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Potsdam Welterbe-Konflikt am Nuthewäldchen gelöst
Lokales Potsdam Welterbe-Konflikt am Nuthewäldchen gelöst
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14:39 10.09.2019
Die bewaldete Fläche am Humboldtring in Potsdam soll bebaut werden – . Quelle: Foto: Friedrich Bungert
Zentrum Ost

Ein seit 2015 schwelende Konflikt im Potsdamer Weltkulturerbe ist gelöst.Im Nuthewäldchen am Humboldtring soll zwar gebaut werden – allerdings verzichtet der private Investor auf einen Teil der ursprünglich geplanten Wohngebäude zwischen der Havel, der Nuthestraße und dem Humboldtring.

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG), das Landesamt für Denkmalpflege und die Stadt Potsdam haben sich mit den Bauherren „grundsätzlich über die Ausgestaltung des Wohnbauprojekts“ geeinigt, teilten Stadt und Schlösserstiftung am Dienstagmittag mit.

Privater Investor verzichtet und hält grünen Korridor frei

Der Investor, die BMP Immobilienentwicklung Berlin GmbH, hat demnach ein überarbeitetes Konzept vorgelegt, wo auf ein Baufeld mit dreigeschossigen Wohnhäusern nahe des Ufergrünstreifens verzichtet wird. „Wir halten nun den Sichtfächer vom Flatowturm fast zu 100 Prozent frei“, erklärte BMP-Geschäftsführer Harald Müller der MAZ. Damit wird eine wesentliche Forderung der Schlösserstiftung und der Landesdenkmalpflege erfüllt. Anstelle von 270 werden nun nur noch rund 230 Wohnungen in Gebäuden mit bis zu fünf Obergeschossen geplant.

„Entscheidend ist für uns, dass die Sicht vom Park Babelsberg zur Potsdamer Stadtmitte nun frei von Bebauung bleibt. Der Schutz der komplexen Sichtgefüge innerhalb der Potsdam-Berliner Kulturlandschaft ist für unsere Stiftung von zentraler Bedeutung“, erklärte SPSG-Generaldirektor Christoph Martin Vogtherr.

Durch den Verzicht auf einen Teil der Baumasse bleibt ein kleiner grüner Korridor beim Blick vom Park Babelsberg auf die Havel und das Stadtzentrum erhalten.

Welterbehüter der Unesco waren bereits über den Konflikt informiert

Durch die Einigung ist auch ein möglicher Eintrag des Potsdamer Welterbes auf der Roten Liste der Unesco abgewendet, die bereits über die Auseinandersetzung informiert worden war.

„Damit ist ein jahrelang schwelender Konflikt beendet, der bereits in Paris gemeldet werden musste“, sagte Brandenburgs Landeskonservator Thomas Drachenberg zum gefundenen Kompromiss. In der französischen Hauptstadt hat die Kulturorganisation der Vereinten Nationen, die das Welterbe ernennt und hütet, ihren Sitz.

Neues Personal in Rathaus, Stiftung und Denkmalpflege Grund für Einigung

Drachenberg erklärte auch, wie die Einigung überhaupt zustande kam: „Die Qualität der Kommunikation aller Beteiligten in den letzten zwölf Monaten unterschied sich deutlich von der Zeit davor. Es entstand Vertrauen, das für zukünftige Planungsvorhaben im Weltkulturerbe Grundlage für erfolgreiche Lösungen sein muss.“

Das bestätigte BMP-Geschäftsführer Harald Müller. „Es gibt im Potsdamer Rathaus und der Schlösserstiftung neue Protagonisten“, sagte er mit Blick auf einen neuen Oberbürgermeister und Stiftungschef. Das unternehmen selbst habe deren Haltung neu abgewogen und sei nun mit dem Verzicht auf Baumasse „an die Grenze des wirtschaftlich vertretbaren gegangen“, so Müller.

Die Stadtverwaltung plant nun, das Bebauungsplanverfahren fortzusetzen. Sobald der neue Entwurf ausgearbeitet ist, wird dieser voraussichtlich Anfang 2020 den Stadtverordneten vorgelegt und auch erneut öffentlich ausgelegt.

>>>Wankt der Welterbe-Status?

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Von MAZonline

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