelände, in dem die Entfernungen zwischen den Veranstaltungsorten in Gehminuten angegeben sind. Das Programmheft ist bereits seit einiger Zeit in allen MAZ-Geschäftsstellen erhältlich. Kinder bis zum 14. Lebensjahr haben wie in den Vorjahren freien Eintritt. Zu den speziellen Angeboten für die Jüngsten zählt eine Spielmeile auf der Maulbeerallee und ein historischer Rummel nahe dem Neuen Palais.
Anders als das eigentliche Festival ist das Vorabendkonzert mit dem Royal Philharmonic Orchestra am Freitag vor dem Neuen Palais bereits seit geraumer Zeit ausverkauft.

Sie ist ein Klassiker und lockt jährlich tausende Besucher: die Potsdamer Schlössernacht. Begonnen hat das festliche Wochenende in diesem Jahr mit einem Konzert der Wiener Symphoniker. Vor 5000 Musikfreunden am Neuen Palais spielten sie, dirigiert von Eivind Gullberg Jensen, das Vorabendkonzert zur 15.Schlössernacht. Auf dem Programm stand unter anderem die Ouvertüre zu „Hochzeit des Figaro". Zum Abschluss der Vortags der Schlössernacht ließ ein farbenfrohes Feuerwerk die Besucher staunen.

Dass die Schlössernacht kein Selbstläufer mehr ist, haben die Veranstalter schon vor einigen Jahren festgestellt. Rechnerisch sei jeder Potsdamer im Durchschnitt zwei Mal bei dem Fest gewesen, rechnete Wohlthat gestern vor. Dabei können selbst langjährige Stammgäste noch mit überraschenden Neuerungen rechnen. Erstmals hat man zum Finale die Qual der Wahl, denn neben dem großen Abschlussfeuerwerk am Neuen Palais wird es ein zweites Feuerwerk mit Lichtinstallationen an der Orangerie von Sanssouci geben. Das Lichtkonzept selbst wurde komplett überarbeitet.

Kernidee der Schlössernacht ist die festliche Illuminierung von Palästen und Parkanlagen. Unter dem Motto „Mut zur Farbe“, so der seit 15 Jahren für die Schlössernacht zuständige Lichtdesigner Martin Schroppa, sollen Pflanzen und Gebäude erstmals künstlerisch bunt ausgeleuchtet werden, ohne dass es kitschig wird. Besonders beeindruckende Effekte erwarten die Besucher an den Weinbergterrassen von Sanssouci und an den Jubiläumsterrassen.
Auch an der Logistik wurde gearbeitet. Nach 7000 Sitzgelegenheiten im vergangenen Jahr soll es diesmal 10.000 Plätze im gesamten Park geben. Besucher können sich auch Klappstühle mitbringen. Dixie-Toiletten soll es im Park überhaupt nicht mehr geben. Statt dessen kommen Container. Verbessert wurden die Angebote von Nah- und Bahnverkehr. Straßenbahnen, S- und Regionalbahnen verkehren in dichterem Takt, zwischen dem Schloss Sanssouci und der Viereckremise soll ein kostenloser Bus shuttle verkehren.

Ein buntes Programm

  • 400 Künstler werden an dem bunten Kulturprogramm zur Schlössernacht am Sonnabend beteiligt sein. Zu den Neuerungen zählen eine Jazzbühne am Besucherzentrum Sanssouci und eine Tanzschule zum Bestaunen und Mitmachen im Ehrenhof des Schlosses Sanssouci. Im Hippodrom wird es eine Lauscherlounge mit Live-Hörspiel unterm Sternenhimmel geben. Das Publikum kann es sich auf der Wiese in Liegestühlen bequem machen. Zu den prominenten Darstellern gehören die Schauspielerinnen Anna und Katharina Thalbach, die unter dem Säulendach des Freundschaftstempels literarische Zeilen vortragen.
  • Kulinarische Vielfalt ist ein Markenzeichen der Schlössernacht. Ein spezielles Angebot gibt es im Gartensalon am Neuen Palais, wo drei Schauspieler in Anlehnung an eine königliche Hofgesellschaft Friedrich Wilhelms II. vom 18. Juli 1787 ein Dinner zelebrieren und den Gästen neben kulinarischen Genüssen auch formidables Wissen über historische Rezepte präsentieren.
  • Großer Beliebtheit erfreut sich das Führungsprogramm an historischen Orten. Am Sonnabend stehen 22Themen auf dem Programm – von der historischen Getränkekultur im 18. Jahrhundert am Chinesischen Teehaus mit Madame de Thé alias Annette Paul bis zur Neptungrotte und der historischen Wassertechnik mit Petra Lütche.
  • Die von 1751 bis 1757 errichtete Neptungrotte ist das Spendenprojekt der nächsten drei Schlössernächte. Traditionell gehen 7,50 Euro von jedem verkauften Ticket an ein Restaurierungsprojekt. Für die Restaurierung der letzten Schöpfung des Baumeisters Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699–1753) werden 3,5 Millionen Euro benötigt. Eine Million Euro spendete der Potsdamer Fernsehmoderator Günther Jauch. Zur Schlössernacht 2017 soll sie fertig sein.

Von Volker Oelschläger

Info: Einlass ab 17 Uhr, Ticketpreis: 46,20 Euro, Programmheft: 5 Euro.

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