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Potsdam Die Kunst in der Lücke
Lokales Potsdam Die Kunst in der Lücke
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00:50 17.09.2014
Kunst in der Baulücke. Beim "Localize"-Festival gab es eine Menge zu sehen.
Kunst in der Baulücke. Beim "Localize"-Festival gab es eine Menge zu sehen. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Mitten in der gedrängten Innenstadt, parallel zur Fußgängerzone in der Brandenburger Straße, tut sich eine kleine Baulücke auf. 240 Quadratmeter groß, genau passend für ein weiteres Wohnhaus. Wirklich? Warum ist es nicht der perfekte Ort für einen Stadtgarten, ein Freiluftkino oder Installationen junger Künstler? Zumindest am Wochenende ist aus der Brache in der Gutenbergstraße 24 genau das geworden. Eingeladen hat dazu „Localize“, ein Festival für Stadt, Kultur und Kunst. Mit Fotografien, Aufführungen und Installationen ist so unter dem Motto „Hier entsteht“ aus der Freifläche ein kreativer Raum geworden.

Solidarität mit der Scholle

Wir wollen zeigen, dass wir Kreativschaffende mitten in die Stadt gehören“, sagt Organisatorin Anja Engel. Das ist in Potsdam zurzeit nicht selbstverständlich. Räume für Künstler und Musiker werden weniger. Die Alte Brauerei am Brauhausberg hat geschlossen, in der mehr als 100 Kreative unterkamen. Dort werden nun Wohnungen gebaut. Nur einige Künstler können in einem Haus in Potsdam-Babelsberg weitermachen, das ihnen ein Privateigentümer zur Verfügung gestellt hat. Unklar ist noch, ob die 30 Künstler in dem Atelierhaus „Scholle51“ in Potsdam-West bleiben können. „Wir alle zusammen würden sicher keine neuen Arbeitsräume finden“, sagt Tom Korn, der dort einen Arbeitsraum hat.

Neben dem Ruf nach Ateliers im Herzen der Stadt zeigt das diesjährige „Localize“ auch die generelle städtebauliche Verdichtung. Bei den vorangegangenen Festivals am Rand der Stadt gab es genügend Platz für ausladende Kunstwerke. Dieses Mal heißt es: Wenn die Grundfläche nicht ausreicht, gehen wir eben in die Höhe. Eine Luftballongirlande steigt in den Himmel auf, auch Fotografien hängen hier nicht in Sichthöhe nebeneinander, sondern vertikal überein ander. Und bei einem Dokumentarfilm, der in einem alten VW-Polo zu sehen ist, haben eigentlich nur zwei Zuschauer Platz – außer sie rücken zusammen. Eröffnet wurde das Festival mit einem Bauprozess im Schnelldurchgang. Der erste Spatenstich, das Richtfest und die Eröffnung spielten sich in wenigen Minuten durch. Bald wird das deutlich länger dauern. Ab 2015 soll auf dem Gelände ein Wohnhaus entstehen.

Von Lisa Rogge

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