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Potsdam Neuer Garten ist zeitweise völlig vermüllt
Lokales Potsdam

Potsdam: Neuer Garten ist zeitweise völlig vermüllt

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16:26 02.09.2020
So und noch schlimmer sieht es im Neuen Garten aus. Quelle: Sven Kerschek/SPSG
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Potsdam

Viele Menschen zieht es wegen der Corona-Regelungen ins Freie – mit Folgen für das Müllaufkommen in öffentlichen Parks und auf Plätzen. Davon betroffen sind auch die von der Schlösserstiftung betreuten Welterbeparks in Potsdam. So wird allein der Neue Garten an warmen Sommertagen von bis zu 4000 Besuchern zum Sonnenbaden, Grillen und Schwimmen im Heiligen See genutzt. Zurück bleiben Unmengen an Müll. Täglich vier Stunden ist ein Mitarbeiter damit beschäftigt, die Abfallbehälter zu leeren und den hinterlassenen Müll einzusammeln. Dabei fallen durchschnittlich drei Kubikmeter Müll an, der entsorgt werden muss. Darüber hinaus wird dreimal pro Woche der Müll im Bereich zwischen Grünem Haus und Hasengraben von einer Firma abgeholt.

Regulär stehen im Neuen Garten 42 Abfallbehälter zur Verfügung, in der Saison kommen noch einmal 50 Behälter hinzu. Dies entspricht dem üblichen Bedarf. Doch die neuerdings anfallenden Massen an Flaschen, Pizzakartons, Einwegbechern, Babywindeln oder Hundekottüten können sie nicht mehr aufnehmen. Die SPSG bittet deshalb ausdrücklich alle Gäste, die Dinge, die sie in den Park mitbringen, auch wieder mitzunehmen.

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Respekt vor historischen Gärten lässt spürbar nach

Dass der Respekt im Umgang mit den historischen Gärten sicht- und spürbar nachgelassen hat, wurde am 18. August 2020 durch den Fund eines Müll- und Flaschenlagers im Areal zwischen dem Grünen Haus und dem Schloss Cecilienhof bestätigt: Drei Gärtner waren mehr als drei Stunden damit beschäftigt, etwa 1800 Glasflaschen sowie drei Kubikmeter verrottete Bücher, Zeitungsbündel und Decken aus dem Gehölzquartier zu entfernen „Wieder einmal Arbeitskraft und -zeit, die nicht der Pflege und dem Erhalt von Bäumen, Sträuchern, Wiesen, Wegen und Blumenbeeten zu Gute kommen konnten“, sagt der für den Neuen Garten zuständige Fachbereichsleiter Sven Kerschek. Doch zumindest konnte für die Entsorgung eine Lösung gefunden werden. „Wir danken dem Potsdamer Unternehmen Getränke City GmbH, das sich in diesem Ausnahmefall bereit erklärt hat, uns kostenfrei bei der Rückführung der Flaschen in das Pfandsystem zu unterstützen.“

Bestandsgefährdung wird nicht hingenommen

Vor diesem Hintergrund weist die SPSG noch einmal nachdrücklich auf die Einhaltung der Parkordnung hin. Denn die Bedürfnisse von Besuchern finden dort ihre Grenze, wo der historische Bestand gefährdet wird. Leider wird diese Grenze inzwischen vielfach überschritten. Nicht nur das Müllaufkommen sei nicht mehr zu bewältigen, auch das Baden, Lagern, Picknicken auf dafür nicht freigegebenen Flächen sorge für massive Schäden. So haben etwa die Wiesen in ufernahen Bereichen kaum mehr die Möglichkeit, sich zu entwickeln und versteppen. Zudem ist offenbar nur wenigen bewusst, dass durch das Verlassen der Wege wertvolle Wiesenbiotope zerstört werden. Mindestens ein gutes Drittel der vom Landesamt für Umwelt im Neuen Garten 2006 kartierten Biotopflächen sind inzwischen verloren.

Von MAZonline

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