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Potsdam 30 Jahre Kindermusiktheater „Buntspecht“
Lokales Potsdam 30 Jahre Kindermusiktheater „Buntspecht“
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13:38 27.11.2019
Im vergangenen Jahr führte das Kindermusiktheater Buntspecht „Die Schatzinsel“ auf. Quelle: Carsten Böttinger
Potsdam

Was mit einer Diplomarbeit begann, feiert nun Jubiläum: Das Kindermusiktheater Buntspecht ist eine Institution für die kleinen Potsdamer und besteht seit 30 Jahren. Alle Kinder mit Freude am Spielen, Singen und Tanzen können dort mitmachen, rund 90 sind es in der kommenden Produktion „Die Hexe und der Zauberer“. Das Kindermusical feiert am Samstag, dem 30. November, die Premiere und gibt insgesamt 19 Vorstellungen – eine gewaltige Leistung nicht nur der jungen Darsteller, sondern auch des Teams im Hintergrund, allen voran die Gründerin Margitta Burghardt.

„Als ich 1989 mit dem Kindermusiktheater begann, war ich noch Studentin an der Pädagogischen Hochschule und erhielt den Auftrag der Stadt Potsdam, mein in der Diplomarbeit entwickeltes Konzept im Pionierhaus umzusetzen.“ Das erste Jugendtheater dieser Art profitierte von der Wende, denn es war etwas Neues, das gefördert wurde. „Mit 20 Kindern, die ich von der Schule, wo ich tätig war, mitgebracht hatte, begann ich. Bald interessierten sich auch Horte und Kitas für die Idee „Kinder spielen für Kinder“. „Ein ist kleines Wunder, dass es uns noch gibt“, sagt die 60-Jährige. Über die Jahre hätten Eltern und andere Potsdamer die Einrichtung mit Engagement mehrfach gerettet, wenn Abwicklungen und Trägerwechsel anstanden.

Kein Vorsprechen nötig

Das Besondere an den Bühnenprojekten ist der niederschwellige Zugang; es gibt kein Vorsprechen. „Neben dem zweistündigen Training pro Woche erleben die Kinder einen einwöchigen Projektstart im Probenlager Boltenhagen an der Ostsee“, erklärt sie. Später werden die Treffen um Wochenendtermine und individuelle Szenenproben ergänzt. Am Ende stehen die Vier- bis Sechzehnjährigen gemeinsam in den Kulissen und präsentieren ein selbst entwickeltes Stück. „Es ist nie eine fertig vorgegebene Geschichte, die Kinder haben die Möglichkeit, es aus einer bestehenden Vorlage mitzugestalten.“ In diesem Jahr geht es um den Zauberer Merlin, seine Eule Archimedes und weitere Figuren aus dem England des frühen Mittelalters, Stichwort: König Arthus und Excalibur.

Hohe Nachfrage von Schulen

Da das Stück Anfang Dezember intensiv aufgeführt wird, haben zwei Gruppen ihre Rollen parallel gelernt und wechseln sich ab. Die Vorführungen am Vormittag seien schon seit August ausverkauft, sagt die Leiterin, denn Schulen aus Potsdam, dem Umland und Berlin besuchten gern die Stücke. Rund 1400 Kinder auf der Warteliste hätten nicht bedient werden können.

An den Wochenenden und nachmittags kommen Angehörige und Familien; da sind noch Plätze frei. Die 20 Kinder aus der Nachwuchsgruppe, die erst im zweiten Jahr bei den Größeren mitmachen dürfen, zeigen ein Vorprogramm. Mit 25 Euro im Monat ist ein Kind dabei, die Teilnehmerzahl im Ensemble steige kontinuierlich. Was Margitta Burghardt besonders freut: Der Jungen-Anteil liegt inzwischen bei 40 Prozent. Auch die würden gern tanzen, denn schließlich sei es ja „coole Musik“.

Große Schauspieler haben da klein angefangen

Das Kindermusiktheater nutzt die Probebühne im Treffpunkt Freizeit Potsdam. „Wir sind eine soziale Einrichtung mit schmalerem Budget, die ohne die vielen Ehrenamtlichen und den Förderverein so nicht existieren könnte.“ Einige Karrieren haben schon im „Buntspecht“ begonnen, so die des Schauspielers Hannes Wegener oder des Zauberkünstlers Felix Wohlfahrt. „Tino Hillebrand spielt heute am Wiener Burgtheater“, freut sich Burkhardt, „der hat bei uns als Kleiner Muck angefangen.“

Von Gabriele Spiller

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