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Potsdam Chancen für Kita im "Minsk" schwinden
Lokales Potsdam Chancen für Kita im "Minsk" schwinden
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20:35 20.01.2015
Die Reste des einstigen Terrassenrestaurants.
Die Reste des einstigen Terrassenrestaurants. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Die Chancen für einen Umbau des heruntergekommenen Terrassenrestaurants "Minsk" am Brauhausberg zur Kindertagesstätte schwinden. Nach Mitteilung der Verwaltung sind bereits zwei neue Kitas im Einzugsbereich geplant.

Eine dritte, zumal in der Größenordnung des "Minsk", würde nach deren Eröffnung gar nicht mehr benötigt. Rathaussprecher Jan Brunzlow spricht zwar von einem Verfahren mit offenem Ausgang, doch der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses David Kolesnyk (SPD) wurde am Dienstag bereits deutlich: Für eine Kita dieser Größe gebe es "keinen Bedarf".

Wie berichtet, will der Landessportbund (LSB) das in den 1970er Jahren errichtete "Minsk" für 1,5 Millionen Euro von der Stadt erwerben. Weitere 3,5 Millionen Euro sollen laut LSB-Geschäftsführer Andreas Gerlach in die Sanierung und den Ausbau des Hauses für eine sportbetonte Kita mit 220 Plätzen investiert werden. Der LSB hatte sich im Sommer 2014 in einem Interessenbekundungsverfahren zunächst mit einem Höchstgebot von 850.000 Euro gegen drei Konkurrenten durchgesetzt und das Gebot im November 2014 auf Drängen der Stadt auf 1,5 Millionen Euro erhöht. Der Betrag soll in die Baukasse für die neue Schwimmhalle kommen. Scheitert das Projekt, soll das "Minsk" abgerissen werden.

Voraussetzung für die Errichtung einer neuen Kita ist die Aufnahme in die Kita-Bedarfsplanung. Gerlach sagt, der LSB habe sich bei der Stadt seit November mehrfach nach dem Stand der Dinge erkundigt, ohne bislang verbindliche Auskünfte bekommen zu haben. Laut Brunzlow muss der LSB zunächst nachweisen, dass er die 1,5 Millionen Euro für den Grundstückserwerb aufbringen kann. Gerlach bestätigte, dass an diesem Nachweis gearbeitet wird.

Wasserspiel am Fuße des Terrassenrestaurants „Minsk“ Ende der 1970er Jahre. Quelle: Archiv

Bei der parallel laufenden Kita-Bedarfsplanung scheint dem LSB nun aber die Zeit davon zu laufen. In dem im November 2014 von den Stadtverordneten verabschiedeten Plan für 2014/15 findet sich für den Brauhausberg samt Umfeld noch keine neue Kindertagesstätte. Laut Kolesnyk wurden in der Zwischenzeit jedoch abschließende Gespräche mit dem Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) geführt, das am alten Tramdepot an der Heinrich-Mann-Allee eine Kita mit 120 Plätzen eröffnen will. Sehr weit fortgeschritten seien auch die Gespräche mit einem privaten Investor, der am Havelblick eine Kita mit 90 Plätzen bauen wolle. Brunzlow räumte auf MAZ-Nachfrage allerdings ein, dass es für diesen Investor "seitens des Jugendamtes noch keine Zusage gibt".

Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg unterstellt der Verwaltung Verzögerungstaktik. Er habe den "Eindruck, dass in einer Abwehrschlacht" Gründe gegen das Projekt und die damit verbundene Erhaltung des "Minsk" gesammelt würden, "statt die herausragende Chance zu nutzen, die sich mit dem Angebot des Landessportbundes verbindet". Gerlach fordert Klarheit. Wenn das Engagement des LSB an der Stelle nicht erwünscht sei, "dann sollen sie uns doch sagen: Wir sollen da nicht rein". Mittwochabend ist das "Minsk" Thema im nichtöffentlichen Teil des Hauptausschusses.

Von Volker Oelschläger

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