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Potsdam Neue Brücke für Radfahrer über Sacrow-Paretzer Kanal
Lokales Potsdam Neue Brücke für Radfahrer über Sacrow-Paretzer Kanal
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17:29 05.12.2019
Am Weißen See soll bis 2025 eine Brücke für Radfahrer über den Sacrow-Paretzer Kanal errichtet werden. Sie ist Teil des Radschnellwegs von Krampnitz ins Zentrum. Quelle: Peter Degener
Neu Fahrland

Möwen und Fischreiher überqueren den sechzig Meter breiten Sacrow-Paretzer Kanal mit Leichtigkeit. Das soll künftig auch Radfahrern und Fußgängern so gehen.

Das Verkehrskonzept für Krampnitz und den Potsdamer Norden sieht einen Brückenneubau über dem 55 Meter schmalen Abschnitt des Kanals zwischen dem Weißen See und dem Fahrländer See vor.

4,6 Kilometer Fahrradstraße von Krampnitz ins Zentrum

Die Stadt hat sich gegen eine Route entlang der Bundesstraße 2 und über die Insel Neu Fahrland entschieden. Denn dort ist schon für den zweigleisigen Ausbau der Tram nur genügend Platz, wenn die Straße verschwenkt wird.

Eine vier Meter breit ausgebaute Straße mit Vorrang für Radfahrer kann dort nicht errichtet werden, weshalb die Route nun weiter westlich verlaufen soll. Bereits bis 2025 will die Stadt den insgesamt 4,6 Kilometer langen Radschnellweg fertigstellen.

Route führt durch ein Landschaftsschutzgebiet

Insgesamt sind drei Streckenabschnitte geplant. Die ersten anderthalb Kilometer führt der Weg als eigenständig geführter Fuß und Radweg demnach von der nach Fahrland führenden Gellertstraße (L 92) entlang des Fahrländer Sees durch Felder und ein Waldstück bis an den Sacrow-Paretzer Kanal heran. Hier ist auch eine Beleuchtung vorgesehen.

„Ich bin zwiegespalten über diese Route, weil sie durch ein Landschaftsschutzgebiet führt“, sagt Fahrlands Ortsvorsteher Stefan Matz (Bürgerinitiative Fahrland), wobei er den Bau insgesamt für sinnvoll hält.

Eigenheim-Siedlung an der Ringstraße wird Teil der Route

So geht es auch Carmen Klockow (Bürgerbündnis). Die Ortsvorsteherin von Neu Fahrland sorgt sich neben dem Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet allerdings auch um die Führung des zweiten Bauabschnitts. Denn dieses etwa 450 Meter lange Teilstück führt in Neu Fahrland durch die abgeschiedene Siedlung Ringstraße.

Hier soll die Ringstraße, die zwischen Eigenheimen entlang führt, als Fahrradstraße neu gewidmet werden. Das bedeutet, dass die gesamte Fahrbahnbreite als Radweg gilt und Autos sich den Radlern unterordnen müssen.

„Die Straße ist sehr schmal und ich wurde schon von Anwohnern angesprochen, die Vermessungsarbeiten bemerkt haben. Sie sorgen sich, weil noch nicht mit ihnen gesprochen wurde“, sagt Klockow. Auch sie wurde noch nicht näher informiert.

Für die Brücke ist ein Planfeststellungsverfahren nötig

Bis an die kleine Siedlung heran reicht auch das komplizierteste Teilstück des Radschnellwegs – der Brückenbau über den Sacrow-Paretzer Kanal. Hier hat laut Norman Niehoff, Verkehrsplaner der Stadtverwaltung, bereits die Ingenieurplanung begonnen.

„Der Brückenbau bedeutet den größten Aufwand für den gesamten Radschnellweg, weshalb wir das als erstes vorantreiben. Es wird für diese Brücke auch ein Planfeststellungsverfahren nötig, da eine Bundeswasserstraße gekreuzt wird“, sagt Niehoff.

Genau an dieser Stelle soll die Brücke über den Sacrow-Paretzer Kanal geführt werden. Das Bauschild weist auf den Ausbau des Kanals hin, der seit Jahren durchgeführt wird. Quelle: Peter Degener

Einschließlich der Rampen wird das Bauwerk rund 250 Meter lang sein. Die konkrete Gestaltung ist offen und muss eng mit den Anforderungen des Wasser- und Schifffahrtsamts geklärt werden.

Hier sammelt die Verwaltung gerade einige Erfahrung: Anfang 2020 soll nach jahrelangen Vorbereitungen die Radbrücke von Golm nach Werder/Havel über den Zernsee beginnen. Diese Brücke ist rund 110 Meter lang und kostet etwa fünfeinhalb Millionen Euro.

Letzter Abschnitt führt zur Nedlitzer Straße an der Viereckremise

Der dritte Abschnitt des Radschnellwegs ins Stadtzentrum führt schließlich vom Kanal über den Fahrländer Damm und die Straße Am Golfplatz bis zur Viereckremise. Er endet an der Nedlitzer Straße. Dieser 2,4 Kilometer lange Abschnitt führt größtenteils entlang von Wald und Feldern und muss deshalb beleuchtet werden.

Auch hier ist die Widmung als Fahrradstraße und damit keine bauliche Trennung vom Autoverkehr vorgesehen. Die Stadt geht davon aus, dass zwischen 1500 und 2500 Wege täglich über den Radschnellweg abgewickelt werden.

Weitere Radwege im Norden

Neben dem Radschnellweg von Krampnitz in die Innenstadt sind noch weitere Radwege im Potsdamer Norden geplant. Entlang der Bundesstraße 2 soll zwischen Groß Glienicke und Berlin ein Radweg gebaut werden. Weil dieser vom Land als vordringlich eingestuft ist, soll er zwischen 2021 und 2025 realisiert werden.

Zwischen Fahrland und Marquardt bzw. der Bundesstraße 273 ist ebenfalls ein Radweg vorgesehen. Das Land sieht diesen allerdings weniger dringlich an, weshalb er erst im Zeitraum 2026 bis 2030 umgesetzt wird.

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Von Peter Degener

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